J.P. Morgan und die Bank of America spielen in einer anderen Liga

Sparmaßnahmen und die US-Steuerreform sorgen bei den beiden US-Banken für ein hohes Gewinnwachstum. (Foto: unknown)

J.P. Morgan Chase & Co. lieferte 2017 erneut überdurchschnittliche Ergebnisse. Im Investment-Banking nahm J.P. Morgan so viele Gebühren ein wie keine andere US-Bank. In der Vermögensverwaltung sowie im Firmenkundengeschäft erzielte die Bank Rekordgewinne. Auch im Privatkundengeschäft liefen die Geschäfte dank der steigenden Nachfrage nach Krediten sehr gut.

Aufgrund eines Einmalaufwands im Zusammenhang mit der Steuerreform in den USA stagnierte der Konzerngewinn auf Vorjahreshöhe. Vor Einmalaufwendungen verdiente die Bank jedoch 26,5 Mrd. $. Mit dem Wegfall des steuerlichen Sonderaufwandes im laufenden Jahr kommt die historisch starke Ertragskraft voll zum Vorschein. Die Marktbedingungen stellen sich mit Blick auf die Wirtschaftslage in den USA und den positiven Anreizen aus der Steuerreform weiterhin positiv dar. Zudem reduziert sich die reguläre Steuerquote deutlich.

J.P. Morgan ist sehr gut in das neue Jahr gestartet

Im 1. Quartal verdiente die Bank mit 8,7 Mrd. $ rund 36% mehr als in der Vorjahresperiode. Das Wachstum erstreckt sich über alle Geschäftsbereiche. In der Vermögensverwaltung verzeichnete J.P. Morgan einen anhaltend hohen Neugeldzufluss, während die Kundeneinlagen über dem Branchendurchschnitt wuchsen. Zudem legte die Nachfrage nach Krediten sowie Finanzdienstleistungen für Firmenkunden weiter zu.

Für J.P. Morgan sprechen die überdurchschnittlichen Leistungen in Verbindung mit einem niedrigen KGV und einer Shareholder-Value-Politik. Angesichts der stetig verbesserten Fundamentaldaten steigt die Sicherheit der Aktie auf A.

Bankenporträt

J.P. Morgan Chase & Co. entstand am 31.12.2000 aus der Fusion von J.P. Morgan und Chase Manhattan. Die kombinierte Gesellschaft J.P. Morgan Chase fusionierte am 1.7.2004 mit Bank One. Übernahme der Großsparkasse Washington Mutual und der Investmentbank Bear Stearns in der Finanzmarktkrise 2008. Wichtige Geschäftssegmente sind Investmentbank, Retail Financial Services und Kreditkarten-Services.

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Die Bank of America überzeugte mit operativ guten Zahlen

Die steigende Kreditnachfrage lässt die verzinslichen Forderungen weiter ansteigen. Zudem profitiert die Bank von dem höheren Zinsniveau. Parallel dazu hält Bank of America die Aufwendungen dank der Kostensenkungsprogramme gut im Zaum. So wurde der Vorsteuergewinn im abgelaufenen Jahr um 17% gesteigert.

Der Gewinn lag aufgrund eines steuerlichen Einmalaufwands nur gering über dem Vorjahreswert. Bereinigt um den Einmalaufwand im Zusammenhang mit der US-Steuerreform belief sich der Gewinn auf 21,1 Mrd. $. Damit ist Bank of America dem langfristigen Ziel, eine Rendite von 1% auf die Bilanzsumme zu erreichen, bereits sehr nahe gekommen. Ich gehe davon aus, dass dieses Ziel im laufenden Jahr übertroffen wird.

Rekordergebnis im 1. Quartal

Im Auftaktquartal 2018 verdiente die Bank mit 6,5 Mrd. $ so gut wie nie zuvor. Neben den weiter steigenden Zinseinnahmen profitierte Bank of America von höheren Provisionen. Damit hat sich die Geschäftslage gegenüber dem 4. Quartal 2017 weiter verbessert. Im Schlussquartal waren die Provisionseinnahmen leicht rückläufig. Zudem erzielte Bank of America weitere Kostensenkungen, während die Steuerquote im Zuge der Steuerreform deutlich geringer ausfiel.

Angesichts der guten Ertragskraft soll die Shareholder-Value-Politik fortgeführt werden. Mit der deutlichen Erhöhung der Quartalsdividende auf 12 Cent pro Aktie und dem Aktienrückkaufprogramm wurden allein im 1. Quartal insgesamt 6,1 Mrd. $ ausgeschüttet. Hochgerechnet auf 1 Jahr errechnet sich ein attraktiver Kapitalrückfluss von 8% der Marktkapitalisierung.

Bankenporträt

Die Bank of America entstand aus der Fusion von BankAmerica und NationsBank im September 1998. Die besonders im Privatkundengeschäft und in der Unternehmensfinanzierung tätige Bank ist mit Zweigstellen in den USA und mit Repräsentanzen in 30 Ländern der Welt vertreten. Wachstum auch durch Akquisitionen von FleetBoston in 2004, MBNA in 2006, LaSalle in 2007, Countrywide in 2008 und Merrill Lynch im Januar 2009.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.