Jahresausblick 2017: Bankenkrise und Rentendiskussion

Die Erwartungen für das kommende Jahr sind groß.

Denn das Vergangene war mit dem Brexit-Referendum, dem Trump-Schock, den zahlreichen Terroranschlägen, der Verschärfung des Syrien-Krieges etc. mehr als desaströs.

Auf Wunsch vieler unserer Leser haben wir für Sie nach Insidergesprächen mit Experten-Kollegen und Informanten aus Politik, Wirtschaft und Sicherheitsdiensten einen Jahresausblick 2017 zusammengestellt.

Ausblick 2017

Sie wissen inzwischen, was Sie hinsichtlich des Arbeitsmarktes, des Wirtschaftswachstums, des Brexit und einer Zinserhöhung in den USA zu erwarten haben.

Ebenso von den USA, den Handelsabkommen TTIP und CETA, einer Zinserhöhung in der EU, der desaströsen Politik der Europäischen Zentralbank und der Flüchtlingskrise.

Auch haben wir Ihnen aufgezeigt, wie es mit den stark angeschlagenen Krisenländern Italien und Griechenland weitergehen wird und wie hoch die Terrorgefahr tatsächlich ist.

► Bankenkrise 2017

Nach wie vor ist die Bankenkrise in der EU ungelöst. Denn die Finanzinstitute weisen erheblich niedrigere Quoten für das Kernkapital relativ zur Bilanzsumme (Leverage Ratio) auf, das lediglich zwischen 4 und 7 % beträgt.

Hinzu kommen die hohen Kreditausfälle und Verluste bei Kreditausfällen, die 10 % ausmachen. Manche Schätzungen gehen davon aus, dass diese sogar doppelt so hoch sein könnte.

Man muss es ganz offen sagen: Die Probleme des EU-Bankensektors haben sich drastisch verschärft und könnten schon 2017 zu einer Katastrophe führen.

► Rentenerhöhung 2017

Für 2017 erwartet das Bundessozialministerium eine Rentensteigerung im Westen von 1,77 Prozent und 2,06 Prozent im Osten.

Zu Ihrer Information: Durchschnittlich erhielten Menschen über 65 nach letzter beruflicher Tätigkeit folgende Altersbezüge: Arbeiter/Angestellte = 1.316 Euro. Selbstständige = 1.435 Euro. Beamte = 2.594 Euro.

Sie sehen also, dass Beamte damit fast doppelt so viel an Altersbezügen kassieren, wie Arbeiter und Angestellte. Soweit klafft die Schere wirklich auseinander.

► Flexirente 2017

Wenn Sie die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben, unterliegen Sie nicht mehr der sogenannten Teilrente.

Das heißt künftig werden ab Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro pauschal 40 Prozent dieses Einkommens auf die Rente angerechnet. Wollen Sie also früher in Rente gehen, können Sie ab dem 1. Juli 2017 leichter hinzuverdienen.

Außerdem sind ab dem 1. Juli bereits nach Ihrem 50. Geburtstag freiwillige Einzahlungen möglich, um Abschläge auszugleichen, die bei vorzeitigem Renteneintritt entstehen.

Wollen Sie später in Rente: Ab dem 1. Januar 2017 können Sie auf die Versicherungsfreiheit verzichten, mit der Sie sich Beiträge zur Rentenversicherung sparen.

Zahlen Sie also weiter zusammen mit dem Arbeitgeber dementsprechende Beiträge, können Sie zusätzliche Rentenansprüche erwerben und so Ihr Altersruhegeld erhöhen.

Gleichzeitig können Sie nach Erreichen des Regelalters weiterarbeiten, um Ihr Altersruhegeld aufzubessern. Bislang war das nicht möglich.

► Rentensteuer 2017

Gehen Sie nächstes Jahr in Rente, dann haben Sie sprichwörtlich Pech gehabt. Zumindest, was die Abzüge anbelangt.

Denn zukünftig sind nur noch 26 Prozent Ihrer Rente steuerfrei. 74 Prozent müssen Sie versteuern.

► Pensionäre 2017

Für jene unter Ihnen, die im nächsten Jahr erstmals eine lohnsteuerpflichtige Pension erhalten, sinkt der Versorgungsfreibetrag (inklusive Zuschlag) auf maximal 2.184 Euro jährlich.

29. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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