Japanischer Yen: Nachhaltige Trendwende möglich

Sie erinnern sich sicherlich! Vor genau 1 Woche hatte ich Ihnen eine Aufwertung des japanischen Yens prognostiziert. Trotz Naturkatastrophe und drohender Nuklear-Katastrophe. Denn diese Faktoren schwächen eigentlich langfristig die japanische Wirtschaft.

Aufgrund der Naturkatastrophe wird die Staatsverschuldung nun weiter ansteigen und die Wirtschaftsleistung schrumpfen. Die Handelsbilanz Japans wird sich somit beeinträchtigen.

Damit steigt der Druck auf den Yen, wenn die Exporte sinken und die Importe steigen. Als rohstoffarmes Land wird Japan eine Abwertung des Yen über eine sich verschlechternde Handelsbilanz nicht auffangen können.

Aufwertung des Yens technisch bedingt

Die Aufwertung des Yen kurz nach dem Erdbeben war allein technisch bedingt. Der hohe Geldbedarf für den Wiederaufbau veranlasste die Japaner, von reichen Privatanlegern über Versicherungen bis hin zum japanischen Staat, zur Rückführung ihrer Auslandsguthaben nach Japan.

Allein in den USA halten Japaner Kapitalanlagen in Höhe von rund 1,4 Billionen US-Dollar, größtenteils in Form von US-Staatsanleihen. Werden diese nun verkauft und in Yen getauscht, so wird letztlich der US-Dollar verkauft und dafür Yen gekauft. Die Nachfrage nach Yen lässt den Kurs steigen, die Währung wertet auf.

Ein starker Yen schwächt wiederum Japan als Exportnation. So zeigt sich doppeltes Ungemach für die japanische Wirtschaft. Einerseits wurden ganze Produktionsstätten und Zuliefererbetriebe vom Tsunami vernichtet und andererseits werden durch eine starke Währung die Export-Produkte teurer.

Aus diesem Grund haben erstmals seit dem Jahre 2000 die Notenbanken der G7-Staaten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, USA, Kanada) eine gemeinsame Intervention am Devisenmarkt vorgenommen. Global wurden von diesen Staaten Yen verkauft, um das Angebot drastisch zu erhöhen.

Entwicklung des Yens nach oben gestoppt.

Der Höhenflug des Yen stoppte daraufhin deutlich. Sehr schön können Sie diesen Umstand am unten abgebildeten Tageschart der Candlesticks erkennen. Nach dem Erdbeben sackte der Kurs weiter ab. Der Yen wertete auf, der US-Dollar wertete ab. Nach den Interventionen der Notenbanken setzte hingegen schon am 16. März eine Gegenbewegung ein.

USD/JPY-Tageschart: Gegenbewegung nach Interventionen der Notenbanken

Aus Sicht der Charttechnik wurde das kurzfristige Abwärtspotenzial, welches sich bei Ausbruch aus einem symmetrischen Dreieck nach unten ergab, abgearbeitet. Die aktuelle Entwicklung könnte sich daher als nachhaltige Trend-Wende entpuppen.

Ein Anstieg vor allem über die obere Begrenzung des symmetrischen Dreiecks bei derzeit 83,75 USD/JPY würde ein Kaufsignal liefern. Als Alternativ-Szenario ist die aktuelle Gegenbewegung auch als Pull-back einzustufen. Also ein Rücklauf an das vorherige Ausbruchsniveau mit der Folge, anschließend nochmals zu fallen.

Erläuterung zum Devisenhandel

Im obigen Währungspaar USD/JPY stellt der US-Dollar die Basiswährung dar, der japanische Yen die Gegenwährung. Der Kurs des Währungspaares zeigt Ihnen an, wie viel der Gegenwährung sie benötigen, um eine Einheit der Basiswährung zu kaufen.

So müssen Sie aktuell im USD/JPY bei einem Kurs von 81,16 eben 81,16 Yen für einen US-Dollar bezahlen.

Fallen die Kurse in einem Währungspaar, so wertet die erstgenannte Währung ab, die zweitgenannte Währung hingegen wertet auf. In den letzten Monaten hat der US-Dollar also abgewertet und der Yen aufgewertet.

Diese Entwicklung beschleunigte sich kurzfristig nach dem Erdbeben. Aktuell wertet dagegen der US-Dollar auf und der japanische Yen wertet ab.

Interventionen der Notenbanken nur kurzfristige Lösungen

In der Vergangenheit haben allerdings Interventionen der Notenbanken nur kurzfristige Auswirkungen gehabt.

Ein weiterhin anhaltender starker Rückholeffekt von Auslandskapital nach Japan könnte trotz der vorliegenden negativen Fundamental-Daten für den Yen eine weitere Aufwertung des Yen nach sich ziehen.

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21. März 2011

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Stefan Salomon
Von: Stefan Salomon.

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