Jenoptik: Abwärtstrend setzt sich ungebremst fort

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Jenoptik: Talfahrt der Aktie des ostdeutschen Technologiekonzerns setzt sich ungebremst fort. Anleger misstrauen den Jahreszielen und gehen an die Seitenlinie. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Entgegen dem positiven Markttrend der letzten Wochen setzte die Papiere des ostdeutschen Technologiekonzerns Jenoptik ihren Abwärtstrend fot. Seit Ende April sackte die Aktie von über 36 Euro bis auf 24 Euro in den Keller. Seit Jahresbeginn pendelt die Aktie um die Nulllinie, während der Index für deutsche Technologieaktien (TECDAX) um beinahe 16% an Wert zulegen konnte.

Jenoptik im Porträt

Nach dem im Jahr 2006 abgeschlossenen Verkauf des umsatzstarken aber margenschwachen Clean-Systems-Bereichs fokussiert sich Jenoptik vollständig auf das Photonik-Geschäft. Mit Produkten zur Erzeugung (Laser) und der Steuerung (Optiken) von Licht, Sensoren sowie mit kompletten Systemen deckt man die wesentlichen Bereiche entlang der Wertschöpfungskette ab.

Der Technologie-Konzern hat eine führende Position bei:

  • Präzisions-Optiken,
  • Verkehrs-Überwachung,
  • neuen Laser-Technologien,
  • Fertigungs-Messtechnik
  • und einzelnen Anwendungen in der militärischen sowie zivilen Fahr- und Flugzeug-Ausrüstung.

Wesentliche Zielkunden sind öffentliche Auftraggeber oder stammen aus:

  • der Auto- und Halbleiter-Industrie,
  • der Medizintechnik,
  • dem Verteidigungs-Sektor,
  • der zivilen Luftfahrt.
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Bis Ende 2018 lief es wie am Schnürchen….

In den vergangenen Jahren ging es mit dem ostdeutschen Technologiekonzern stetig aufwärts. Seit 2009 kletterten die Erlöse von 441 auf 835 Millionen Euro nach oben. Zeitgleich drehte Jenoptik den Verlust von 34 Millionen Euro in einen Gewinn von 88 Millionen Euro. Mit einer Gewinnspanne von 10,49% (2017: 9,69%) knackte das Unternehmen erstmals in seiner Firmengeschichte die 10% Marke.

…..doch im ersten Halbjahr 2019 knickt der Gewinn ein

Im ersten Quartal fielen die Erlöse des SDax -Unternehmens aber um rund 3% auf 184 Millionen Euro ein. Negativ hatten sich Exportrestriktionen der Bundesregierung im Verteidigungsgeschäft ausgewirkt. Zudem hatte im Vorjahr die Auslieferung von Mautkontrollsäulen zu einem starken Wachstum geführt, was dieses Jahr in diesem Ausmaß nicht vorkam.

Der Umsatzrückgang kombiniert mit höheren Kosten und Investitionen in Forschung und Entwicklung drückte das operative Ergebnis (Ebit) um mehr als ein Drittel auf 12,8 Millionen Euro. Nach Steuern brach der Gewinn um fast 35% auf 10,2 Millionen Euro ein.

Konzernführung setzt auf Comeback in zweiter Jahreshälfte

Einen Lichtblick gab es allerdings beim Auftragseingang, der sich auf 210,4 Millionen Euro erhöhte, was einem Anstieg um beinahe 6% entspricht. Daher geht der Vorstand unverändert von einer im Jahresverlauf anziehenden Wachstumsdynamik aus und rechnet 2019 mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Gewinnmarge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen wird in einer Spanne von 15,5 bis 16% erwartet.

Anleger malen schwarz

Eigentlich ist in den vergangenen Wochen nicht viel passiert, aber offenbar zweifeln die Anleger das Erreichen der Jahresziele an. Der anhaltende Handelskonflikt, geopolitische Spannung und eine sich abschwächende konjunkturelle Situation treibt den Investoren die Sorgenfalten auf die Stirn. Vor allem die Abhängigkeit von Halbleiter -und Automobilmarkt wird zunehmend kritisch gesehen.

Anders ist der sich beschleunigende Kursabschwung in der zurückliegenden Woche wohl kaum zu erklären. Vor dem Hintergrund der zahlreichen Unsicherheiten reicht auch das auf rund 18 gesunkene Kurs Gewinn Verhältnis nicht aus, um die Anleger für die Aktie zu begeistern.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.