Jenoptik-Aktie: Internationalisierung durch Übernahme in den USA

Die Aktie des Jenaer Technologie-Konzerns Jenoptik befindet sich nach Zahlen im Korrektur-Modus. Hier erfahren Sie alles Weitere dazu: (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Nach einem sensationellen Aufwärtsmarsch der Jenoptik-Aktie von November bis Anfang Mai (Kurs-Plus von 75%) sind die Papiere in eine Konsolidierungs-Phase eingetreten.

Daran konnten auch die gerade vorgelegten Geschäfts-Ergebnisse nichts ändern.

Dabei waren die Zahlen unter dem Strich gar nicht einmal schlecht. Lediglich die gefallene Gewinnmarge hat den Anlegern die Lust auf die Aktie zuletzt deutlich verdorben.

Jenoptik im Porträt

Nach dem im Jahr 2006 abgeschlossenen Verkauf des umsatzstarken aber margenschwachen Clean-Systems-Bereichs fokussiert sich Jenoptik vollständig auf das Photonik-Geschäft.

Mit Produkten zur Erzeugung (Laser) und der Steuerung (Optiken) von Licht, Sensoren sowie mit kompletten Systemen deckt man die wesentlichen Bereiche entlang der Wertschöpfungskette ab.

Der Technologie-Konzern hat eine führende Position bei:

  • Präzisions-Optiken,
  • Verkehrs-Überwachung,
  • neuen Laser-Technologien,
  • Fertigungs-Messtechnik
  • und einzelnen Anwendungen in der militärischen sowie zivilen Fahr- und Flugzeug-Ausrüstung.

Wesentliche Zielkunden sind öffentliche Auftraggeber oder stammen aus:

  • der Auto- und Halbleiter-Industrie,
  • der Medizintechnik,
  • dem Verteidigungs-Sektor,
  • der zivilen Luftfahrt.

Umsatz hui – Ergebnis pfui

Im abgelaufenen Quartal kletterte der Umsatz auf 184,7 Mio. €. Das entspricht immerhin einem Zuwachs von 9,5% zum vergleichbaren Vorjahres-Quartal.

Besonderen Rückenwind erhielt der Jenaer Konzern aus dem Geschäftsbereich Optics & Life Science: Dort zogen die Erlöse um 18,1% auf 66 Mio. € an.

Für Sie zum Vergleich: Die Mobility-Sparte erwirtschaftete 63 Mio. € (+10,7%). Das Verteidigungs-Geschäft war mit 55,2 Mio. € Umsatz leicht rückläufig (3,4%).

Allerdings konnte die Gewinn-Entwicklung (Vorsteuer-Ergebnis EBIT) mit einem Anstieg um 3,9% auf 18,2 Mio. € mit dem Umsatz-Anstieg nicht Schritt halten.

Die Vorsteuer-Marge fiel um 0,6 Prozentpunkte auf 9,8%. Unterm Strich sank das Netto-Ergebnis auf 14,2 Mio. € (-8,7%).

Großauftrag für 3D-Laser-Anlagen

Unterdessen konnte der Konzern zuletzt auch mit einigen positiven Meldungen aufwarten:

So gewann Jenoptik einen Großauftrag von deutschen Automobil-Herstellern für 3D-Laser-Anlagen (Auftrags-Volumen immerhin knapp 10 Mio. €).

Wie das Unternehmen mitteilte, kommen die Laser-Anlagen z. B. für den Kontur-Beschnitt von Struktur-Bauteilen – v. a. bei Elektro-Autos kommender Generationen – zum Einsatz.

Zukauf in der Prozess-Automation

Zugleich machte die thüringische Firma mit einem Zukauf in den USA auf sich aufmerksam:

Vor wenigen Tagen gab sie die Übernahme von Five Lakes Automation, dem US-Spezialisten für Prozess-Automation in der Auto-Industrie, bekannt.

Dieser Betrieb entwickelt Lösungen für die Prozess-Automation in der Automobil-Industrie. Mit der Akquisition will sich Jenoptik neue Wachstums-Potenziale in den USA erschließen.

Jahresziele werden bestätigt

Nach den Quartalszahlen zeigte sich die Konzernführung zuversichtlich und bestätigte die Jahresziele.

Besonders der starke Auftrags-Eingang stimmte Firmenchef Dr. Stefan Traeger optimistisch:

Er rechnet mit einem Jahres-Umsatz zwischen 720 und 740 Mio. € (Vorjahr: 685 Mio. €). Die Ergebnis-Marge soll hingegen bei mind. 9,5% liegen.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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