Jenoptik-Aktie: Ostdeutscher Technologiekonzern meldet Rekordergebnis

Ostdeutsche Technologieunternehmen sind an der Börse rar gesät. Das wohl bekannteste dürfte die Jenoptik AG mit ihren über 3.500 Mitarbeitern mit Sitz in Jena sein. Nach dem im Jahr 2006 abgeschlossenen Verkauf des umsatzstarken aber margenschwachen Clean-Systems-Bereichs fokussiert sich Jenoptik vollständig auf das Photonik-Geschäft.

Das bedeutet konkret: Mit  Produkten  zur  Erzeugung  und  der  Steuerung  von  Licht,  Sensoren  sowie  mit  kompletten  Systemen  deckt Jenoptik die wesentlichen Bereiche entlang der Wert- schöpfungskette ab.

Dabei stammt das Gro der Kunden aus der Automobil-  und  Halbleiterindustrie,  der  Medizintechnik,  dem  Verteidigungssektor,  der zivilen Luftfahrt oder sind öffentliche Auftraggeber.

Jenoptik fährt Gewinn nach oben

Gerade präsentierte die Firma ihre Jahresergebnisse. Während die Erlöse auf 669 Millionen Euro kletterten (+13%) verbesserte sich das operative Ergebnis um 19% auf 61,2 Millionen Euro.

Unterm Strich blieben mit 50 Millionen Euro knapp 20% mehr Gewinn übrig als im Vorjahr. Damit lag der Gewinn je Aktie mit 0,87 Euro  aufgrund  eines  positiven  Beteiligungsergebnisses (Wertaufholung) und geringerer Steuern über den Erwartungen.

Neben dem Verkauf von Laseranlagen, Messsystemen für die Automobilindustrie und sogenannten opto-elektronischen Systemen profitierte Jenoptik auch von einem Großauftrag in der Militärtechnik. Hier ergatterte Jenoptik einen über mehrere Jahre laufenden Auftrag zur Ausrüstung von Patriot-Luftabwehrraketen. Darüber hinaus schob die schwache Heimatwährung die Geschäfte ordentlich an.

Zugleich konnte Jenoptik die Nettoverschuldung auf nunmehr 44 Millionen Euro mehr als halbieren.

Konzernführung enttäuscht mit vorsichtigem Ausblick

Wenn Sie aber jetzt von einer anhaltend hohen Wachstumsdynamik ausgegangen sind, liegen Sie falsch. Denn Firmenchef Michael Mertin nimmt hier erst einmal jegliche Euphorie raus. Mertin erwartet ein moderates Wachstum ohne Rückenwind durch eine schwache Heimatwährung. Damit dürften die Erlöse zwischen 680 bis 700 Millionen Euro liegen.

Die Vorsteuermarge soll stabil bei über 9% gehalten werden (2015: 9,7%). Als Grund für die verhaltene Prognose führt der Vorstand die weltweit schwierigen Rahmenbedingungen und unklare Entwicklung der Konjunktur an.

An seinem Langfristziel hält Firmenchef Mertin allerdings fest. Bis 2018 will Jenoptik die Umsatzmarke von 800 Millionen Euro durchbrechen.

Vierte Dividendenerhöhung in Folge

Dennoch nimmt die Technologiefirma die guten Jahreszahlen zum Anlass, die Dividende auf 22 Cent je Aktie zu erhöhen. Das ist die vierte Erhöhung in Folge.

Aber Sie müssen wissen: Erst seit 2010 schüttet Jenoptik eine Dividende aus. Die Ausschüttungsquote liegt bei 25,2% der Gewinne. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 13,63 Euro entspricht das einer Dividendenrendite von 1,61%.

Auf der Suche nach Zukäufen

Durch den starken Schuldenabbau eröffnet sich für Jenoptik Spielraum für mögliche Zukäufe. Laut Unternehmensinformationen läuft die Suche bereits auf Hochtouren. Dabei sucht die Gesellschaft vor allem in Bereich Verkehrssicherheit mit dem Bau von Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachungsanlagen sowie der Medizintechnik.

Aktie nach Kursanstieg fair bewertet

In den vergangenen Jahren wurde der ostdeutsche Technologiekonzern regelrecht von den Anlegern wiederentdeckt. Um sage und schreibe fast 250% ging es mit dem Anteilspreis nach oben.

Mittlerweile wird die Aktie mit dem 15-Fachen der erwarteten Gewinne des laufenden Jahres bewertet. Für zusätzliches Kurspotenzial müsste eine weitere Verbesserung der Gewinnmargen erfolgen.

29. März 2016

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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