Jenoptik: Fokus auf Kerngeschäft

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Die Jenoptik AG will ihr Militärtechnik-Geschäft verkaufen. Grundsätzlich ist dieser Schritt positiv zu bewerten. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Jenoptik AG überraschte zum Wochenauftakt mit der Nachricht, sich von ihrem Militärtechnik-Geschäft trennen zu wollen. Zwar schmolzen die anfänglichen Kursgewinne im schwachen Gesamtmarkt wieder dahin, doch grundsätzlich ist die Entscheidung positiv zu bewerten. Denn ein Fokus aufs Kerngeschäft zahlt sich oftmals sowohl für das Unternehmen als auch seine Aktionäre aus.

Unternehmensportrait

Die Jenoptik AG, die in Jena ansässig ist und im TecDAX notiert, zählt zu einem weltweit tätigen Technologiekonzern. Dabei gliedert sich das Unternehmen in die drei photonischen Divisionen Light & Optics (Entwicklung und Herstellung von Mikrooptiken, optoelektronischen Modulen sowie integrierten Lösungen spezialisiert), Light & Production und Light & Safety. Das mechatronische Geschäft wird seit 2018 unter der eigenständigen Marke Vincorion geführt und bekommt jetzt gesteigertes Interesse.

Die Kundschaft des Konzerns ist breit gestreut. Zum einen gehören Unternehmen der Halbleiter- und Halbleiterausrüstungsindustrie dazu, doch auch Konzerne aus der Automobil- und Automobilzulieferindustrie, der Medizintechnik, der Sicherheits- und Wehrtechnik sowie der Luftfahrtindustrie zählen zu den Kunden. Mit seinen rund 4.000 Mitarbeitern ist Jenoptik an mehreren Standorten in Deutschland und in rund 80 weiteren Ländern präsent.

Unternehmenssparte vor Verkauf

Zum Wochenauftakt gab es jetzt die Meldung, dass sich die Thüringer Gesellschaft von seinem Militärtechnik-Geschäft trennen will. Dieses ist zu rund einem Fünftel des Konzernumsatzes beteiligt. Grünes Licht für den Verkauf gab es bereits vom Aufsichtsrat – jetzt wird ein Käufer der Geschäftsanteile des Bereichs Vincorion gesucht. In diesem Segment gehört die Fertigung von Wehrtechnikteilen, worunter unter anderem die Komponenten für Schützenpanzer und Kampfjets zählen. Doch auch der mechatronische Bereich ist in diesem Bereich enthalten, der im vergangenen Jahr 166 Mio. Euro Umsatz generierte und knapp 800 Personen beschäftigt.

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Die Verlaufserlöse sollen in das Auslandsgeschäft vor allem in Amerika und Asien gesteckt werden – für weitere Wachstumsmöglichkeiten ist also gesorgt und das Fundament für die Zukunft gelegt.

Fokus auf Kerngeschäft sollte der Aktie gut tun

Grundsätzlich ist es aus Anlegersicht zu begrüßen, wenn ein Unternehmen seinen Fokus stärker auf sein Kerngeschäft ausrichtet und andere Unternehmensteile abgibt. Denn erstens investieren Anleger gerne zielgenau und zweitens ist die Summe der Einzelteile an der Börse oftmals mehr wert als das Ganze. Von daher ist der Verkauf zu begrüßen.

Quartalszahlen kommen in der kommenden Woche

Am 08. August werden die Quartalszahlen veröffentlicht – dann werden die Anleger wissen, in welche Richtung sich das Unternehmen weiterentwickelt und ob es möglicherweise bereits Kaufinteressenten der Vincorion-Sparte gibt. Wer sich für die Aktie interessiert sollte daher erst einmal diesen Termin abwarten.

Aus charttechnischer Sicht wurde vor kurzem bei rund 22 Euro eine nachhaltige Unterstützungslinie gebildet. Der Widerstand befindet sich bei rund 36 Euro – das sind die Höchststände des laufenden Jahres. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bis jetzt um 12% zulegen können. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 19 und einer Dividendenrendite von rund 1,5% ist das Unternehmen recht fair bewertet.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.