Jenoptik: Jenaer Technologiekonzern schließt 2017 mit Rekordergebnis ab

Jenaer Technologiekonzern nach starken Zahlen wie der Fels in der Brandung. Wachstumsdynamik bleibt hoch. Firmenchef strebt weitere Fokussierung an (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Während es gegen Ende der zurückliegenden Woche an den Aktienmärkten turbulent zuging, stand die Jenoptik-Aktie stabil wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung. Das hatte seinen guten Grund. Denn die vorgelegten Geschäftsergebnisse hatten es wahrlich in sich. Mit neuen Bestmarken und einer deutlichen Dividendenerhöhung sorgte der ostdeutsche Technologiekonzern für Freude bei seinen Anlegern.

Jenoptik im Portrait

Nach dem im Jahr 2006 abgeschlossenen Verkauf des umsatzstarken aber margenschwachen Clean-Systems-Bereichs fokussierte sich Jenoptik vollständig auf das Photonik-Geschäft. Das Unternehmen mit rund 3700 Mitarbeitern, davon 1225 am Hauptsitz in Jena, ist einer der wenigen eigenständigen Industriekonzerne in Ostdeutschland. Der Technologie-Konzern hat eine führende Position bei: Präzisions-Optiken, Verkehrs-Überwachung, neuen Laser-Technologien, Fertigungs-Messtechnik und einzelnen Anwendungen in der militärischen sowie zivilen Fahr- und Flugzeug-Ausrüstung.

Wesentliche Zielkunden sind öffentliche Auftraggeber oder stammen aus: der Auto- und Halbleiter-Industrie, der Medizintechnik, dem Verteidigungs-Sektor, der zivilen Luftfahrt.

Kräftiger Gewinnsprung im abgelaufenen Geschäftsjahr

Im zurückliegenden Geschäftsjahr erwirtschaftete das Unternehmen aus Jena ein Umsatzplus von 9,2% (747,9 Millionen Euro). Beim Gewinn fiel der Zuwachs sogar noch stärker aus. Unterm Strich erzielte Jenoptik einen Gewinnanstieg um fast ein Drittel auf 72,5 Millionen Euro. Damit erreichte der Konzern eine Gewinnspanne von 9,69%. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahr lag die Marge bei 8,38%.

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Fokus auf Optoelektronik

Zukünftig will sich Jenoptik weiter fokussieren und noch stärker auf seine Kernkompetenz im Bereich Optoelektronik konzentrieren. Damit sollen optische Systeme, Laser und Sensoren in den Mittelpunkt rücken. Auch den Verkauf der Militärsparte schloss Firmenboss Stefan Traeger zuletzt nicht mehr aus.

Messlatte für 2018 höher gelegt

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Traeger einen Umsatzanstieg auf 790 bis 810 Millionen Euro. Mut macht dem Firmenchef der deutlich gestiegene Auftragsbestand, der zuletzt um 12% auf 453,5 Millionen Euro nach oben kletterte. Rückenwind erwartet die Gesellschaft auch durch die Installation von Anlagen für die LKW-Maut auf Bundesstraßen. Sie müssen wissen: Jenoptik ist an dem Projekt Toll Collect beteiligt.

Auch beim Blick auf die Gewinnentwicklung zeigt sich Jenoptik zuversichtlich und legt die Latte für die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) höher an. Statt wie bisher rund 10%, sollen jetzt zwischen 10,5 und 11,0% erreicht werden.

Dividendenerhöhung vorgeschlagen

Nach dem erfolgreichen Geschäftsjahr peilt der Technologiekonzern eine höhere Ausschüttung an. Die Dividende soll um 20% auf 30 Cent je Anteilsschein erhöht werden. Auf Basis des aktuellen Kurses von 28,36 Euro entspricht das einer Dividendenrendite von gut 1%.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.