Jenoptik rutscht in die Verlustzone – Firmenboss dennoch optimistisch

Taschenrechner Stift Kurse – shutterstock_84247642 Zadorozhnyi Viktor

Jenoptik-Aktie: Ostdeutscher Technologiekonzern rutscht Corona-bedingt in die Verlustzone. Aber nicht alle Sparten sind betroffen. Firmenboss hält an Jahreszielen fest (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Nach einer rasanten Erholungsrally von über 50% seit Mitte März ist die Aufwärtsbewegung der Jenoptik-Aktie zuletzt ins Stocken geraten. Das lag wohl auch an den präsentierten Quartalszahlen, die gezeigt haben, dass der ostdeutsche Technologiekonzern keineswegs immun gegen die Corona-Pandemie ist. Die Produktionsstillstände zahlreicher Autohersteller sorgten im ersten Quartal für sichtbare Bremsspuren und ließen den Konzern unter dem Strich sogar in die Verlustzone abgleiten.

Jenoptik im Porträt

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell von Jenoptik erst einmal näher vorstellen. Nach dem im Jahr 2006 abgeschlossenen Verkauf des umsatzstarken aber margenschwachen Clean-Systems-Bereichs fokussiert sich Jenoptik vollständig auf das Photonik-Geschäft. Mit Produkten zur Erzeugung (Laser) und der Steuerung (Optiken) von Licht, Sensoren sowie mit kompletten Systemen deckt man die wesentlichen Bereiche entlang der Wertschöpfungskette ab.

Der Technologie-Konzern hat eine führende Position bei:

  • Präzisions-Optiken,
  • Verkehrs-Überwachung,
  • neuen Laser-Technologien,
  • Fertigungs-Messtechnik
  • und einzelnen Anwendungen in der militärischen sowie zivilen Fahr- und Flugzeug-Ausrüstung.

Wesentliche Zielkunden sind öffentliche Auftraggeber oder stammen aus:

  • der Auto- und Halbleiter-Industrie,
  • der Medizintechnik,
  • dem Verteidigungs-Sektor,
  • der zivilen Luftfahrt.

Autoindustrie sorgt für Bremseffekte

Wie eingangs beschrieben machte dem Konzern im Startquartal die Produktionsstillstände der Autobauer zu schaffen. Sie müssen wissen: Jenoptik liefert für die Autoproduktion Laser und Anlagen. Mit seinen rund 4.100 Beschäftigten erzielte das Unternehmen im ersten Quartal einen Umsatz von 164,4 Millionen Euro (-7,8% zum Vorjahresquartal). Der Auslandsanteil am Umsatz lag trotz der Probleme vor allem in China und dann auch in Europa etwa auf dem Vorjahresniveau von fast 75%. Regional betrachtet verzeichneten alle Regionen mit Ausnahme Mittlerer Osten/Afrika Umsatzrückgänge.

Halbleiterbereich zeigt sich weiterhin robust

Kaum Auswirkungen gab es im ersten Quartal hingegen in den anderen Geschäftsbereichen. Vor allem der Bereich mit Halbleiterausrüstung und der Militärbereich zeigten eine stabile Nachfrageentwicklung.

Jenoptik rutsch in die Verlustzone

Bei der Profitabilität musste der Konzern aber deutliche Einbußen verkraften. Der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) schmolz deutlich um 81% auf nur noch 2,5 Millionen Euro zusammen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 0,4 Millionen Euro nach Steuern in den Büchern. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahr lag Jenoptik mit einem Nettogewinn von 10,2 Millionen Euro noch deutlich in der Gewinnzone.

Umsatzziel dennoch bekräftigt

Trotz der Einschläge im ersten Quartal zeigt sich Firmenboss Stefan Traeger weiter optimistisch und hält an seinem Umsatzziel fest. Am Ende soll ein Umsatz von mindestens 800 Millionen Euro durch die Bücher des Konzerns gehen (Vorjahr: 855 Millionen Euro). Vor allem das Plus beim Auftragseingang zum Jahresbeginn von 3,6% auf 211,7 Millionen Euro und eine gesunde Bilanz (160 Millionen Euro Liquidität) stimmen den Konzernlenker zuversichtlich. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) peilt Jenoptik eine Marge von 14,3% an, was 1,4 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres liegt.

Taschenrechner Stift Kurse – shutterstock_84247642 Zadorozhnyi Viktor

Jenoptik will mit Zukauf Wachstum ankurbelnDer ostdeutsche Technologiekonzern Jenoptik schluckt einen hochprofitablen Messtechnik-Spezialisten. Der Deal versetzt die Anleger in Feierlaune. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rene König. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz