Jenoptik will mit Zukauf Wachstum ankurbeln

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Der ostdeutsche Technologiekonzern Jenoptik schluckt einen hochprofitablen Messtechnik-Spezialisten. Der Deal versetzt die Anleger in Feierlaune. (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Kaum lief die Übernahmemeldung über die Ticker, zog die Jenoptik-Aktie kräftig an und schoss um 9% in die Höhe. Der ostdeutsche Technologiekonzern will die Firma Trioptics aus Hamburg schlucken und damit sein Wachstum kräftig ankurbeln. Die Anleger feiern den Deal vorab und treiben die Aktie weiter an. Auch wenn sich damit das Kursplus seit dem März-Tief auf 65% ausbaut, seit dem Jahreswechsel notieren die Papiere noch knapp zweistellig in der Verlustzone.

Jenoptik im Porträt

Bevor ich auf den aktuellen Deal eingehe, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell von Jenoptik erst einmal näher vorstellen. Nach dem im Jahr 2006 abgeschlossenen Verkauf des umsatzstarken aber margenschwachen Clean-Systems-Bereichs fokussiert sich Jenoptik vollständig auf das Photonik-Geschäft. Mit Produkten zur Erzeugung (Laser) und der Steuerung (Optiken) von Licht, Sensoren sowie mit kompletten Systemen deckt man die wesentlichen Bereiche entlang der Wertschöpfungskette ab.

Der Technologie-Konzern hat eine führende Position bei:

  • Präzisions-Optiken,
  • Verkehrs-Überwachung,
  • neuen Laser-Technologien,
  • Fertigungs-Messtechnik
  • und einzelnen Anwendungen in der militärischen sowie zivilen Fahr- und Flugzeug-Ausrüstung.

Wesentliche Zielkunden sind öffentliche Auftraggeber oder stammen aus:

  • der Auto- und Halbleiter-Industrie,
  • der Medizintechnik,
  • dem Verteidigungs-Sektor,
  • der zivilen Luftfahrt.

Tech-Konzern rutscht zum  Jahresauftakt in die Verlustzone

Der in den letzten Jahren erfolgsverwöhnte Konzern musste zum Jahresauftakt mit Gegenwind kämpfen. Vor allem die Produktionsstillstände der Autobauer machten Jenoptik zu schaffen. Sie müssen wissen: Jenoptik liefert für die Autoproduktion Laser und Anlagen. Mit seinen rund 4.100 Beschäftigten erzielte das Unternehmen im ersten Quartal einen Umsatz von 164,4 Millionen Euro (-7,8% zum Vorjahresquartal). Der Auslandsanteil am Umsatz lag trotz der Probleme vor allem in China und dann auch in Europa etwa auf dem Vorjahresniveau von fast 75%.

Stabil zeigte sich hingegen das Geschäft mit Halbleiterausrüstung und der Militärbereich. Unter dem Strich stand ein hauchdünner Verlust von 0,4 Millionen Euro nach einem Gewinn von 10,1 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahresquartal in den Büchern.

Übernahme als Wachstumsbeschleuniger

Ursprünglich peilte Jenoptik für das Gesamtjahr einen Umsatz von 800 Millionen Euro an. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sollte am Ende eine Marge von 14,3% hängen bleiben. Das Ziel dürfte nach der jüngsten Übernahme deutlich übererfüllt werden. Für einen nicht veröffentlichten Kaufpreis will sich Jenoptik den Hamburger Spezialisten Trioptics einverleiben.

Die Transaktion soll sich bereits 2020 positiv auf den Geschäftsverlauf auswirken. Trioptics ist international führender Anbieter von Mess- und Fertigungssystemen für optische Komponenten und Sensoren der digitalen Welt. Dabei wirtschaftet die Firma hochprofitabel. Im zurückliegenden Geschäftsjahr gingen bei Trioptics 80 Millionen Euro an Umsatz durch die Bücher. Mit einer operativen Gewinnmarge vor Abschreibungen von 27% ist Trioptics deutlich profitabler als Jenoptik selbst.

Der Deal selbst soll in zwei Schritten erfolgen. Zunächst will Jenoptik 75 % der Anteile übernehmen, die restlichen Anteile sollen bis Ende 2021 folgen.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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