Jetzt auch bei Starbucks – Künstliche Intelligenz

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Für Starbucks wird die KI die Unmengen an Daten durchforsten, die das Unternehmen bereits in den Bereichen wie Planung, Inventar und Besucherzahlen hat. Es wird die Planung und Inventur automatisieren und auf jedes Restaurant genau abstimmen. (Foto: Grand Warszawski / shutterstock.com)

Starbucks CEO Kevin Johnson ist fest entschlossen, in seinen Cafés eine sinnvolle menschliche Interaktion zu schaffen. Und er kündigte Deep Brew an, das ein Teil dieser Unternehmenskultur sein soll. Bei Deep Brew handelt es sich nicht etwa um eine neue Art der Kaffeezubereitung, sondern ist das Programm für die Künstliche Intelligenz (KI).

Was macht die KI?

Für Starbucks wird die KI die Unmengen an Daten durchforsten, die das Unternehmen bereits in den Bereichen wie Planung, Inventar und Besucherzahlen hat. Es wird die Planung und Inventur automatisieren und auf jedes Restaurant genau abstimmen. Planung und Inventur sind notwendige Aufgaben, sind jedoch monoton und unkreativ, weshalb der CEO die Mitarbeiter davon befreien will. In diesem Zusammenhang geht es bei Deep Brew nicht so sehr um verbesserte Technologien, sondern vielmehr darum, dass Starbucks ein besseres Erlebnis bietet und die Menschen fördert.

In einem Artikel, den er auf der Microsoft-Website LinkedIn veröffentlichte, sagte Johnson, dass wir im “Zeitalter der beispiellosen menschlichen Isolation” leben, die durch die Zeit verursacht wird, in der wir die Schnittstelle zur Technologie und nicht zu anderen Menschen herstellen. Der Deep Brew-Plan sieht vor, diese Entwicklung umzukehren. Eines der Ziele von Deep Brew darin besteht, die Mitarbeiter für eine stärkere Interaktion mit dem Kunden von Routineaufgaben zu befreien.

Starbucks ist auf Kurs

Starbucks ist auch ohne KI auf Kurs und hat zum Jahresende mit neuen Angeboten mehr Kunden in seine Cafés gelockt und deutlich mehr verkauft. In den drei Monaten bis Ende Dezember stieg unterm Strich der Gewinn im Jahresvergleich um 16% auf 886 Mio. $. Damit wurden die Markterwartungen klar übertroffen. Der Umsatz legte um 7% auf 7,1 Mrd. $ zu. Der am Markt stark beachtete Umsatz auf vergleichbarer Verkaufsfläche kletterte um beachtliche 5%. Starbucks eröffnete im abgelaufenen Quartal 539 neue Cafés und brachte es zum Jahresende weltweit auf 31.795 Filialen.

Starbucks ist eine Lifestyle-Marke

Der große Erfolg von Starbucks beruht auch darauf, dass die Kunden Starbucks als Lifestyle-Marke wahrnehmen. Sie verbinden sich mit dem Markenimage ebenso wie mit dem Produkt. Wenn es nur um Kaffee ginge, dann sollten die Konkurrenten von Starbucks ähnliche Ergebnisse erzielen. Tun sie aber nicht. Dunkin’ Brands beispielsweise hat ein ähnliches Angebot, und McDonald’s ist billiger. Dennoch erzielte Dunkin’ nur 1,5% Wachstum im 3. Quartal, verglichen mit 7% bei Starbucks. McDonald’s wuchs nur um 2%.

Fazit

Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27 sieht Starbucks vielleicht teuer aus. Angesichts des dynamischen Wachstums, halte ich den Bewertungsaufschlag für gerechtfertigt. Andere Hersteller für Verbrauchsprodukte wie Colgate oder Kraft-Heinz liegen auf ähnlichem Niveau. Außerdem überrascht Starbucks immer wieder mit neuen Ideen (KI). Starbucks hat im jüngsten Quartal besser verdient als erwartet, aber vor Ungewissheiten aufgrund des Corona-Virus gewarnt. Der Ausblick für 2020 wird erst aktualisiert, wenn die Folgen vernünftig eingeschätzt werden können.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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