Jetzt auf Devisen setzen? Die Renditefalle: Pfund auch nicht attraktiv

Währungsspekulationen haben wir an dieser Stelle oft abgelehnt.

Dies bleibt auch in der aktuellen Börsensituation die richtige Strategie. Denn:

Währungen schwanken in aller Regel ungeahnt hin und her. Mehrfach bereits sahen Investoren den Euro bei 1,60 Dollar – und jetzt fehlen fast 25%.

Dollar immer schwankend – auch in DM-Zeiten

Zudem hat der Dollar selbst schon in DM-Zeiten Schwankungen von weit unter 2 DM bis über 3 DM hingelegt. Auch wer in das britische Pfund investierte, hat manche Überraschung erleben und hinnehmen müssen.

Jetzt aber raten Analysten dazu, auf das britische Pfund zu setzen. Was könnte der Grund sein? Die stabile Wirtschaft ist es nicht.

Analysten setzen auf den Kurs – die Falle

Die Schätzungen beruhen alleine auf der Kursentwicklung der vergangenen Wochen. Da hat etwa das britische Pfund gegenüber dem Euro scheinbar stark zugelegt. Bei Lichte betrachtet sind es in den vergangenen beiden Wochen jedoch lediglich 2% gewesen.

Zudem: Auch gegenüber dem Jahresanfang hat die britische Währung knapp 5% gewonnen. Eine einfache Investition reicht in solchen Fällen für hohe Gewinne demnach nicht aus. Das bedeutet:

  • Währungsspekulationen sind oft Hebelspekulationen. Derivate wie Hebelzertifikate oder Optionsscheine sollten hier hohe Gewinne bringen. Nur:
  • Gerade die Derivate, die oft in Zeitungen und Magazinen empfohlen werden, lohnen in aller Regel die Investition nicht. Denn:
  • Die Laufzeit ist oft so kurz – oder die Gewinnschranken so nah – dass die Investitionen viel zu früh ausgebremst werden. Das heißt:
  • Die meisten Derivate-Positionen, die nicht von unabhängigen Analysten begleitet werden, rutschen schnell ins Minus. Dies zeigen auch Statistiken, die von Verlusten von über 80% ausgehen.

Kein Wunder: der Devisenmarkt ist der umsatzstärkste Handel weltweit, täglich werden Billionen US-Dollar um die Erde geschickt. Die unterschiedlichsten Interessen sorgen schließlich dafür, dass die Währungen überraschend schwanken können.

Nicht in britisches Pfund investieren

Daher bietet sich aktuell auch keine Investition in das britische Pfund an. Die Ausrichtung am Kursverlauf der vergangenen Tage bringt in diesem Fall wenig.

Denn die Handelsströme bei Währungen sich oft nicht nur auf die Währungen beziehen, sondern vom Handel und den entsprechenden Währungsverbindlichkeiten abhängen.

Das bedeutet: Hier können auch antizyklische Absicherungsgeschäfte plötzlich eine Währung nach oben hieven, die es wirtschaftlich „nicht verdient“ hätte.

GeVestor meint: falls Sie auf das Pfund oder den Dollar setzen möchten, dann aus Vorsichts- und Renditegründen am besten nur in kleinen Einheiten. Derivate bieten sich nur an, wenn Sie Expertenmeinungen umsetzen können.

Wer wirksam die Euro-Schwäche nutzen möchte, fährt mit Exportwerten wie BMW gut. Die Aktie des Münchener Autobauers haben wir Ihnen in einem vorhergehenden Beitrag bereits empfohlen.

30. Mai 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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