Jetzt kürzen die Goldminen auch noch die Dividende

Immer mehr Rohstofffirmen stehen vor harrten Einschnitten. Neben der Aussetzung von neuen Projekten gehören auch Kürzungen oder sogar die Aussetzung der Dividende mit dazu. Erst im vergangenen Jahr machten viele Goldproduzenten mit hohen Ausschüttungen Schlagzeilen. Zwischenzeitlich brachten es Minenwerte auf Dividendenrenditen von 3% und mehr pro Jahr.

Das ist schon sehr ungewöhnlich für diese Branche. Doch diese Zeit ist erst einmal wieder vorbei. Jetzt kappen viele Produzenten die Dividende, um die eigene Bilanz nicht zu schwächen. Viele Minen müssen dazu gar keine Veröffentlichungen machen, denn sie haben die Dividende an den Goldpreis gekoppelt. Und auf dem aktuellen Niveau ist dann die Ausschüttung sowieso schon extrem geschrumpft. Gestern hat jedoch der Goldproduzent Iamgold eine komplette Streichung der Dividende angekündigt.

Das ist ein klares Signal und zeigt einmal mehr, wie stark diese Branche unter Druck steht. Bei Iamgold sorgen vor allem die hohen Produktionskosten für die Probleme. Im Endeffekt bleibt kaum noch etwas übrig.

Der Cashflow war zuletzt sogar negativ. Derzeit liegen die Kosten der Produktion bei Iamgold laut der eigenen Planung in einem Bereich zwischen 1.150 und 1.250 Dollar pro Unze. Bei einem Durchschnittspreis für die Feinunze Gold von 1.327 Dollar im 3. Quartal sehen Sie ganz klar: Da bleibt kaum etwas übrig.

Iamgold senkt schon die Kosten – Aber reicht das aus für ein erfolgreiches 2014?

Zwar läuft bei Iamgold ein Kostensenkungsprogramm und bis Ende 2013 werden wohl Einsparungen in Höhe von 100 Mio. Dollar umgesetzt worden sein. Doch das reicht kaum aus, um die Ertragskraft wieder zu steigern.

Da war es tatsächlich naheliegend die Dividende erst einmal zu streichen. Die hatte im dritten Quartal schon einen massiven Einfluss auf die Ertragskraft gehabt: Die Ausschüttung betrug eben im dritten Quartal 55 Mio. Dollar. Gleichzeitig erzielte Iamgold aber nur 63 Mio. Dollar an Einnahmen aus den verschiedenen Minen.

Dementsprechend schwach fällt auch die Bilanz von Iamgold an der Börse aus: In nur zwölf Monaten hat die Aktie nahezu zwei Drittel an Wert eingebüßt. Und hier handelt es sich um einen Produzenten und nicht um einen kleinen Explorer, der vielleicht in den kommenden Jahren eine Mine an den Start bringen wird.

Bei dieser angespannten Lage werden sicherlich einige spektakuläre Übernahmen in den nächsten 12 Monaten stattfinden: Firmen mit einer schwächeren Bilanz werden wohl nur mit einem stärkeren Partner auch wirklich überleben können.

Laut einer aktuellen Analyse der Rohstoffexperten von Industrial Alliance Securities werden vor allem Projekte mit niedrigen Kosten, einem niedrigen politischen Risiko und einer einfachen geologischen Beschaffenheit des Vorkommens besonders attraktiv sein. Welche Titel hier besonders im Fokus stehen, erfahren Sie in einer weiteren Ausgabe.

12. Dezember 2013

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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