Jetzt wird es ernst: Der BrExit kommt wirklich

Nun wird es konkret beim BrExit: Heute hat die britische Premierministerin Theresa May ihre Pläne zum Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union vorgelegt.

Schon im Vorfeld waren Einzelheiten des 12-Punkte-Plans an die Öffentlichkeit gekommen.

Allein das schon hat das britische Pfund zuletzt noch mal unter Druck gesetzt. Insgesamt hat die britische Währung seit dem Votum für den Ausstieg im Juni 2016 rund 20% an Wert verloren.

Die Folgen dieser Entwicklung sind bisher schon deutlich zu spüren:

Aktuell treibt Export die britische Wirtschaft erst einmal an

Eine erstaunliche Tatsache dabei: Im 3. Quartal 2016 ist die britische Wirtschaft sogar um 2,2% wachsen.

Das war die höchste Zuwachsrate der britischen Wirtschaft seit dem Frühjahr 2015. Gestützt wurde dieser Zuwachs vor allen Dingen auf den starken Export.

Der wiederum wurde ausgelöst durch das schwache britische Pfund. Britische Waren werden so im Ausland erschwinglich, weil die eigene Währung an Wert verliert.

Einen ähnlichen Effekt erleben derzeit auch europäische Unternehmen – vor allen Dingen deutsche Automobilwerte. Im Vergleich zum US-Dollar ist der Euro auch derzeit sehr schwach; das schiebt den Export an.

Aber in Großbritannien hat die schwache Währung natürlich auch negative Folgen: So werden Waren für Briten im Land teurer.

Das liegt schlicht und einfach daran, dass Unternehmen im Ausland mit der eigenen schwachen Währung einkaufen müssen und die Produkte dann verkaufen. Das geht nur, indem Preise steigen.

Gleichzeitig werden Urlaubsreisen für Briten derzeit deutlich teurer. Im Gegenzug ist es für Ausländer sehr attraktiv in Großbritannien Urlaub zu machen; dort bekommt man aktuell eben 20% mehr für sein Geld.

Eine Sache ist nach der Rede von Theresa May übrigens jetzt schon klar: Es wird keinen Rückzug vom Brexit geben. So strebt das Land die komplette Trennung von der EU an.

Und genau dieser angestrebte harte BrExit wird sicherlich auch klare Folgen für die Weiterentwicklung in der Europäischen Union haben.

BrExit ist erst der Anfang – weitere Länder werden folgen

Ich sehe große Gefahren für den weiteren Fortbestand der Gemeinschaft. Denn wenn nun ein Land den Austritt so massiv vollzieht wie von Großbritannien geplant, wird das auch andere Wackel-Kandidaten auf den Plan rufen.

In Frankreich oder auch in Italien gibt es schon starke Bestrebungen, die ebenfalls einen Austritt aus der EU vorantreiben wollen.

Insofern ist der nun bevorstehende BrExit so etwas wie ein Startsignal für eine Bewegung in ganz Europa. An deren Ende ist es sehr gut möglich, dass die EU so, wie wir sie heute kennen, nicht mehr bestehen wird.

17. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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