Jetzt wird gekauft! Daimler + 20 % | Münchener Re + 18 % | Volkswagen + 17 %

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DAX & Co. preschen nach oben. Es gibt heute kein Halten. Es wird gekauft, was der Markt hergibt. Schwankungen bleiben hoch. Wer schon gekauft hat, freut sich. (Foto: Tadeas Skuhra / Shutterstock.com)

Kaufpanik Teil 2. Der DAX sprintet heute steil nach oben und auch die anderen Börsen folgen. 5 bis 10 Prozent steigen die einzelnen Indizes. „Jetzt geht die Rallye endlich los! Greifen Sie noch schnell zu, bevor die Kurse morgen schon wieder 10 Prozent höher stehen.“ So wirkt das Verhalten gerade an der Börse. Es wird gekauft, als gäbe es kein Morgen mehr.

Genau das ist jetzt eingetreten, was Sie hier schon mehrmals lesen konnten. Nach steil fallenden Kursen, steigen die Kurse auch wieder steil. Natürlich sind wir noch Lichtjahre davon entfernt auch nur ansatzweise an vorherige Hochs anzuknüpfen. Doch das Sentiment dreht gerade deutlich! Da sausen dann auch niedergeknüppelte Aktien wie Daimler und Münchener Rück wieder wie eine Rakete nach oben.

DAX-Ziel: 10.380 oder 10.440 Punkte

Nein, wir werden nicht gleich wieder bei 13.600 Punkten stehen. Auch wenn das natürlich schön wäre. Derartige Crashs müssen verarbeitet werden und das geht meist Stück für Stück. In der Regel laufen wir jetzt an das 38er Fibonacci-Retracement an. Das liegt bei etwa 10.380 Punkten. Bei 10.440 liegt noch eine offene Kurslücke – die wäre das Bonusziel der Erholung.

An diesem Punkt steigen dann die Privatanleger gerne ein, weil jetzt die Kurse ja offensichtlich wieder steigen. Kurze Zeit später wundern sie sich, warum der DAX ein neues Tief erreicht hat.

Es muss nicht so kommen. Die Notenbanken und Staaten haben den Geldhahn aufgedreht, um während dieser Phase des Ausgangsverbots die Masse der Unternehmen am Leben zu halten. Wir könnten also sogar auch weiter nach oben laufen. Doch die Strecke bis zur 10.380 ist nicht ohne. Vor wenigen Tagen standen wir bei 8.270 im DAX. Da sind über 2.000 Punkte Erholung auch schon sportlich.

Jetzt erleben wir die erste richtige Gegenbewegung im Crash und diese läuft gerne das 38er Retracement an. Eine zweite Welle nach unten folgt dann meist, die sogar tiefere Tiefs erreicht. Die 7.500 Punkte im DAX sind also noch nicht vom Tisch.

Nichtsdestotrotz hatten und haben wir immer noch günstige Kurse der DAX-Aktien. Es kommt natürlich immer darauf an, für welche Sorte Sie sich entscheiden. Eine Allianz, die heute knapp 15 Prozent zulegen konnte, ist sicherlich immer noch attraktiver, als eine Daimler, die sogar teilweise 22 Prozent im Plus war.

Idealerweise haben Sie letzte Woche schon zugegriffen. Möglicherweise wird es noch einmal günstiger. Wer jetzt noch nicht gekauft hat und den Kursen heute schon hinterherschaut, kann leichte Kaufpanik bekommen. Es wäre schon verrückt, wenn wir das Tief schon gesehen hätten. Bei diesem Crash ist alles möglich.

Allerdings gibt es noch reichlich Fonds mit Schieflagen. Außerdem haben immer noch viele Anleger in den USA Aktien auf Kredit gekauft. Da befinden wir uns immer noch bei einem Hebel, der eigentlich erst reduziert werden muss, bevor es nachhaltig wieder nach oben geht.

Wenn wir bei nächsten Hexensabatt im Juni 2020 um die 10.000 Punkte stehen, wäre das durchaus realistisch. Doch bis dahin wird der DAX noch einiges an Strecke zurücklegen. Die Volatilität sinkt zwar tendenziell etwas, bleibt aber weiterhin auf extrem hohem Niveau. Bleiben Sie angeschnallt. Eine grüne Tageskerze macht noch keine Wende.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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