Joe Bidens Energiepolitik sollte Aufwind bringen

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Die Stromerzeugung in den USA soll sauberer werden, der neue Präsident setzt in Zukunft verstärkt auf erneuerbare Energien. (Foto: V. Franz Metelec – Fotolia.com)

Der neue Präsident bringt auch für die Wirtschaft einige Neuerungen. Neben den Hilfen für die Bürger in der Corona-Krise und Staatshilfen für einige Unternehmen, führt Joe Biden eine grüne Energie- und Klimapolitik. Dies spricht Unternehmen, deren Hauptgeschäft im Bereich der erneuerbaren Energien liegt, eine rosige Zukunft zu. Möglicherweise sind schon einige Vorboten zu sehen.

Das auf Windenergie spezialisierte Unternehmen Vestas macht mittlerweile 39% seines Umsatzes in den Staaten und konnte den Umsatz in Amerika im vergangenen Jahr um 50% auf 5,8 Mrd. € steigern. Biden will in den nächsten 10 Jahren über 400 Mrd. $ in saubere Energie und Innovation investieren. Weiterhin sollen umweltverschmutzende Unternehmen zukünftig ihre Verantwortung tragen. Dies könnte eine, wie in Deutschland 2021 eingeführte, Steuer für CO2-Emissionen nach sich ziehen. Durch diese politischen Anreize sollen die USA bis 2050 CO2-neutral werden.

Erneuerbare Energien profitabler als fossile

Jahrelang schon herrscht unter den Technologien für erneuerbare Energien ein Wettbewerb zur Kostenreduktion. Seit 2010 fiel der Preis für Photovoltaik-Anlagen um 82% auf 0,068 $ je kWh. Im Vergleich werden fossile Energieträger zunehmend teurer. Für Öl müssen neue und teure Methoden wie Fracking angewandt werden, um die nötigen Ölmengen liefern zu können.

Und auch Braunkohle und Gas leiden unter zunehmendem Preisdruck. Ein weiterer Faktor ist das politische Risiko, das mit fossilen Energieträgern einhergeht. Viele Staaten führen wie Deutschland CO2-Steuern ein. Eine Steuerlast, zusätzlich zu höheren Kosten, würde dazu führen, dass viele traditionelle Unternehmen mit ihrem Geschäftsmodell in die Verlustzone rutschen würden. Dies passiert schon heute bei diversen Preisschwankungen.

Im vergangenen Jahr, zu Beginn der Corona-Krise, fiel der Ölpreis so stark, dass einige Ölkonzerne innerhalb weniger Monate Insolvenz anmelden mussten. Die geopolitischen Risiken der fossilen Energieträger sind bei Unternehmen mit Fokus auf erneuerbaren Energien umso geringer. Erneuerbare Energien gehen oft mit einer starken Dezentralisierung einher. Der Fokus liegt auf vielen kleineren Anlagen im Vergleich zu enormen Kohlekraftwerken oder gar Atomkraftwerken.

Staatliche Regulierung, ansteigende Kosten, sinkende Beliebtheit und Umweltrisiken machen die ehemaligen Mächte der Energiebranche zu einem Risikofaktor in einem Portfolio. Unternehmen hingegen, die stark auf erneuerbare Energien setzen, könnten gute, langfristige Investments werden. Vestas schaffte es bereits das zweite Jahr in Folge, den Umsatz um 20% zu steigern. Iberdrola möchte die eigene Kapazität bis 2030 verdreifachen.

NextEra Energy in meine Beobachtungsliste aufgenommen

Das in Florida ansässige amerikanische Energieversorgungsunternehmen NextEra Energy wird ab dieser Ausgabe Teil der Aktien-Analyse. Im vergangenen Jahr wurde der bereinigte Gewinn um 10,5% gesteigert, und es befinden sich aktuell 15 GW im Bau für neue Anlagen. Außerdem wurde kürzlich eine Übernahme in Höhe von 660 Mio. $ abgewickelt. Die Geschichte des Unternehmens reicht zurück bis zur Gründung der Florida Power & Light Company 1925. Das Unternehmen entwickelte sich seitdem zu einem der größten Lieferanten erneuerbarer Energien in den USA.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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