John Paulson: Hochgelobt und tief gefallen

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Top-Insidertransaktionen der Woche: Millionenschwere Aktienkäufe bei dem Vermieter von Mobilfunkmasten Crown Castle International (Foto: Steve Heap / shutterstock.com)

Hochgelobt und tief gefallen. Passender könnte ein Sprichwort auf den Hedgefondsmanager John Paulson wohl kaum zutreffen. Der Gründer und Chef der Finanzfirma Paulson & Company sorgte für Schlagzeilen, weil er Mitte des vergangenen Jahrzehnts frühzeitig und im großen Stil auf den Einbruch am US-Immobilienmarkt und das Platzen der Hypothekenfinanzierungen vieler weniger gut betuchter US-Amerikaner spekuliert hatte.

Mit seinem Investment lag er goldrichtig und fuhr für seine Investoren beeindruckende Renditen ein. Während sich viele Aktienindizes während der Finanzkrise halbierten, explodierten die Vermögenswerte von Paulson regelrecht. In 2017 brachte es sein Depot auf ein Plus von 51,74% und auch im Folgejahr war die Entwicklung mit 6,28% um 43% besser als der Vergleichsindex S&P 500.

Der Erfolg machte sich auch monetär bemerkbar. Beinahe vier Milliarden Dollar sollen an Paulsons während der Finanzkrise geflossen sein. Auch danach lief es vorerst wie geschmiert. Glaubt man dem “Wall Street Journal”, hat Paulson im Jahr 2010 einen Verdienst von fünf Milliarden Dollar und damit den größten Gehalts-Scheck der Fondsmanagergeschichte eingestrichen. Zu seinen Glanzzeiten (Q1 2011) verwaltet Paulson die stolze Summe von 33,79 Milliarden Dollar.

Was jedoch viele nicht so aufmerksam verfolgt haben dürften: Seit dieser Zeit lief es für Paulson im Finanzgeschäft alles andere als erfreulich. Nach dem Erfolg mit den Hypothekenpapieren ist die Performance des Hedgefonds-Managers zunehmend holprig geworden. Seither hinkt der einstige Erfolgsmanager dem breiten Aktienmarkt mächtig hinterher. Das verwaltete Volumen linkt aktuell „nur“ noch bei knapp über 4 Milliarden Dollar. Doch an das Aufgeben denkt Paulson noch lange nicht.

Unter den Top-Aktienposition von Paulson finden Sie momentan zahlreiche Pharma und Biotechnologiefirmen, mit denen der Fondsmanager wieder in die Erfolgsspur zurückfinden will:

Bausch Health Companies

Eine der größten Positionen ist die Aktie von Bausch Health (ehemals Valeant Pharmaceuticals International). Paulson hält insgesamt Aktien im Gegenwert von 384 Millionen Dollar, was rund 9,2% seiner kompletten Vermögenswerte beziehungsweise 5,94% aller ausstehenden Firmenanteile entspricht. Im vergangenen Quartal hat der Fondsmanager die Positionsgröße nicht verändert.

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Im zurückliegenden Geschäftsjahr gingen bei dem Pharmakonzern Umsätze von 8,38 Milliarden Dollar durch die Bücher. Allerdings verharrte Bausch Health mit einem Jahresverlust von 4,14 Milliarden Dollar tief in der Verlustzone.

Mylan

Mit einer Gewichtung von 7,22% gehört die Mylan-Aktie ebenfalls unter die Top-Positionen des Hedgefondsmanagers. Insgesamt hält Paulson Aktien im Gegenwert von rund 300 Millionen Dollar, was 2,13% aller Stimmrechte des Konzerns entspricht. Mylan ist ein niederländisches Arzneimittelunternehmen mit Hauptsitz in Amsterdam und operativer Hauptzentrale in Hatfield im Vereinigten Königreich. Der Konzern entwickelt, lizensiert, produziert und vermarktet Generika, Spezialpharmazeutika und pharmazeutische Zutaten . Auf diesen Gebieten gehört das Unternehmen eigenen Angaben zufolge zu den weltweit führenden Marktteilnehmern.

Als Spezialpharmazeutika hebt Mylan vor allem medizinische Produkte in den Bereichen Atemwegserkrankungen, Allergien und Psychotherapie hervor. Verkauft werden die Produkte in mehr als 150 Ländern. Der Pharmariese erzielte in 2018 einen Jahresumsatz von 11,43 Milliarden Dollar und erwirtschaftete damit einen Gewinn in Höhe von 353 Millionen Dollar.

Discovery

Mit Discovery setzt Paulson auf ein US-amerikanisches Medienunternehmen. Das Unternehmen ist in zwei Segmenten tätig, U.S. Networks und International Networks. Dabei besitzt und betreibt der Konzern verschiedene Fernsehsender. Discovery betreibt auch Produktionsstudios, die Inhalte entwickeln und produzieren, sowie digitale Produkte und Websites. Paulson ist bei Discovery bereist seit dem vierten Quartal 2017 investiert. Aktuell hält er 11,72 Millionen Aktien und hat damit 6,48% seiner Vermögenswerte in den Unterhaltungskonzern gesteckt.

Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte der Konzern bei einem Umsatz von 10,55 Milliarden Dollar eine Gewinnspanne von 5,82%, was einem Gewinn in Höhe von 614 Millionen Dollar entspricht.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.