John Paulson: Starfondsmanager setzt voll auf die Pharmabranche

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So positioniert sich die Investment-Legend John Paulson: Hedgefondsmanager bleibt seiner Aufstellung treu. Starker Fokus auf die Pharmabranche erweist sich in der Corona-Krise als goldrichtig und beschert Paulson hohe Gewinne (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Hochgelobt und tief gefallen. Passender könnte ein Sprichwort auf den Hedgefondsmanager John Paulson wohl kaum zutreffen. Der Gründer und Chef der Finanzfirma Paulson & Company sorgte für Schlagzeilen, weil er Mitte des vergangenen Jahrzehnts frühzeitig und im großen Stil auf den Einbruch am US-Immobilienmarkt und das Platzen der Hypothekenfinanzierungen vieler weniger gut betuchter US-Amerikaner spekuliert hatte.

Mit seinem Investment lag er goldrichtig und fuhr für seine Investoren beeindruckende Renditen ein. Während sich viele Aktienindizes während der Finanzkrise halbierten, explodierten die Vermögenswerte von Paulson regelrecht. In 2017 brachte es sein Depot auf ein Plus von 51,74% und auch im Folgejahr war die Entwicklung mit 6,28% um 43% besser als der Vergleichsindex S&P 500.

Der Erfolg machte sich auch monetär bemerkbar. Beinahe vier Milliarden Dollar sollen an Paulsons während der Finanzkrise geflossen sein. Auch danach lief es vorerst wie geschmiert. Glaubt man dem “Wall Street Journal”, hat Paulson im Jahr 2010 einen Verdienst von fünf Milliarden Dollar und damit den größten Gehalts-Scheck der Fondsmanagergeschichte eingestrichen. Zu seinen Glanzzeiten (Q1 2011) verwaltet Paulson die stolze Summe von 33,79 Milliarden Dollar. Was jedoch viele nicht so aufmerksam verfolgt haben dürften: Seit dieser Zeit lief es für Paulson im Finanzgeschäft alles andere als erfreulich. Nach dem Erfolg mit den Hypothekenpapieren ist die Performance des Hedgefonds-Managers zunehmend holprig geworden. Seither hinkt der einstige Erfolgsmanager dem breiten Aktienmarkt mächtig hinterher. Das verwaltete Volumen linkt aktuell „nur“ noch bei knapp 2,6 Milliarden Dollar. Doch an das Aufgeben denkt Paulson noch lange nicht.

Unter den Top-Aktienposition von Paulson finden Sie momentan zahlreiche Pharma und Biotechnologiefirmen, mit denen der Fondsmanager wieder in die Erfolgsspur zurückfinden will:

Bausch Health Companies

Die größte Position ist die Aktie von Bausch Health (ehemals Valeant Pharmaceuticals International). Paulson hält insgesamt Aktien im Gegenwert von 323 Millionen Dollar, was rund 12,3% seiner kompletten Vermögenswerte beziehungsweise 5,87% aller ausstehenden Firmenanteile entspricht. Im vergangenen Quartal hat der Fondsmanager die Positionsgröße nicht verändert.

Bausch Health Companies entwickelt, produziert und vermarktet eine Reihe von Arzneimitteln, Medizinprodukten und rezeptfreien Produkten (OTC), hauptsächlich in den therapeutischen Bereichen Augengesundheit, Gastroenterologie und Dermatologie. Im letzten Vierteljahr gingen bei dem Pharmakonzern Umsätze von 2,01 Milliarden Dollar durch die Bücher. Dabei verharrte Bausch Health mit einem Verlust von 152 Millionen Dollar in der Verlustzone.

Horizon Therapeutics

Mit einer Gewichtung von rund 9,2% ist die Horizon Therapeutics-Aktie die zweitgrößte Aktienpositionen des Hedgefondsmanagers. Insgesamt hält Paulson Aktien im Gegenwert von rund 242 Millionen Dollar, was 4,28% aller Stimmrechte des Konzerns entspricht. Im letzten Quartal hat Paulson die Position nicht verändert, aber durch die starke Entwicklung (+33% seit Jahresbeginn) Hat die Position an Bedeutung gewonnen.

Horizon Therapeutics ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von Medikamenten konzentriert, die den ungedeckten Behandlungsbedarf für seltene und rheumatische Erkrankungen decken.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr erwirtschaftete der Konzern bei einem Umsatz von 1,3 Milliarden Dollar einen Reingewinn in Höhe von 573 Millionen Dollar.

Takeda Pharmaceuticals

Mit Takeda Pharmaceuticals setzt Paulson auf einen weiteren Gesundheitskonzern. Paulson hält Aktien im Gegenwert von 200 Millionen Dollar, was rund 7,7% seiner gesamten verwalteten Vermögenswerte entspricht. Insgesamt hält Paulson damit 0,43% aller ausstehenden Firmenanteile des Konzerns.

Takeda Pharmaceuticals ist ein forschendes, weltweit tätiges japanisches Pharmaunternehmen mit dem Fokus auf verschreibungspflichtigen Medikamenten. Das Unternehmen bietet Arzneimittel in verschiedenen therapeutischen Bereichen an, darunter Gastroenterologie, Krebs, neurologische und psychiatrische Erkrankungen und seltene Krankheiten wie Immunologie und Hämatologie sowie Therapien und Impfstoffe aus Plasma. Mit knapp über 30 Milliarden Dollar Jahresumsatz gehört der Konzern zu den führenden Gesundheitsfirmen.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.