Johnson & Johnson-Aktie: Gesundheitsriese schluckt Hersteller von Operationsrobotern

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Gesundheitsgigant Johns & Johnson peilt Milliardenübernahme von Auris Health an. Operationsroboter sollen zur Krebsbehandlung eingesetzt werden. (Foto: Raihana Asral / Shutterstock.com)

Der Markt für Operationsroboter wird momentan von dem Platzhirschen Intuitive Surgical aus den USA beherrscht und weckt viele Begehrlichkeiten. Kein Wunder, glänzt der Marktführer seit Jahren mit hohen Wachstumsraten und Gewinnspannen jenseits der 20%-Marke. Zuletzt gingen bei Intuitive Surgical immerhin 3,72 Milliarden Dollar an Umsatz durch die Bücher und der Nettogewinn lag bei beeindruckenden 1,12 Milliarden Dollar. Dabei machen die minimalinvasiven Operationen mit Hilfe der Roboter durchaus Sinn. Bei vielen Operationen reichen heute kleine Schnitte. Der Patient verliert weniger Blut und die Genesungszeit verkürzt sich.

Das Wachstumspotenzial gilt unter Experten als riesig. Neuste Studien rechnen bis 2023 mit jährlichen Zuwächsen von über 20%. Von diesem Kuchen möchte sich der US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson (J&J) eine gute Scheibe abschneiden und geht jetzt ins Risiko. Mit der milliardenschweren Übernahme des Roboterspezialisten Auris will sich das Unternehmen in dem Zukunftsmarkt positionieren.

Johnson & Johnson im Portrait

Johnson & Johnson ist ein international tätiger Hersteller und Anbieter von Gesundheitsprodukten und Konsumgütern mit Hauptsitz in New Brunswick im US-Bundesstaat New Jersey. Zum Portfolio gehören sowohl verschreibungspflichtige wie auch frei erhältliche Präparate, darunter Wirkstoffe gegen Pilzinfektionen, Wundsalben, Kosmetika, Augentropfen, Schmerzmittel und Kontaktlinsen.

Über Akquisitionen ist das Unternehmen auch verstärkt in den Bereichen Orthopädie, Diabetesforschung oder Kardiologie tätig und vertreibt außerdem Wirkstoffe gegen Krankheiten wie Schuppenflechte oder Rheuma. Die umfangreiche Produktpalette wird unter bekannten Marken wie Johnson’s, Neutrogena, Band Aid, Listerine oder Carefree vertrieben.

Milliardendeal mit Roboterfirma

Zusätzlich will der US-Konzern jetzt im Geschäft mit Robotern wachsen. J&J kauft deshalb für 3,4 Milliarden US-Dollar die auf Roboter für die Chirurgie spezialisierte Firma Auris Health. Der Kaufpreis kann sich, wenn bestimmte Meilensteine erreicht werden, noch um 2,35 Milliarden Dollar erhöhen.

Auris Health ist spezialisiert auf Technologien zur Behandlung von Lungenkrebs. Die Firma entwickelt Robotertechnologien und ihr erstes Produkt – die Monarch-Plattform – wurde bereits von der US Food and Drug Administration zugelassen. Die Plattform ermöglicht es Chirurgen, kleine und schwer zugängliche Lungenknoten frühzeitig zu erreichen, um Lungenkrebs zu diagnostizieren und zu behandeln.

Monarch verwendet dabei ein Endoskopieverfahren, um einen flexiblen Roboter an schwer zugänglichen Stellen im menschlichen Körper einzusetzen. Auf dem System geschulte Ärzte navigieren mit Hilfe von 3D-Modellen mit Hilfe von Videospiel-Controllern.

Gründer ist kein Unbekannter

Unter Experten ist Auris Health übrigens alles andere als unbekannt. Denn der Seriengründer Fred Moll, der das Unternehmen aus der Taufe hob, war bereits Mitgründer des Weltmarktführers Intuitive Surgical und Hansen Medical.

Allianz mit Google-Tochter

Weitere Robotikinitiativen laufen bei J&J durch die Zusammenarbeit mit Verb, der Partnerschaft mit Verily, einer Tochtergesellschaft der Muttergesellschaft von Google sowie durch die Übernahme von Orthotaxy, einem auf Knieoperationen spezialisierten Robotikunternehmen. Die Bemühungen sind also durchaus ernst zu nehmen. J&J arbeitet derzeit auch an der Entwicklung eines vernetzten digitalen Ökosystems, das Robotertechnologie und -daten nutzt, um die Ergebnisse der Patienten zu verbessern.

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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.