Johnson & Johnson: Krisenresistenter Dauerläufer

Johnson & Johnson zählt zu den erfolgreichsten Unternehmen weltweit. Die breite Angebotspalette aus Medikamenten, Hygiene- und Pflegeartikeln und medizinischen Instrumenten wird in 175 Ländern vertrieben.

Starke Marken mit Wiedererkennungswert

Johnson & Johnson hat in allen Geschäftsbereichen ein starkes Markenportfolio aufgebaut. Bei den Konsumgütern haben die Hygiene- und Pflegeartikel von bebe, Listerine, Neutrogena, carefree oder o.b. einen deutlichen Wiedererkennungswert.

Johnson & Johnson steht für Qualität. Den hervorragenden Markenaufbau erkennt man auch daran, dass die Produkte Statuscharakter besitzen. Damit können deutlich höhere Verkaufspreise am Markt durchgesetzt werden.

Bedeutende Forschungsleistungen …

Doch das Konsumgütergeschäft macht nur 20% des Gesamtumsatzes aus. Wichtigster Wachstumstreiber ist das Pharmageschäft. Vor allem die Mittel gegen Krebs und Infektionskrankheiten sind maßgeblich für die Wachstumsdynamik. Grund dafür ist die gute Forschungsarbeit.

Erst im Februar erhielt Johnson & Johnson eine US-Zulassung für das neue Leukämie- Medikament Imbruvica. Weitere Zulassungen stehen noch aus. Im Kampf gegen Ebola mischt Johnson & Johnson ganz vorn mit. Gemeinsam mit der dänischen Bio-Techfirma Bavarian Nordic wird unter Hochdruck an einem Impfstoff geforscht.

… sorgen für Durchbruch im Kampf gegen Ebola

Jetzt gelang Johnson & Johnson der Durchbruch. Es wurde ein Impfstoff entwickelt, der sich bei Tierversuchen als sicher und wirkungsvoll erwies. Unter normalen Umständen müssen langfristige Tests an Tieren durchgeführt werden, um das Mittel überhaupt am Menschen testen zu dürfen. Aufgrund der akuten Gefährdungslage in Afrika könnte aber eine Sondergenehmigung erlassen werden.

Sollte der Impfstoff die Marktzulassung erhalten, winken Johnson & Johnson immense Mehreinnahmen, denn nahezu alle Industriestaaten haben Hilfen in Millionenhöhe versprochen. Die WHO sprach sich für die früheren Tests aus. Liefert der Impfstoff die gewünschten Erfolge, wäre das ein Meilenstein im Kampf gegen Ebola. Schon im Januar könnte der Impfstoff zum Einsatz kommen.

Jahresprognose angehoben

In den ersten 9 Monaten konnte der Umsatz bereits um 5,9% auf 56,1 Mrd. $ gesteigert werden. Durch den Verkauf neuer Medikamente wie dem Hepatitis-Mittel Olysia erzielte der Pharmabereich mit einem Plus von 25,8% den größten Zuwachs.

Unterm Strich stieg der Nettogewinn um 33,8% auf 13,8 Mrd. $. Für das Gesamtjahr wurde die Prognose angehoben. Johnson & Johnson rechnet jetzt mit einem bereinigten Gewinn von 5,92 bis 5,97 $ pro Aktie. Zuvor waren es nur 5,85 bis 5,92 $.

Johnson & Johnson im Qualitätscheck

Johnson & Johnson erfüllt unsere 8 Qualitätskriterien, die auch als Maßstab für unsere Value-Werte dienen. Das Geschäftsmodell ist leicht zu verstehen, und die Produkte werden dringend benötigt. Es gibt keinen direkten Ersatz. Dabei kann Johnson & Johnson eine beständige Firmengeschichte nachweisen.

Geschäftsmodell auf dem Prüfstand

Johnson & Johnson hat durch die Einzigartigkeit der Produkte und den Wiedererkennungswert der Marken Preisgestaltungsfreiheit und solide Wachstumsaussichten. Johnson & Johnson produziert Güter des täglichen Bedarfs und ist nicht auf zyklische Einnahmen angewiesen. Zudem punktet der Konzern mit seiner geballten Innovationskraft. Die stabilen Cashflow-Margen von mehr als 24% unterstreichen das geringe operative Risiko.

Stresstest – Johnson & Johnson im Krisencheck

Als Krisenflucht-Investment muss Johnson & Johnson aber auch eine robuste Bilanz aufweisen. Die Eigenkapitalquote beträgt 55,8%. Damit übertrifft Johnson & Johnson sogar unsere hohen Krisen-Anforderungen. Trotz dieser robusten Bilanz liegt die EK-Rendite bei guten 18,7%. Die Umsatzrendite schafft es sogar auf 19,4%.

Trotz der guten Renditen möchte Johnson & Johnson seinen Sparkurs forcieren. Gleichzeitig investiert Johnson & Johnson nur rund 20% des Cashflows in den Ausbau seines Anlagevermögens. Die restlichen Gewinne werden an die Aktionäre ausgeschüttet. Wir rechnen für 2014 mit einer Dividendenrendite von 2,1%.

Die Marktstellung ist hervorragend, das Geschäftsmodell ist robust, und unsere Ansprüche an die Finanzkennzahlen wurden erfüllt.

3. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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