Johnson & Johnson: Weltgrößter Gesundheitskonzern setzt Portfolioumbau fort

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Johnson & Johnson setzt den Portfolioumbau fort - die Sparte mit Sterilisationsprodukte wird verkauft und weiteres Wachstum angepeilt. (Foto: Raihana Asral / Shutterstock.com)

Nach einem jahrelangen Höhenflug der Johnson & Johnson-Aktie ist zuletzt wieder etwas Ernüchterung eingekehrt. Immerhin hatten die Papiere von 1991 noch bei 6,50 Dollar notiert. Im Januar 2018 markierte die Aktie bei 148 Dollar ihr bisher höchstes Niveau der Firmengeschichte bevor eine Konsolidierung die Papiere auf momentan 122 Dollar drückte.

Johnson & Johnson im Porträt

Der US-Konzern Johnson & Johnson ist ein international tätiger Hersteller und Anbieter von Health-Care-Produkten. Zum Portfolio gehören sowohl verschreibungspflichtige wie auch frei erhältliche Präparate, darunter Wirkstoffe gegen Pilzinfektionen, Wundsalben, Kosmetika, Augentropfen, Schmerzmittel und Kontaktlinsen.

Über Akquisitionen ist das Unternehmen auch verstärkt in den Bereichen Orthopädie, Diabetesforschung oder Kardiologie tätig und vertreibt außerdem Wirkstoffe gegen Krankheiten wie Schuppenflechte oder Rheuma. Die umfangreiche Produktpalette wird unter bekannten Marken wie Johnson’s, Neutrogena, Band Aid, Listerine oder Carefree vertrieben.

Mit seinen rund 126.500 Mitarbeitern in 60 Ländern und 275 Gesellschaften erzielte der Konzern zuletzt einen Jahresumsatz von 76,45 Milliarden Dollar und ist damit das weltweit größte Gesundheitsunternehmen.

Gesundheitsriese trennt sich von seiner Sparte für Sterilisationsprodukte

Wie Sie wissen befindet sich die Pharmabranche im Umbruch. Auch der Gesundheitsriese Johnson & Johnson setzt die Optimierung seines bestehenden Portfolios ungebremst fort. Jetzt hat das Unternehmen die Trennung von seiner Sparte für Sterilisationsprodukte bekanntgegeben. Der ASP genannte Geschäftsbereich soll für rund 2,7 Milliarden Dollar den Besitzer wechseln. Käufer ist der Industriekonzern Fortive, der 2016 erst von dem Mischkonzern Danaher abgespalten wurde.

Zuletzt kam die Sparte auf einen Jahresumsatz von 775 Millionen Dollar um. Dabei soll der Kauf mit Wertpapieren und in bar finanziert werden.

Solide Wachstumsstory

Auf Sicht der vergangenen Jahre hat der US-Konzern ein solides Wachstum hingelegt. Seit 2002 kletterten die Erlöse von 36,29 auf 76,5 Milliarden Dollar. Alleine im letzten Geschäftsjahr verbesserten sich die Erlöse um satte 6%. Dazu trug allerdings auch die Übernahme des Schweizer Biotechunternehmens Actelion bei. Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich auf 7,30 Dollar, was einem Zuwachs von 8,5% entspricht.

Steuerreform sorgt für Bremsspuren

Im Jahresschlussquartal musste Johnson & Johnson allerdings hohe Rückstellungen verbuchen. Insgesamt führte die US-Steuerreform zu einer Sonderbelastung in Höhe von 13,6 Milliarden Dollar. Grund war eine Sonderabgabe, die US-Konzerne im Zuge der Steuerreform auf im Ausland geparktes Vermögen zahlen müssen.

Im vierten Quartal fiel deshalb ein Nettoverlust von 10,7 Milliarden Dollar an nach einem Gewinn von 3,8 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Für das laufende Geschäftsjahr ist der Gesundheitsriese optimistisch. Der Umsatz soll auf 80,6 bis 81,4 Milliarden Dollar nach oben klettern. Das Ergebnis je Aktie auf 8 bis 8,20 Dollar ansteigen.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.