Jost Werke: Von Krise keine Spur

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Während die Automobilbranche derzeit kriselt, läuft es bei dem Nutzfahrzeugzulieferer Jost Werke nach wie vor wie geschmiert. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die meisten deutschen Unternehmen haben ihre Zahlen für das 1. Halbjahr und das 2. Quartal des laufenden Kalenderjahres bereits vorgelegt. Die Zahlen fielen unter dem Strich eher gemischt aus. Der konjunkturellen Eintrübung sei dank. Einen besonders schweren Stand hat die Automobilbranche.

Kurios: In der Nutzfahrzeugbranche sieht es, verglichen mit der Autobranche, noch ziemlich gut aus. Dennoch gaben auch die Aktien der Nutzfahrzeugzulieferer teils sehr deutlich nach. Zu nennen sind hier beispielsweise SAF Holland und das Unternehmen Jost Werke, das heute gute Zahlen vorgelegt hat. Ich stelle Ihnen das Unternehmen zunächst kurz vor, bevor ich auf die jüngsten Zahlen und die weiteren Perspektiven eingehe.

Jost Werke: Führender Nutzfahrzeugzulieferer

Jost ist ein weltweit führender Hersteller und Lieferant von sicherheitsrelevanten Systemen für Zugmaschinen, Auflieger und Anhänger. Das Unternehmen bietet nach eigenen Angaben hochwertige Markenprodukte an, die nach den folgenden 3 Systemen unterteilt sind: Vehicle Interface (Fokus auf Produkte, die für den Betrieb einer Nutzfahrzeugkombination aus Truck und Trailer benötigt werden wie zum Beispiel Sattelkupplungen und Stützwinden).

Die 2. Kategorie ist Handling Solutions (umfasst Containertechnologie und hydraulische Zylinderprodukte) und die 3. Kategorie ist Maneuvering (Fokus auf Achsen für Sattelzugmaschinen (Trucks) und Sattelauflieger und Anhänger (Trailer) sowie Zwangslenkungssysteme).

Mit seinem globalen Vertriebsnetz und Produktionsstätten in 22 Ländern auf 5 Kontinenten hat Jost direkten Zugang zu allen großen Herstellern von Trucks und Trailern sowie zu allen relevanten Endkunden. Das Unternehmen beschäftigt weltweit derzeit über 2.900 Mitarbeiter.

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Gute Quartalszahlen im Gepäck

Blicken wir nun auf die Zahlen: Der Umsatz des im SDax notierten Unternehmens stieg im 2. Quartal 2019 um 5,7% auf knapp 202 Mio. Euro. Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) verbesserte sich um 6,6% auf 22,7 Mio. Euro.

Insbesondere das hohe Wachstum in Nordamerika habe Rückenwind gegeben, kommentierte der scheidende Unternehmens-Chef Lars Brorsen. Aber auch die Entwicklung in den anderen Regionen war angesichts des Marktumfelds durchaus erfreulich. Zur Erläuterung: Brorsen übergibt zum 1. Oktober den Chef-Posten an Joachim Dürr.

Prognose für das laufende Jahr bestätigt

Angesichts des zufriedenstellenden Geschäftsverlaufes im 1. Halbjahr 2019 und unter Berücksichtigung der erwarteten Marktentwicklung im 2. Halbjahr bestätigt Jost seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr.

Umsatz und bereinigter operativer Gewinn (bereinigtes EBIT) sollen 2019 jeweils im niedrigen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr steigen. Dies basiert auf der Annahme eines weitgehend stabilen gesamtwirtschaftlichen und politischen Umfelds. Aus heutiger Sicht erscheint die Prognose recht konservativ.

Gut möglich also, dass sie schlussendlich übertroffen wird. Das würde das Aufwärtspotenzial der Jost-Aktie noch vergrößern.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.