JPMorgan Aktie: Dritter Hacker gefasst

Es ist eine Erfolgsmeldung: Mitte Dezember konnte der dritte Hacker festgenommen werden, der für den massiven Angriff auf die US-Großbank JP Morgan im Jahr 2014 verantwortlich gemacht wird.

Rückblick: Im Oktober 2014 meldete JP Morgan einen Hackerangriff, bei dem in großem Stil Kundendaten gestohlen wurden. Betroffen waren rund 76 Millionen Haushalte sowie sieben Millionen kleinere Firmen. Gehackt wurden vor allem Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen.

Festnahme des dritten Hackers am JFK Airport

Hinter dem Angriff soll ein Trio stehen: Zwei israelische Staatsbürger, die sich bereits im Herbst 2015 vor einem US-Gericht verantworten mussten, sowie der nun festgenommene US-Amerikaner Joshua Samuel Aaron. Letzterer soll sich in den vergangenen Jahren unter anderem in Moskau versteckt haben. Festgenommen wurde er bei seiner Einreise am John F. Kennedy Flughafen in New York City. Inwieweit russische Behörden in die Festnahme Aarons involviert waren, wollte das FBI nicht weiter kommentieren.

Frühere Gerüchte, wonach russische Behörden in den Cyberangriff involviert waren, haben sich indes nicht bestätigt. Stattdessen gehen die US-Ermittler davon aus, dass es sich um einen kriminell motivierten Angriff des Hacker-Trios handelte, ohne staatliche Unterstützung, über die 2014 anfangs in der Öffentlichkeit spekuliert worden war.

Gehackt wurde jedoch nicht nur JP Morgan, sondern darüber hinaus auch weitere Firmen und Institutionen, die an den Finanzmärkten aktiv sind. Vorgeworfen wird den Hackern um Aaron nicht zuletzt auch eine millionenschwere Marktmanipulation, durchgeführt mit Hilfe der erbeuteten Daten.

JP Morgan Aktie: Dank Trump durch die Decke

Für JP Morgan ist die Nachricht über die Festnahme des letzten gesuchten Hackers der krönende Abschluss eines erfolgreichen Jahres. Bestätigen können das vor allem auch die Anleger der Großbank: Die JP Morgan Aktie ist seit dem Wahlsieg Donald Trumps Anfang November in die Höhe geschossen und verbuchte zuletzt auf Jahressicht ein Plus von rund 35 Prozent.

Insgesamt wird der neue US-Präsident von vielen Anlegern bereits vor Amtsantritt gefeiert, denn sie erwarten Deregulierungen im Gesundheits- und Finanzbereich. Daher konnten vor allem Unternehmen aus dem Biotech- und Pharmasektor, aber eben auch Firmen aus der Finanzbranche sowie Großbanken vom Ausgang der Präsidentschaftswahl profitieren.

Anfang der Woche hat Trump schließlich auch die letzte formale Hürde genommen, indem seine Wahl durch das Wahlmännergremium bestätigt wurde. Seiner Vereidigung am 20. Januar steht damit nichts mehr im Wege.

Dass es für JP Morgan sowie die zugehörige Aktie auch weiterhin aufwärts geht, vermuten auch die Analysten. Zuletzt sprachen Experten der Deutschen Bank eine Kaufempfehlung für das Papier aus, in der sie das Kursziel auf 90 US-Dollar bezifferten. Zuletzt kostete das Papier rund 86 Dollar beziehungsweise 83 Euro.

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23. Dezember 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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