Jubiläum: 30 Jahre ETFs

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Gestern vor 30 Jahren wurde der weltweit erste börsennotierte Indexfonds gestartet. Erfahren Sie jetzt, was es mit börsennotierten Indexfonds auf sich hat. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Nachdem der DAX gestern Abend nachbörslich zeitweise auf unter 10.200 Punkte gefallen war, übersprang er heute im Tagesverlauf sogar die 11.000er Marke, gab in der Folge jedoch wieder einige Hundert Punkte ab. Kurzfristig ist in diesen Tagen weiterhin alles möglich. Die Märkte spielen schlichtweg verrückt.

Auf mittlere und längere Sicht gibt es ein hervorragendes Instrument, mit dem sowohl Profis als auch Kleinanleger an der Börse über längere Zeiträume sehr schöne Renditen einfahren können. Die Rede ist von ETFs.

In dem Zusammenhang hatten wir gestern ein großes rundes Jubiläum zu feiern. Am 9. März 1990 ist weltweit der erste börsennotierte Indexfonds (auch bekannt als ETF, was für Exchange Traded Fund steht) in Kanada gestartet worden.

ETFs werden immer beliebter. Nach Mittelzuflüssen von knapp 600 Mrd. US-Dollar im vergangenen Jahr waren es im Januar dieses Jahres auch schon wieder 70 Mrd. US-Dollar. Insgesamt waren zum Ende des vergangenen Jahres 6,2 Bio. US-Dollar in ETFs investiert.

Anlässlich des ETF-Jubiläums möchte ich heute und morgen an dieser Stelle etwas ausführlicher über ETFs berichten. Sie lernen jetzt zunächst theoretische Grundlagen und einige geschichtliche Hintergründe zu ETFs kennen, bevor ich für Sie eine Liste mit Vor- und Nachteilen erstelle.

Indexfonds (ETFs): Theoretische Grundlagen

Indexfonds sind Investmentfonds, die einen bestimmten, repräsentativen Index (z. B. den DAX) möglichst exakt nachbilden. Um das zu erreichen, investieren die Fonds zum Beispiel in die dem Index zugrunde liegenden Einzel-Aktien im gleichen Verhältnis wie der Index.

Wie exakt die Nachbildung der zugrunde liegenden Vergleichsgruppe erfolgt, wird mit dem sogenannten Tracking Error angegeben. Je niedriger diese Zahl ist, umso ähnlicher verläuft die Wertentwicklung des Fonds zu der des entsprechenden Referenzindex.

Geschichtliche Hintergründe von Indexfonds

Indexfonds sind in Deutschland erst seit Inkrafttreten des 3. Finanzmarktförderungsgesetzes im April 1998 zugelassen. Im angelsächsischen Bereich sind Indexfonds sehr verbreitet. In Deutschland spielen sie noch eine kleinere, wenn auch stark wachsende, Rolle.

Der Großteil der Indexfonds wird in Form von sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs) angeboten. Es gibt aber auch Indexfonds, die als konventionelle Fonds aufgelegt wurden. ETFs werde ich Ihnen in einer der nächsten Ausgaben ausführlicher in der Theorie und vom Handling her vorstellen.

Vor- und Nachteile von Indexfonds

Im Gegensatz zu Indexfonds versucht in einem aktiv gemanagten Fonds der Fondsmanager durch eine besondere Titelselektion die Performance eines Indexes zu übertreffen. Eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Studien belegt jedoch, dass teilweise mehr als 90% der aktiv gemanagten Fonds ihren Vergleichsindex nicht regelmäßig schlagen können.

Diese Resultate stellen die Grundidee aktiv gemanagter Fonds infrage und lassen passive Investments (das heißt ETFs) überlegen erscheinen. Diese Resultate sind jedoch nicht unumstritten, besonders aktive Portfoliomanager widersprechen verständlicherweise, da die Sinnhaftigkeit ihres Handelns in Frage gestellt wird. Allerdings ist es in der Tat so, dass je nach Markt und Zeitraum die Untersuchungsergebnisse sehr unterschiedlich ausfallen.

Was nicht zu bestreiten ist: Dadurch, dass bei Indexfonds kein aktives Management notwendig ist, sind die Managementgebühren der Indexfonds deutlich niedriger als die von aktiv gemanagten Fonds. Achtung: Durch diese für den Investor günstigere Kostenstruktur haben Banken oft kein großes Interesse an dem aktiven Vertrieb dieser Produkte.

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Warum kann man einen ETF, aber keinen Indexfonds leerverkaufen?Leerverkäufe sind heute gang und gäbe. Dennoch lässt sich ein Indexfonds nicht leerverkaufen – Grund dafür ist der Emittent. › mehr lesen


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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