Jungheinrich-Aktie: Gabelstapelhersteller nach Zahlen auf Zick-Zack-Kurs

Jungheinrich-Aktie: Gabelstaplerhersteller nach Zahlen auf Zick-Zack Kurs. Anleger trotz starker Zuwächse enttäuscht. Firmenboss nimmt mit vorsichtiger Prognose Euphorie aus dem Markt (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Direkt nach den Zahlen ging es mit der Jungheinrich-Aktie erst einmal deutlich bergab. Dabei gaben die Ergebnisse wenig Grund zu meckern. Die im Jahresverlauf angehobene Prognose wurde erreicht. Die Reaktion der Anleger war vielmehr auf die vorsichtige Prognose der Konzernführung zurückzuführen, die mit ihrer konservativen Einschätzung auf die Euphorie-Bremse trat. Für Langfristanleger ist der kurzzeitige Dämpfer aber leicht zu verkraften. Auf Sicht der vergangenen fünf Jahre haben sich die Papiere mehr als verdreifacht.

Jungheinrich im Portrait

Jungheinrich ist ein weltweit tätiger Anbieter von Flurförderzeugen, Lager- und Materialfluss-Technik mit dem Schwerpunkt auf Europa (ca. 90% der Umsätze). Hinter Toyota und Kion sind die Hamburger weltweit die Nr. 3. Im Vergleich zu seinen direkten Konkurrenten ist Jungheinrichs Geschäft weniger schwankungsanfällig, da 1) Handels-Kunden inklusive Nahrungsmittel 48% vom Umsatz ausmachen und 2) keine Abhängigkeit von Großkunden besteht. Kein einzelner Kunde steht für mehr als 3% der Gesamt-Erlöse.

Zugleich umfasst das Produkt-Portfolio des Konzerns eine balancierte Mischung aus Neugeschäft, Leasing, Mietgeräten, Service und dem Verkauf von Gebraucht-Geräten.

Steigendes Leasing-Geschäft sorgt für „Margen-Potenzial“

In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Leasing-Fahrzeuge innerhalb der Neuverkäufe von ca. 1/3 auf gegenwärtig rund 40% angestiegen. Dieser Anstieg bildet die Basis für zukünftige Margen-Ausweitungen auf Gruppen-Ebene, da Leasing-Verträge i. d. R. an gewinnträchtige Service-Verträge gekoppelt sind. In den vergangenen Jahren profitierten die Hamburger von dem stark wachsenden Online-Handel. Denn immer mehr Online-Händler müssen ihre Warenlager mit modernen und effizienten Lager-Systemen ausstatten.

Starkes China-Geschäft sorgt für Rekordzahlen

Zuletzt erzielte Jungheinrich einen Jahresumsatz von 3,43 Milliarden Euro und damit 11,3% mehr als im Vorjahr. Dabei profitierten die Hamburger von dem Boom bei Flurförderfahrzeugen (+18%), der vor allem von der Nachfrage in China angekurbelt wurde. Erstmals produzierte Jungheinrich mehr als 120.000 Fahrzeuge. Demnach baute der Konzern im vergangenen Jahr vor allem seine Marktanteile in Asien und Nordamerika aus, in Europa blieben sie stabil bei 21,5%. In seinem Kernmarkt steht der Konzern damit an zweiter Stelle der Hersteller.

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Erfreulich war, dass der Konzern trotz des Wachstum seine Gewinnmargen (EBIT-Marge bei 7,5%) nahezu stabil halten konnte. Unterm Strich blieb ein Nettogewinn von 182 Millionen Euro hängen. Das entspricht einem Zuwachs von immerhin 18% zum Vorjahr.

Abflachendes Wachstum erwartet

Für das aktuelle Geschäftsjahr gibt Firmenchef Hans-Georg Frey bewusst konservative Ziele aus. Die Umsätze sollen sich um 4,7 bis 7,6% verbessern. Damit dürften am Ende Umsätze zwischen 3,6 bis 3,7 Milliarden Euro durch die Bücher laufen. Beim operativen Ergebnis (EBIT) erwartet Frey nach einem Plus von 10% im vergangenen Jahr einen Zuwachs um 8% auf 270 Millionen Euro. Für einen Maschinenbaukonzern sind das immer noch beachtliche Zuwachsraten.

Die Reaktion der Anleger zeigt Ihnen aber, dass die Investoren nach dem überproportionalen Wachstum der vergangenen Jahre anspruchsvoller geworden sind. Der Firmenchef sensibilisiert die Anleger und stellt diese auf ein langsames Abflachen der Dynamik ein.

4 Milliarden Umsatz bis 2020

An seinen mittelfristigen Prognosen halten die Hamburger unterdessen fest. Bis 2020 will Jungheinrich die Marke von 4 Milliarden Euro beim Umsatz knacken. Sollte das aktuelle Tempo beibehalten werden, dürfte das Ziel bereits früher erreicht werden. Möglich ist auch, dass Zukäufe für zusätzliches Wachstum sorgen. Konkrete Ziele sind nach Firmenboss Frey momentan allerdings nicht in Sicht.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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