Jungheinrich: Aktie trotz guter Zahlen etwas zurückgekommen

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Lesen Sie jetzt, warum die Jungheinrich-Aktie trotz guter Unternehmenszahlen etwas zurückgekommen ist und wie ich die Aktie bewerte. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen von einem mittelständischen Familienunternehmen berichten, das sicher die meisten von Ihnen kennen – über das ich an dieser Stelle aber noch nie geschrieben habe. Das soll sich heute ändern! Die Rede ist von Jungheinrich.

Der 1956 gegründete und in Hamburg ansässige Logistik-Spezialist, der vor allem für seine Gabelstapler und Ameisen (Synonym für Hand- oder Elektro-Hubwagen) bekannt ist, hat kürzlich seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 vorgelegt und einen Ausblick für das laufende Jahr gegeben.

Die Aktie des im MDax notierten Gabelstapler-Herstellers geriet nach der Zahlenvorlage unter Druck. Warum? Dieser Frage werde ich gleich auf den Grund gehen. Zuvor schauen wir uns jedoch im Detail die 2017er Zahlen und den Ausblick für 2018 an.

Jungheinrich 2017 mit zweistelligem Wachstum

Die in der vergangenen Woche vorgelegten Zahlen des börsennotierten Familienunternehmens Jungheinrich können sich sehen lassen. Beim Umsatz legte das Unternehmen um 11% auf 3,44 Mrd. Euro zu. Damit rückt Jungheinrich-Chef Hans-Georg Frey seinem Ziel näher, bis 2020 4 Mrd. Euro Umsatz zu erreichen und die Rendite pro Jahr um rund 7% zu steigern.

Auch die Anzahl der produzierten Fahrzeuge überzeugt. Jungheinrich hatte 2017 erstmals in der Unternehmensgeschichte mehr als 120.000 Fahrzeuge produziert. Und das Jungheinrich-Management um Hans-Georg Frey rechnet mit einer abermals steigenden Nachfrage.

Auf die im Rahmen einer Telefonkonferenz mit Analysten gestellte Frage, ob die Produktionskapazitäten des Unternehmens mittelfristig ausreichen würden, sagte Frey, dass weiteres Wachstum mit den vorhandenen Kapazitäten abgebildet werden könne.

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Bis zu 1300.000 Fahrzeuge könnten mit den vorhandenen Kapazitäten hergestellt werden und mit kleineren Investitionen könnten die Kapazitäten ausgeweitet werden.

Ausblick: Weiteres Wachstum winkt

Für das laufende Jahr stellt Jungheinrich-Chef Frey ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht und erwartet einen Umsatz in einer Bandbreite zwischen 3,6 und 3,7 Mrd. Euro. Der Auftragseingang wird zwischen 3,75 und 3,85 Mrd. Euro erwartet.

Soweit also alles gut, oder? Warum dann der Kursverfall bei der Jungheinrich-Aktie? Nun, einige Analysten hatten bei der Marge im vergangenen Jahr etwas mehr erwartet und störten sich ebenfalls daran, dass für das laufende Jahr ein niedrigeres Umsatzwachstum als im vergangenen Jahr in Aussicht gestellt wurde.

Meine Einschätzung: Eine höhere Marge bei gleichzeitig deutlichem Wachstum ist schwierig. Im vergangenen Jahr war das Wachstum zweistellig, die Marge aber einigen Analysten zu niedrig. Im laufenden Jahr wird das Wachstum wohl nicht zweistellig werden, dafür könnte die Marge zulegen.

Sinkt der Kurs der Jungheinrich-Aktie noch etwas mehr, wird der Wert aus meiner Sicht sehr spannend. Einige Unternehmensinsider halten die Aktie offensichtlich schon jetzt für attraktiv bewertet und haben in den vergangenen Tagen beherzt zugegriffen.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.