Jungheinrich: Insider investieren Millionenbeträge

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Bei dem Logistik-Spezialisten Jungheinrich haben die sogenannten Unternehmensinsider zuletzt im großen Stil zugeschlagen. (Foto: romaset/AdobeStock)

In der vergangenen Woche habe ich Ihnen an dieser Stelle über den Logistik-Spezialisten Kion berichtet und davon, wie das Unternehmen von den Ängsten rund um einen möglichen harten Brexit (also einen Brexit ohne Deal) profitiert.

Heute blicken wir auf ein deutsches Unternehmen, das zu den größten Wettbewerbern von Kion zählt. Die Rede ist von dem 1953 gegründeten Unternehmen Jungheinrich, das zu den weltweit führenden Lösungsanbietern für die Intralogistik zählt.

Mit einem umfassenden Portfolio an Flurförderzeugen, Logistiksystemen sowie Dienstleistungen bietet Jungheinrich seinen Kunden nach eigenen Angaben passgenaue Lösungen für die Herausforderungen der Industrie 4.0.

Die Unternehmensstrategie ist auf nachhaltiges, profitables Wachstum und damit auf die Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtet. Ziel ist es, die Nummer-1-Marke der Intralogistik in allen europäischen Märkten zu werden und langfristig zu den Top 3 der globalen Anbieter zu gehören.

In den Jahren 2009 bis 2018 entwickelte sich der Aktienkurs von Jungheinrich prächtig von knapp 2,50 Euro auf rund 40 Euro. Seither hat sich der Kurs in etwa halbiert. Warum? Weil es aufgrund der allgemeinen Konjunkturschwäche operativ etwas schlechter läuft als zuvor. Allerdings: Es läuft meines Erachtens keinesfalls so schlecht, dass eine Halbierung des Aktienkurses gerechtfertigt wäre.

Jüngste Entwicklungen und aktuelle Prognose

Schauen wir uns die jüngsten Entwicklungen und die aktuelle Prognose des Unternehmens an: Nach einem guten Start in das laufende Geschäftsjahr verzeichnet Jungheinrich seit kurzem einen deutlichen Rückgang der Investitionstätigkeit seiner Kunden, teilte das Unternehmen vor einiger Zeit mit.

Ursächlich dafür sind nach Unternehmensangaben die sich eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die damit verbundene aktuelle Marktentwicklung für Flurförderzeuge.

Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand von Jungheinrich vor einigen Wochen die Prognose für das laufende Jahr wie folgt angepasst: Für das Gesamtjahr 2019 rechnet das Jungheinrich-Management nunmehr mit einem Auftragseingang zwischen 3,8 und 4,05 Mrd. Euro (vorherige Prognose: 4,05 bis 4,20 Mrd. Euro).

Der Umsatz dürfte sich nach wie vor innerhalb der bisher prognostizierten Bandbreite von 3,85 bis 4,05 Mrd. Euro bewegen. Der operative Gewinn (EBIT) sollte 2019 nach jüngster Einschätzung zwischen 240 und 260 Mio. Euro liegen (vorherige Prognose: 275 bis 295 Mio. Euro). Für die EBIT-Marge wird eine Bandbreite zwischen 6,0 bis 6,7% erwartet (vorherige Prognose: 7,0 bis 7,4%).

Auch beim Vorsteuergewinn (EBT) und bei der EBT-Marge wurden die Erwartungen nach untern korrigiert. Soweit die schlechten Nachrichten. Nun zu den guten Nachrichten. Erstens bin ich überzeugt davon, dass es sich dabei um eine negative Momentaufnahme in der aktuellen Konjunkturflaute handelt und zweitens sind die Unternehmensinsider sehr optimistisch gestimmt.

Denn diese haben in den vergangenen Wochen für über 2 Mio. Euro Jungheinrich-Aktien gekauft. Solche Summen investiert man nur, wenn man überzeugt ist, dass sich das operative Geschäft und vor allem auch der Aktienkurs zukünftig positiv entwickeln!

Abschließend meine Empfehlung: Achten Sie neben Insiderkäufen immer auch auf die fundamentalen Daten der Unternehmen. Denn nicht immer sind Insiderkäufe zwangsläufig ein gutes Zeichen und nicht immer sind Insiderverkäufe automatisch schlecht.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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