Kabel Deutschland AG: Droht Aktionären eine böse Überraschung?

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Die Geschäftszahlen des Kabelnetzbetreibers sind ordentlich. Statt Wachstumsfantasien gibt es aber erstmal Probleme mit ARD und Kartellamt. (Foto: Piotr Adamowicz / shutterstock.com)

Der größte deutsche Kabelnetzbetreiber heißt nach wie vor Kabel Deutschland.

Das im MDAX gelistete Unternehmen versorgt aktuell rund 8,5 Millionen Haushalte und betreibt die Kabelnetze in 13 Bundesländern.

Aktie mit schwacher Entwicklung – Gewinner-Unternehmen ziehen davon

Zuletzt hatte ich das Unternehmen Anfang August 2012 für Sie analysiert und die Aktie für bestehende Anleger bestenfalls als Halteposition eingestuft.

Interessierte Anleger habe ich richtigerweise an interessante Unternehmen verwiesen und Sie damit offensichtlich nicht enttäuscht.

Denn während die Aktie der Kabel Deutschland AG in den letzten drei Monaten nur rund 7,5 Prozent zulegen konnte, entwickelten sich meine Empfehlungen wie unter anderem die Marseille-Klinken AG (+50 Prozent) deutlich besser.

In der Zwischenzeit ist bei Kabel Deutschland einiges passiert, worüber ich Sie gerne auf dem Laufenden halten möchte.

Geschäftszahlen im Rahmen der Erwartungen

Zuletzt hat das Unternehmen aktuelle Geschäftszahlen für das Halbjahr 2012/2013 präsentiert.

Um es vorweg zu nehmen: die Zahlen sind zwar im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, bieten aber keinen wirklichen Grund zum Jubeln.

Neben einem ordentlichen Fernsehgeschäft wusste besonders das Internet- und Telefongeschäft des Triple-Play-Anbieters durchaus zu überzeugen.

Durchschnittliches Umsatzwachstum bei gestiegenen Investitionen

Bedingt durch Zuwächse beim Kundenstamm und einen merklich erhöhten durchschnittlichen Umsatz pro Kunden konnte der Gesamtumsatz im ersten halben Jahr 2012 insgesamt um 8,0 % auf 897,0 Mio. € gesteigert werden.

Mit dieser Zuwachsrate liegt das Unternehmen genau in der Mitte der vorgegeben Spanne von 7,5 bis 8,5 %. Durchschnittlich eben.

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Dem gegenüber steht jedoch auch ein gestiegener Investitionsaufwand zum Ausbau der eigenen Netze, von welchem sich Kabel Deutschland zukünftiges Wachstum verspricht.

Öffentlich-rechtliche Sender kündigen Verträge – Es geht um Millionenbeträge

Wenngleich diese Zahlen sicherlich ordentlich ausfallen, gibt für das Unternehmen weiterhin einige ungeklärte Fragen und Baustellen.

Wie von mir bereits berichtet, hatten die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF Ende Juni 2012 erklärt, sie wollten nicht länger mehre Millionen Euro für die Verbreitung ihrer Programme durch die großen privaten Kabelnetzbetreiber zahlen.

Die Verträge mit Kabel Deutschland und Unitymedia Kabel BW wurden deshalb prompt zum Jahresende 2012 gekündigt und die großen Betreiber damit vor den Kopf gestoßen.

Kabel Deutschland im Streit mit ARD und ZDF weiterhin kampfeslustig

Doch Kabel Deutschland gibt sich kampfeslustig und will dieses Vorgehen nicht so ohne Weiteres auf sich sitzen lassen.

Neben einer bereits eingereichten Klage prüft das Unternehmen aktuell die Streichung diverser Programme von ARD und ZDF aus dem eigenen Programm.

Risiko: Übernahme von Tele Columbus laut Kartellamt kein Selbstläufer

Daneben bleibt ein mögliches Scheitern der Übernahme des Konkurrenten Tele Columbus am Kartellamt weiterhin ein großer Unsicherheitsfaktor für Aktie und Unternehmen.

Verstärkt wurde die Ungewissheit zuletzt durch eine deutliche Aussage des Präsidenten des Bundeskartellamts Anfang November 2012.

Dieser warnte davor, die geplante Übernahme als Selbstläuferprozess und reine Formalie abzustempeln.

Droht Aktionären von Kabel Deutschland eine böse Überraschung?

Tatsächlich sind solche Prüfverfahren des Kartellamts sehr schwierig zu beurteilende Fälle, weshalb Kabel Deutschland und damit leider auch deren Aktionären eine böse Überraschung drohen könnte.

Ich bleibe damit bei meiner Haltempfehlung für bestehende Aktionäre und kann interessierten Neuanlegern stattdessen nur empfehlen, einen Blick auf meine zahlreichen und erfolgreichen Empfehlungen von echten Gewinner-Unternehmen zu werfen.


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Von: Felix Gode. Über den Autor

Felix Gode hegt eine langjährige Leidenschaft für die Börse. Er studierte Wirtschaftsrecht an der Hochschule Pforzheim und der California State University in Chico/USA.