Kabel Deutschland – Dieser Börsen-Star ist nichts für uns!

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Es gibt Aktien, die steigen über Monate steil an und sind dennoch nichts für uns. Der Grund ist unser Investment-Geheimnis. (Foto: Piotr Adamowicz / shutterstock.com)

Aktionäre von Kabel Deutschland haben ein Problem. Die Dividende für das laufende Geschäftsjahr ist in Gefahr. Nach der Übernahme von Vodafone entstanden dem Unternehmen Aufwendungen im Bereich von 205 Mio €. Dies reicht aus, um den Jahresüberschuss von Kabel Deutschland zu belasten und sogar die Dividendenpläne zu gefährden. Selbst steuerlich bringt der Verlust kaum Vorteile.

Aufgrund dieser Entwicklung will man bei Kabel Deutschland erst einmal keinen Ausblick für die laufende Dividende geben. Für erfahrene Anleger ist dies ein Warnzeichen. Kein Ausblick heißt in den meisten vergleichbaren Fällen auch keine Dividende.

Umsatzwarnung belastet

Hinzu kommt bei Kabel Deutschland, dass auch die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert wurde. Nunmehr erwartet der Kabelnetzbetreiber noch ein Umsatzwachstum von 5 bis 6% statt der avisierten 8%. Alles kein freundliches Umfeld für die Aktie von Kabel Deutschland.

Dennoch klettert der Kurs seit einem Jahr stetig an und hat Anlegern eine solide Rendite verschafft. Wer seit Monaten dabei ist, kann einen Dividenden-Ausfall verschmerzen. Zumindest dann, wenn die fundamentale Entwicklung des Unternehmens weiter gegeben ist. Doch ist das so?

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Preiskampf voraus? Wir nehmen Abstand!

Hier gibt es einige Neuigkeiten. Gemeinsam mit dem neuen starken Partner Vodafone will Kabel Deutschland die Deutsche Telekom angreifen und künftig TV, Internet und Telefon aus einer Hand anbieten. Kürzlich senkte der bisherige Platzhirsch Telekom bereits die Preise für sein Komplettpaket T-Entertain. Anleger räumen Kabel Deutschland offensichtlich gute Chancen ein, dem rosa Riesen einige Kunden abjagen zu können. Auf der Negativ-Seite steht bei Kabel Deutschland derzeit die hohe Bewertung.

Der Markt bewertet das Unternehmen derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25. Das ist zu hoch. Hinzu kommt, dass Kabelnetzbetreiber eigentlich Versorger-Aktien sind – großes Wachstum gibt es in diesem Bereich nicht mehr. Wachstumspotenziale sind zudem extrem umkämpft, was die Margen unter Druck setzt. Die jüngste Preissenkung der Deutschen Telekom spricht Bände.

Wir interessieren uns für langfristige Gewinne

Aus diesen Gründen sollten Anleger von Aktien von Kabel Deutschland die Finger lassen. Weder gefällt uns die Branche, noch die Geschäftsentwicklung des Unternehmens. Es ist zwar gut möglich, dass kurzfristig orientierte Anleger im bestehenden Aufwärtstrend noch das ein oder andere Prozent Rendite herauskitzeln, doch widerstrebt dies unserer langfristigen und sicheren Anlagestrategie.

Als Investoren, die auf wachstumsstarke Substanzwerte setzen wollen, die unsere Abonnenten über Jahre im Depot halten können, müssen wir von Kabel Deutschland abraten.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.