Kaffee ist der große Gewinner, Öl der Verlierer des Jahres

Das Börsenjahr 2014 war unterm Strich kein schlechtes Börsenjahr. Allerdings erlebten die Anleger an den Aktien- und Rohstoffmärkten einige unfreiwillige Achterbahnfahrten. Besonders auffällig waren dabei die hohen Schwankungen, die in der Börsensprache als Volatilität bezeichnet werden.

Aus meiner Sicht handelt es sich dabei um einen grundsätzlichen Trend. Sie müssen also damit rechnen, dass sich die großen Schwankungen auch im Börsenjahr 2015 fortsetzen werden.

Den Beweis dafür lieferte dann auch direkt diese Handelswoche, die von großen Schwankungen nach oben und unten gekennzeichnet war. Einer der Hauptgründe dafür ist der zunehmende Computerhandel.

Doch der Computer- und Hochfrequenzhandel, dem ich mich hier im „Schlussgong“ bereits einige Male gewidmet habe, ist heute nicht unser Thema.

Stattdessen möchte ich Ihnen jetzt – als Abschluss der kleinen Serie über die Entwicklung der unterschiedlichen Anlageklassen im Jahr 2014 – einen kurzen Gesamtüberblick darüber verschaffen, welche Anlageklassen im Jahr 2014 die Gewinner und welche die Verlierer waren.

Wichtig bei der Gesamtberechnung: Die Performancemessung erfolgt auf Euro-Basis. Wer zum Beispiel Anfang Januar 2014 US-Aktien gekauft hat, konnte sich am Ende des Jahres über Kurs- und über Währungsgewinne freuen (da der US-Dollar im Vergleich zum Euro teurer geworden ist).

Das erklärt auch, warum einige Anlageklassen, die in US-Dollar gehandelt werden, für Anleger im Euro-Raum im vergangenen Jahr überraschend hohe Renditen abwarfen.

Rohstoffmärkte stellen die größten Gewinner und Verlierer

Der Kaffeepreis verteuerte sich im vergangenen Jahr um 71,36%. Damit war Kaffee nicht nur der größte Gewinner am Rohstoffmarkt, sondern – wenn Sie so wollen – auch die erfolgreichste Anlageklasse überhaupt.

Dicht dahinter lagen chinesische Aktien (Basis: Shanghai Composite), die den Investoren im Schnitt Gewinne von 67,48% bescherten.

Weiter hinten liegt der US-amerikanische Aktienmarkt, der sich mit einem Plus von 27,54% (S&P 500) aber immer noch deutlich besser entwickelte, als der europäische oder der deutsche Aktienmarkt (wie oben beschrieben: US-Aktien brachten Ihnen 2014 Kurs- und Währungsgewinne).

Europäische Aktien (EuroStoxx 50) legten im Schnitt nur um 1,2% zu. Der DAX kam in 2014 auf ein Plus von 2,65% und schnitt damit besser ab als die 50 größten europäischen Unternehmen aus dem EuroStoxx 50.

Der Goldpreis legte im Verlauf des Jahres 2014 um 11,98% zu, der Silberpreis gab dagegen um 6,62% nach. Die größten Verlierer aber waren russische Aktien mit einem durchschnittlichen Minus von 37,59%, die russische Währung Rubel mit einem Minus von 38,52% und die Nordsee-Ölsorte Brent. Der Preis pro Barrel sank hier um 45,88%.

Während auf der Währungsseite der Rubel der größte Verlierer war, zählte der US-Dollar mit einem Plus von 13,6% zu den großen Gewinnern. Die Schwellenländer-Aktien (Basis: MSCI Emerging Markets) legten im Jahr 2014 um 8,69% zu.

Aktien bleiben im Jahr 2015 die erste Wahl

Wenn Sie die 2014er-Ergebnisse der verschiedenen Anlageklassen betrachten, ist sicherlich auch die eine oder andere Überraschung dabei (zum Beispiel Kaffee als Spitzenreiter und Öl als Verlierer). Nicht überraschend ist jedoch aus meiner Sicht, dass Aktien unterm Strich auch im Börsenjahr 2014 positive Renditen brachten.

Die Bewertung der Aktien ist angemessen und viele Unternehmen schütten üppige Dividenden aus. Das wird in der aktuellen 0-Zins-Phase noch mehr Anleger anlocken.

9. Januar 2015

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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