Kali-Sektor in Bewegung: Eine neue Übernahme ist schon fix

Die Übernahmefantasie im Kalisektor zieht weitere Kreise. Noch ist nicht klar, ob Potash Corp aus Kanada beim DAX-Wert K+S zum Zug kommen wird. Doch bei einem anderen Unternehmen aus der Branche hat sich mehr oder weniger über Nacht eine Übernahme vollzogen.

Völlig überraschend hat Western Potash nun einen neuen Mehrheitsaktionär präsentiert: Die chinesischen Investoren der Beijing Tairui Innovation Capital Management Ltd. übernehmen insgesamt 51% der Aktien von Western Potash für 80 Mio. Dollar.

Eine mögliche Übernahme durch einen chinesischen Investor war schon vor drei Jahren das große Thema bei Western Potash. Doch daraus wurde nichts und die Aktie verschwand erst einmal für längere Zeit in der Versenkung.

Im Grunde war danach das Projekt auch nicht mehr finanzierbar. Beim ursprünglichen Minenplan hätte Western Potash den unglaublichen Kapitalbedarf von 2,3 Mrd. Dollar benötigt. Diese Summe war in den vergangenen Jahren für einen Explorer mit einer stark schrumpfenden Marktkapitalisierung von zuletzt weniger als 45 Mio. Dollar nicht finanzierbar.

Vor wenigen Tagen nun hat Western Potash erst einen neuen Minenplan präsentiert. Demnach ist der Kapitalbedarf um 98% (!!!) gesunken. Das ist nahezu unglaublich. Doch beim genauen Blick auf die Pressemitteilung fällt auf, warum das möglich ist. Western Potash wird nun erst einmal eine Pilotanlage aufbauen.

Western Potash nur noch Juniorpartner beim eigenen Projekt

Pilotanlage heißt hier eben auch eine kleine Produktionsmenge. Nur um Ihnen eine Vorstellung zu geben: Der Plan von Western Potash sieht vor über 12 Jahre insgesamt mit dieser Pilotanlage 1,75 Mio. Tonnen Kalium zu produzieren.

K+S wird wohl 2017 schon rund 2 Mio. Tonnen allein in diesem einen Jahr auf dem Legacy-Projekt produzieren. Hier wird Ihnen schon deutlich: Diese beiden Projekte sind auf dem aktuellen Niveau nur schwer zu vergleichen.

Gleichwohl nutzt Western Potash aktuell die positive Marktstimmung für sich und rührt auch kräftig die Werbetrommel. In wenigen Tagen hat sich das Handelsvolumen vervielfacht und die Aktie ist auch um mehr als 50% gestiegen.

Doch wirklich Klarheit über das Potenzial des Milestone Projekts wird erst der technische Bericht zum Projekt liefern. Den muss das Unternehmen in den nächsten 45 Tagen vorlegen. Erst dann wird sich zeigen, wie die wirtschaftliche Erstbewertung des neuen Minenplans aussieht und auch wie die neue Ressourcenschätzung ausfällt.

Eine Sache steht schon fest: Die von Western Potash anvisierte Fördermethode ist in Saskatchewan bislang noch nicht angewendet worden – auch das ist nicht unbedingt ein Vorteil. Das Thema Potash bleibt auf jeden Fall heiß. Ich bin gespannt, wer am meisten davon profitieren wird.

8. Juli 2015

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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