Kalte Enteignung: Zypern war erst der Anfang

Derzeit herrscht an den Finanzmärkten wieder großer Optimismus. Doch dies ist ein trügerischer Optimismus. Viele Probleme und Herausforderungen werden einfach nur an den Rand gedrängt.

Ein Faktor dabei ist sicherlich die bevorstehende Enteignung von Sparern bei bestehenden Bankguthaben. Es ist erst einige Monate her, als in Zypern viele Sparer große Summen verloren haben, weil ihr Geld auf den örtlichen Konten nicht mehr sicher war.

Das Geld über 100.000 Euro wurde entweder komplett oder zu 60% eingezogen – je nachdem wo die Sparer ihr Konto hatten. Und das passierte quasi über Nacht.

Doch um genau dieses Vorgehen ist es zuletzt vor allem bei uns sehr ruhig gewesen. Doch in anderen Teilen der Welt laufen weitere Enteignungen von Sparern.

So gilt zwar vorerst in Island noch eine Garantie aller Spareinlagen. Doch diese Garantie könnte schon bald aufgeweicht werden und die Grenze von 100.000 Euro könnte dann auch für das ehemalige Krisenland gelten.

Auch am anderen der Welt in Neuseeland laufen Überlegungen bei einer Bankenkrise die Sparer an den Kosten der Rettung mit einem Einfrieren der Einlagen zur Kassen zu bitten.

Noch gibt es bei diesem Plan mit dem Namen Open Bank Resolution (OBR) wohl keine konkreten Summen für die Beteiligung der Sparer – es ist aber das bevorzugte Modell des Finanzministers Bill English.

Im Grund erwarte ich dies auch in absehbarer Zeit bei uns. Die riesigen Summen für die Banken-Rettungen werden gar nicht aufzubringen sein, ohne dass die Sparer mit daran beteiligt werden.

Daher rate ich schon seit geraumer Zeit dazu, nicht mehr als 50.000 Euro bei einer Bank auf dem Konto zu haben.

Bislang hat sich zwar erst einmal eine Grenze von 100.000 Euro als sicher gezeigt. Doch bei einer weiteren Verschärfung der Krise ist es eben auch gut möglich, dass diese Summe noch deutlich herabgesetzt wird.

Geld auf der Bank ist nicht mehr automatisch sicher

Grundsätzlich zeigen Ihnen aber die verschiedenen Entwicklungen in den Ländern: Das Geld auf der Bank ist nicht mehr komplett sicher. Daher ist es eben sehr sinnvoll, das Vermögen erst einmal wie schon erwähnt auf verschiedene Konten zu verteilen.

Allein schon so wird es deutlich komplizierter für die Aufsichtsbehörden, einen direkten Zugriff auch durchzusetzen.

Sollten Sie die Warnungen über die Gefahr von Enteignungen aber einfach in den Wind schreiben, kann das böse Erwachen schneller kommen als Sie denken.

Die Menschen auf Zypern haben auch nicht damit gerechnet – und viele sind dann eben quasi über Nacht böse überrascht worden.

4. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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