Kampf gegen die Deflation: EZB-Anleihenkäufe erreichen 1,5-Bio.-€-Marke

Die Europäische Zentralbank (EZB) beeinflusst noch immer massiv die Geldpolitik in der Euro-Zone; bei der großen Einflussnahme kann man auch fast schon von Manipulation sprechen.

EZB-Anleihenkäufe erreichen unfassbare 1,5 Bio. €

Stellen Sie sich vor: Wie die Europäische Zentralbank mitteilte, wurde jetzt bei den seit März 2015 laufenden Anleihenkäufen der Notenbank die Schwelle von 1,5 Bio. € erreicht.

Das bedeutet, dass die EZB seit über 2 Jahren für diese Summe überwiegend marode Staatsanleihen der Euro-Krisenstaaten aufgekauft hat, um sie vor dem Staatsbankrott zu retten.

Doch was damals zu Beginn der Maßnahme als Startschuss für die Entwicklung einer hohen Inflationsrate gesehen wurde, hat sich letztlich als Rohrkrepierer entpuppt.

Trotz der enormen Summen für das Anleihen-Kaufprogramm ist es der EZB seither nicht gelungen die Inflationsrate dauerhaft auf die von ihr gesetzte Zielmarke von 2% zu bringen.

Derzeit pendelt sie im Bereich von nur 1,5%.

Inflations-Anstieg ausgelöst durch angestiegenen Ölpreis

Doch auch dieser geringe Inflations-Anstieg hat nichts mit den EZB-Maßnahmen zu tun, sondern resultiert zum Großteil nur aus dem im Vergleich zum Vorjahres-Monat gestiegenen Ölpreis.

Das bestätigt auch die sogenannte Kerninflationsrate, die ohne die Entwicklung von Lebensmittel- und Energie-Preisen berechnet wird.

Sie bewegt sich schon seit längerer Zeit bei einem Wert von 1%.

Ich sehe es so: Nur durch diese massiven Maßnahmen kann die EZB überhaupt verhindern, dass die gesamte Wirtschaft im Euro-Raum in eine Deflation abrutscht.

Ohne diese Aktivitäten wäre die Wirtschaft schon seit Längerem in einer ausgeprägten, sich selbst verstärkenden Deflations-Spirale gefangen, die nicht mehr zu durchbrechen wäre.

Stützungs-Käufe laufen fast komplett ins Leere

Wenn selbst eine solch gigantische Summe wie 1,5 Bio. € kaum eine Wirkung zeigt, dann ist offensichtlich, dass nach wie vor die Gefahr einer Deflation weitaus höher ist als die einer Hyper-Inflation.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich aktiv gegen die Deflations-Gefahr schützen

Das tun Sie mit einer breiten Streuung des Vermögens und durch eine klare Aufteilung, bei der einzelne Anlageklassen wie eben Edelmetalle oder auch Aktien nicht zu hoch gewichtet werden.

5. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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