Kann diese Aktie mehr als 5,8% Dividende?

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Baustoffe gelten als konjunktursensitives Geschäft. Wie wir die Aktie von Heidelbergcement heute sehen. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Wenn man ins beschauliche Heidelberg fährt, sieht man die Konzernzentrale von Heidelbergcement in der Nähe des Neckars. Über Jahre galt die Aktie als solider Dividendenbringer. Auch heute hat der Wert mit einer Dividendenrendite von 5,7% auf den ersten Blick viel zu bieten. Doch wie viel ist eine hohe Dividende wert, wenn die Aktie mehr dahindümpelt als steigt? Diese Frage beantworten wir für Sie in unserer Analyse.

Soviel nur vorweg: es ist kompliziert. Bevor wir mit unserer Analyse starten, kommen hier ein paar Worte zum Unternehmen. Heidelbergcement  ist seit der Hanson-Übernahme der weltweit drittgrößte Baustoffhersteller und in Deutschland die Nummer 1. Das Produktangebot umfasst Zement, Beton und Zuschlagstoffe. Der Konzern ist mit gut 3.100 Standorten in 60 Ländern präsent.

Was bringt Corona? Anleger tappten lange im Dunkeln

Heidelbergcement hat im vergangenen Jahr von der weltweit robusten Baukonjunktur profitiert und 4,3% mehr umgesetzt. Der Gewinn ist dagegen um 4,5% zurückgegangen. Vor Einmaleffekten stieg der Gewinn jedoch um 23% auf 6,40 € pro Aktie. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen überzeugte ebenfalls mit einem Plus von 23% auf 3,58 Mrd €. Auch beim Schuldenabbau hat der Konzern dank des hohen freien Cashflows besser abgeschnitten als erwartet.

Vor Bilanzierung der Leasingverbindlichkeiten sind die Nettofinanzschulden um 14,5% auf 7,1 Mrd € gesunken. Angesichts der insgesamt positiven Geschäftsentwicklung ist eine Erhöhung der Dividende auf 2,20 € pro Aktie geplant. Auch der Start ins neue Jahr ist geglückt. In den ersten beiden Monaten ist der Absatz von Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton in den USA, Europa, Afrika und einigen Ländern Asiens gestiegen.

Seit März haben sich die Rahmenbedingungen jedoch deutlich verschlechtert. Welche Auswirkungen das Corona- Virus auf die Bautätigkeit in den einzelnen Ländern haben wird, kann der Konzern bislang aber noch nicht voll abschätzen. Vor diesem Hintergrund war das Management bis Anfang Mai nicht in der Lage, eine seriöse Prognose für das Gesamtjahr abzugeben.

Gleich mehrere Baustellen

Wir erwarten einen kräftigen Gewinneinbruch. Der Konzern wird aber versuchen, mit Preiserhöhungen und strikter Kostenkontrolle mittelfristig auf den profitablen Wachstumskurs zurückzukehren. Ein wichtiges Thema ist auch die Reduktion des CO2-Ausstoßes. Denn die hohen Preise für die Emissionszertifikate bremsen die Ergebnisentwicklung. Sie sehen: Das Unternehmen agiert auf mehreren Baustellen. Als Anleger würden wir vorerst lieber außen vor bleiben. Wir positionieren uns lieber bei Unternehmen, die ihr Geschäft besser prognostizieren können.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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