Kann dieser Überflieger als Aktie punkten?

Wer heute in der Luftfahrt auch Qualität setzen will, der gönnt sich schon mal ein Ticket der Lufthansa.

Die Airline gilt trotz der Streiks und den ins Gerede gekommenen Arbeitsbedingungen bei der Tochter Eurowings (ehemals Germanwings) als große deutsche Marke.

Doch ob der Titel auch Aktionäre froh macht? Die Dividendenrendite von rund 4,6% stimmt schon einmal.

Doch wie steht es um die Aussichten? Machen Sie sich selbst ein Bild!

Die Aktie mit den 2 Seiten

Die Deutsche Lufthansa zählt im Rahmen der Star Alliance mit zu den ganz großen Airlines.

Rund 540 Beteiligungs- und Tochter-Gesellschaften (u.a. Austrian Airlines, Swiss, Germanwings sowie Condor) bilden den Weltkonzern.

Bordverpflegung, Wartung und Informations-Dienste für Dritte sind weitere Aktivitäten neben dem Passagier- und Frachtgeschäft. Die Konzern-Flotte umfasst 600 Flugzeuge.

Die Lufthansa zeigt sich 2016 von 2 verschiedenen Seiten:

Für das 1. Halbjahr wurde ein solides Ergebnis präsentiert. Die Umsätze gingen zwar aufgrund des Preisdrucks bei den Airlines und im Frachtgeschäft um 2,1% zurück.

Verbesserte Kosten-Strukturen und niedrigere Treibstoff-Kosten führten aber zu einer Verbesserung des Betriebs-Gewinns um 11,9% auf 518 Mio. €.

Haupttreiber der Ergebnis-Verbesserung war das Passagier-Geschäft. Die Geschäfts-Aussichten für das 2. Halbjahr haben sich hingegen eingetrübt:

Nach den jüngsten Anschlägen sind die Buchungen aus den USA und Asien nach Europa deutlich zurückgegangen. Für das Passagier-Geschäft wird mit einer sehr schlechten Entwicklung gerechnet.

Die Gewinn-Prognose wurde gekappt. Statt einer angepeilten Steigerung wird der bereinigte Vorjahres-Betriebsgewinn von 1,8 Mrd. € unterschritten werden.

Eine Dividende soll weiterhin gezahlt werden, die Höhe wurde aber nicht kommuniziert.

Lufthansa gerät unter Druck

Für eine mittelfristige Entlastung wird der neue Tarifvertrag mit den Flugbegleitern sorgen. Der Streit mit der Piloten-Gewerkschaft Cockpit bleibt hingegen ungelöst und stellt eine latente Gefahr dar.

Die niedrigen Zinsen erhöhen die Pensions-Lasten, die Positionierung von Eurowings als Billig-Anbieter verläuft schleppend.

Auf der Langstrecke setzen die stark expandierenden Airlines Turkish Airlines und Emirates den Konzern zunehmend unter Druck.

Die Frachtraten sind auf das Krisenniveau von 2009 gefallen und die Aussichten im Passagiergeschäft eingetrübt. Die niedrigen Treibstoff-Preise können das nicht auffangen.

Wir belassen das Timing angesichts des niedrigen KGVs im durchschnittlichen Bereich.  Der Preiskampf und nicht zuletzt die dauernden Streiks belasten auch die Aktie.

Suchen Sie sich besser andere Alternativen für Ihr Depot. Gegen einen Flug mit Flughansa spricht dennoch wenig.

5. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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