Kann GFT wieder an alte Erfolge anknüpfen?

Die Anteilseigner von GFT hatten in letzter Zeit wenig Grund zur Freude:

Seit dem Mehrjahreshoch bei 32,70 € im Dezember 2015 ging es kontinuierlich bergab – die Verluste summieren sich inzwischen seit diesem Hoch auf rund 40%.

Doch ein Ende der Talfahrt könnte bevorstehen.

Unternehmens-Portrait

GFT zählt zu einem Informationstechnik-Dienstleister, der sein Geschäftsfeld auf Banken ausgerichtet hat.

Zu den angebotenen Produkten zählen insbesondere Lösungen für die Umsetzung regulatorischer Vorgaben und die Digitalisierung von Geschäfts-Prozessen.

Der Konzern mit Hauptsitz in Stuttgart beschäftigte Ende 2016 4.870 Mitarbeiter und ist in zwölf Ländern vertreten.

Zahlen für 2016 überraschten positiv

Im abgelaufenen Jahr 2016 konnte der Umsatz – so die Zahlen, die im letzten Monat veröffentlicht wurden – um 13 % auf 422,56 Mio. € zulegen.

Gleichzeitig kletterte das Ebitda um 5 % auf 46,77 Mio. € und das Vorsteuer-Ergebnis fiel mit 33,05 Mio. € etwas höher als im Vorjahr aus.

Die im August gesenkten Gewinn-Prognosen konnten damit erfreulicherweise übertroffen werden, allerdings enttäuschte der Ausblick für das begonnene Jahr:

Ausblick auf 2017 enttäuscht

Insgesamt scheint GFT recht gut aufgestellt und profitiert v. a. von der zunehmenden Digitalisierung der Finanz-Institute im Privatkunden-Geschäft.

Beim Kunden im Bereich Investment-Banking bekommt das Unternehmen allerdings eigenen Angaben zufolge im Geschäft mit amerikanischen und britischen Kunden eine gedämpfte Investitions-Bereitschaft zu spüren.

Hinzu kommt die Ungewissheit durch den BrExit.

So kann es auch nicht verwundern, dass der Konzern ein wenig auf die Euphorie-Bremse tritt und für das laufende Jahr einen moderaten Umsatz-Anstieg auf 450 Mio. € in Aussicht stellt.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) soll 48,50 Mio. € betragen und der Vorsteuer-Gewinn 35 Mio. € erreichen.

Beide Gewinn-Kennziffern liegen zwar höher als im Vorjahr, insgesamt wurden aber positivere Aussichten erwartet.

Aktie kurzfristig nochmals unter Druck

Die Aktie von GFT reagierte dementsprechend schwach:

Nachdem sich der Kurs zum Jahreswechsel etwas von den Tiefstständen des Jahres 2016 (bei rund 17 €) erholen konnte, ging es nach Zahlenvorlage wieder in deren Nähe.

Immerhin: Kurz vorher drehte der Kurs wieder nach oben und steht aktuell bei gut 18 €.

Inzwischen ist aber wieder etwas Beruhigung eingetreten. Alle schlechten Nachrichten sind längst in den Kursen eingepreist.

Die Bewertung scheint recht attraktiv: So verfügt GFT über ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 16 bei einer Dividendenrendite von knapp 2%.

Auch wenn der Ausblick nicht so ausfiel, wie einige Anleger erhofft haben und der BrExit und die künftige US-Politik für anhaltende Unsicherheiten sorgen:

Ich bin dennoch vorsichtig optimistisch bezüglich der weiteren Entwicklung gestimmt.

Die Höchststände von mehr als 30 € werden zwar so schnell nicht erreicht, aber mittelfristig halte ich wieder Kurse zwischen 20 und 25 € für möglich.

12. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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