KAP Beteiligungs AG: Sorgt Finanz-Investor Carlyle für neue Impulse?

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Die deutsche Mittelstands-Holding KAP Beteiligungs AG will nach dem Einstieg des Finanz-Investors Carlyle weiter durchstarten. (Foto: Birgit Reitz-Hofmann)

Die in Fulda ansässige Mittelstands-Holding KAP Beteiligungs AG will mit Hilfe des Finanz-Investors Carlyle wieder zurück in die Erfolgsspur finden.

Carlyle hatte Ende vergangenen Jahres 53% der KAP-Anteile zu einem Preis von 18 € je Aktie erworben.

Im Anschluss daran machte Carlyle den verbliebenen Aktionären ein öffentliches Übernahme-Angebot in Höhe des gesetzlichen Mindestpreises von 20,92 € je Aktie.

Dieses sei von 0,3% des Kapitals angenommen worden. Aktuell notiert die KAP-Aktie bei rund 30 €.

Erfahren Sie hier einige Hintergründe zur Geschichte der KAP Beteiligungs AG, wie die jüngsten Zahlen ausgefallen sind und wie das Unternehmen mit Hilfe des Finanz-Investors Carlyle zurück in die Erfolgsspur finden will.

Das ist die KAP Beteiligungs AG

Der Konzern stellt sich selbst wie folgt vor:

„Wir beteiligen uns an mittelständisch geprägten Unternehmen, die aus unterschiedlichen Motiven eine neue Eigentümer-Struktur suchen.“

Neben den klassischen Gründen wie fehlende Unternehmens-Nachfolge, Finanzierung für neue Investitions-/Expansions-Schritte oder Verbesserung der Eigenkapital-Ausstattung bietet die KAP Beteiligungs AG auch solchen Firmen eine neue Heimat, die sich in einem großen Konzern-Verbund nicht ihrem Potenzial entsprechend entwickeln konnten.

Der langjährige Hauptaktionär von KAP, Claas Daun, hatte seit 2014 seinen Anteil von einst 90% schrittweise zurückgefahren.

Zunächst gab er ein Paket von knapp 30% an den langjährigen Vorstand Fried Möller ab; dieser ist heute Aufsichtsrats-Vorsitzender bei KAP.

Ende des vergangenen Jahres wurde schließlich Carlyle Mehrheits-Eigentümer von KAP. KAP-Chef Stefan Geyler ist nicht bange vor einem Finanz-Investor als Großaktionär.

Gegenüber der „Börsen-Zeitung“ sagte er kürzlich in einem Interview: „Ich bin in meinem Leben schon 5x verkauft worden.“

Für Geyler eröffnen sich durch die Beteiligung von Carlyle vielmehr neue Möglichkeiten für den Ausbau des Beteiligungs-Portfolios.

Denn Carlyle verfügt über große Finanzkraft und ein stattliches Netzwerk.

Die jüngsten Zahlen im Überblick

Im Geschäftsjahr 2016 hat die KAP AG nach einem „guten 4. Quartal“ ihre Ziele übertroffen:

Der Umsatz kletterte um rund 3% auf 386 Mio. €. Der operative Gewinn (EBIT) legte nach vorläufigen Zahlen deutlich um 50% auf 18 Mio. € zu.

Darin enthalten ist jedoch ein Sonderertrag von 4,1 Mio. € aus dem Verkauf eines Software-Pakets, das die KAP-Tochter IT-Nowum entwickelt hatte.

Weitere Erlöse strich KAP aus dem Verkauf des Wertpapier-Portfolios ein. Die Trennung von Aktien der Deutschen Bank und der Allianz brachte 2016 rund 4,6 Mio. € Ertrag.

Im laufenden Jahr veräußerte KAP seinen restlichen Aktienbestand und strich dabei knapp 11 Mio. € ergebniswirksam ein.

Zur Dividende äußerte sich KAP-Chef Geyler noch nicht konkret. Er sagte allerdings, dass es deutlich mehr als im Vorjahr (als KAP 1 € je Aktie ausgeschüttet hat) werden solle.

So geht es weiter

Im laufenden Jahr plant der Konzern einen Umsatz-Zuwachs und weitere Rentabilitäts-Steigerungen.

Geyler hält die Schwelle von 400 Mio. € Umsatz für erreichbar. Das Ergebnis soll ohne Sondererträge nahezu auf dem Vorjahres-Niveau ankommen.

Risikofreudige Anleger können darauf setzen, dass der Finanz-Investor Carlyle bei KAP für neue Impulse sorgt.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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