Kapitalerhöhung lässt Peugeot-Aktie abstürzen

Während deutsche Autobauer über stabile bis steigende Absatzzahlen auf den asiatischen und nord-amerikanischen Absatzmärkten berichten und damit die schlechte Lage auf dem europäischen Markt ausgleichen, leidet Peugeot weiterhin unter der Krise. Der Konzern, der nach wie vor den Großteil seiner Fahrzeuge innerhalb der europäischen grenzen verkauft, berichtete zuletzt über einen Absatzrückgang von -16,5%.

PSA Peugeot Citroën musste in 2012 mit 5 Milliarden Euro den größten Verlust in seine 203-jährigen Unternehmensgeschichte verkraften und überlebt nur dank einer französischen Staatshilfe in Höhe von 7 Mrd. Euro und einer 7%igen Kapital-Beteiligung durch die Opel-Muttergesellschaft General Motors.

Doch trotz der Streichung von 11.200 Arbeitsplätzen, immerhin 19% der Stammbeschäftigten, und einem drastischen Sparplan laufen die Verluste weiter auf. Das monatliche Minus, dass die einzelnen Betriebsstätten erwirtschaften, geht in die Millionen und addiert sich zu neuen Milliardenverlusten auf. Und die weiteren Restrukturierungsmaßnahmen kosten ebenfalls. Geld, dass Peugeot nicht erwirtschaftet.

Neuer Kapitalbedarf in Höhe von 3 Mrd. Euro

Deshalb wird erneut frisches Kapital benötigt. Der Autobauer benötigt nach eigenen Angaben bis zu 3 Mrd. Euro, um seine Geschäftspläne um- und fortsetzen zu können. Die Peugeot-Gründer-familie, mit 25,4% Aktienbesitz und einem Stimmrechtsanteil von 38,1% größter Einzelaktionär des Unternehmens, hat schon durchblicken lassen, kein frisches Kapital zur Verfügung stellen zu wollen, ebenso General Motors.

Mit der Absage der beiden wichtigsten Ankeraktionäre sinkt die Hoffnung auf eine rasche Umsetzung der Kapitalerhöhung. Vor allem der Verzicht der Gründerfamilie irritiert die Investoren, wird hierdurch doch die Stimmrechtsmehrheit verwässert, wenn nicht sogar die Sperrminorität (liegt bei 25% des Aktienbesitzes) aufgehoben.

Und, um die Irritationen perfekt zu machen, an dieser Stelle greift der französische Staat helfend in das Geschehen ein. Wie bereits häufig in der Vergangenheit wird die Lage bei Peugeot Citroën zur nationalen Notlage erklärt, das französische Finanzministerium zückt das Scheckbuch.

Zusätzlich bemüht sich das Unternehmen um einen neuen, starken Großaktionär. Und so reist eine Delegation aus Firmenmanagern, Regierungsvertretern und französischen Bankern nach Asien, um dort Sondierungsgespräche mit dem chinesischen Staatskonzern Dongfeng Motors zu führen.

Jeweils 1,5 Mrd. Euro wollen die beiden neuen Partner der PSA Peugeot Citroën in die Hand nehmen, um je nach Konditionen der Kapitalmaßnahme zwischen 20% und 30% der Aktienanteile zu übernehmen.

Staatlicher Einfluss nimmt zu – Aktienkurs stürzt ab

Der schwindende Einfluss der Altaktionäre, vor allem aber der wachsende Einfluss staatlich gelenkter Mehrheitsaktionäre ist es, der die Börse irritiert. Die Investoren, die in den vergangenen Monaten  durch steigende Notierungen gutes Geld mit der Peugeot-Aktie verdient haben, trennen sich ohne mit der Wimper zu zucken und fast ohne jegliche Rücksicht auf den Kurs von ihren Beständen. Mit einem Kursabschlag von – 8,42% gehörte die Aktie gestern zu den Tagesverlierern an den europäischen Börsen.

Peugeot-Chart_1 15-10-2013

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Mit den deutlichen Kursabgaben von gestern hat die  Peugeot-Aktie nun ein Point&Figure-Verkaufssignal (roter Kreis) ausgelöst, der Kurs hat den bisherigen Aufwärtstrend (obere, dünne diagonale Trendlinie) und die Unterstützung bei 12,00 € (rote waagerechte Linie) durchbrochen und signalisiert damit weitere Abgaben.

Das Kursziel aus dem Verkaufssignal beläuft sich nach den Berechnungen meiner Point&Figure-Software auf 7,60 €, immerhin ein möglicher Abschlag von weiteren -31,5%.

Doch für die Peugeot-Aktie gibt es Hoffnung, die prognostizierten drastischen Kursverluste können, aber müssen nicht zwangsläufig eintreten. Denn der Kurs wurde gestern an der seit Anfang August  (die „8“ im Chart) geltenden Aufwärtstrendlinie (untere, dicke Linie) aufgefangen. Kommt der Kursrutsch an dieser Stelle zum Erliegen, kann es, nachdem sich die Nachrichten-wogen geglättet haben, von hier aus wieder aufwärts gehen.

Denn im übergeordneten Chart, dem Point&Figure-Chart in der sogenannten Chartcraft-Einstellung hat der gestrige Tag nur geringe Spuren hinterlassen. Hier ist die Welt weiterhin in Ordnung, das Point&Figure-Kaufsignal (grüner Kreis) mit seinem Kursziel bei 27,50 € !!! ist trotz des Rücksetzers voll intakt.

Peugeot-Chart_2 15-10-2013

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Dennoch besteht kein Grund, umgehend leichtsinnig zu werden und die gesunkenen Kurse als günstige Kaufgelegenheit zu sehen. Denn eines dürfen wir nicht aus den Augen verlieren: Die kurzfristige Handelseinstellung, die sog. Bull´s-Eye-Broker-Einstellung, hat schon häufig das Kippen des übergeordneten Trends vorzeitig und richtig signalisiert.

Erst dann, wenn auch in der Handelseinstellung die Zeichen wieder auf Kaufen stehen, wir also ein neues Point&Figure-Kaufsignal haben, kann, ja darf man als Point&Figure-Trader wieder in die Peugeot-Aktie investieren.

Als Leser des Point&Figure-Trader erfahren Sie selbstverständlich als Erstes, wann es wieder soweit ist, wann wir die große Chance nutzen, die uns Peugeot dann bietet.


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15. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.

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