Kapitalfalle Lebensversicherung – Das sind die Gefahren

Bisher werden Ihnen Lebensversicherungen als das „Nonplusultra“ der Altersabsicherung angeboten. Kaum gesagt wird jedoch, dass auch diese Anlageform zunehmend Probleme bekommt und viele Versicherer in Zukunft von der Pleite gefährdet sein werden.

Die Anlage von Vermögen in Lebensversicherungen wird von immer mehr Anlegern favorisiert, seit bekannt wurde, dass die gesetzliche Rentenversicherung in Zukunft nicht mehr so leistungsfähig wie bisher sein wird. Schon vor einigen Jahren flossen fast 40% der Neuanlagen zu den Lebensversicherern. Anfang der 70er Jahre waren es erst 13%.

Schlechte Noten für die Angebote der meisten Versicherer

Zu denken gibt jedoch, dass beinahe jeder zweite Anleger seine Investition schon vor Laufzeitende unter großen Verlusten wieder auflöst. Ein schlechtes Ergebnis ergab auch eine Untersuchung der Stiftung Warentest, welche 126 Tarifangebote von 65 Lebensversicherern auswertete:

Nur wenige Angebote schnitten mit guten Noten ab, die meisten erhielten nur „befriedigend“ oder „ausreichend“. Dabei ergaben sich enorme Leistungsunterschiede, die sich bei 30 Jahren Laufzeit auf 40.000 bis 50.000 Euro ausweiten könnten.

Auch gute Lebensversicherungen seien nur dann überhaupt interessant, wenn der Kunde auch über lange Zeiträume „einigermaßen sicher gut verdienen“ könne. Wer mit Brüchen in seiner Erwerbsbiografie rechnen müsse, für den sei diese „Zwangsjacke“ nicht geeignet.

Immerhin waren die Hälfte der Kunden, welche eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen hatten, nicht in der Lage, die Beiträge bis zum Ende zu zahlen. Ein Ausstieg aus dem Vertrag bedeute dann erhebliche Einbußen. Diese Probleme werden von vielen Kunden der Lebensversicherungen nicht gesehen.

Fast unbekannt: Die Versicherungs-Immobilienfalle

Vor allem Käufer von vermieteten Immobilien wurden angesprochen, und es wurde Ihnen geraten, den Kredit für die Immobilie am Laufzeitende der Versicherung mit dem eingezahlten Betrag auf einen Schlag abzuzahlen.

Dazu sollten ständig hohe Beträge in die Lebensversicherung fließen und nur die Zinsen des Kredits bedient werden. Der Vorteil wären die ständig hohen Zinslasten, welche durch die Fremdvermietung steuerlich geltend gemacht werden könnten. Bei einem normalen Kredit mit Tilgung würde die Zinslast am Ende absinken, was auch eine verminderte Steuerersparnis zur Folge hätte.

Fatal wäre dieses Steuersparmodell allerdings für Sie im Krisenszenario: Bei der Versicherung wurden Geldforderungen aufgebaut und durch die Immobilie Schulden gemacht. In der Krise wird die Auszahlung Ihrer Versicherung unter Umständen gesperrt bzw. das Unternehmen geht Bankrott – die Guthaben sind verloren.

Gleichzeitig sinkt in der Deflation der Preis Ihrer Immobilie, und Ihre Mieteinkünfte sind nicht mehr gesichert. Ihr nicht getilgter und damit mit hohen Zinsen belasteter Kredit muss jedoch weiterhin in vollem Umfang bedient werden, was durch sinkende Mieterträge und Einkommen zunehmend schwieriger wird.

Gleichzeitig verliert die Lebensversicherung als Kreditsicherheit für die Schulden ihren Wert. Früher oder später droht die Zwangsvollstreckung. Vor solchen „Steuersparmodellen“ muss deshalb im Krisenszenario dringend gewarnt werden.

11. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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