Kapitulation am Ölmarkt: Ein Fass Rohöl ist günstiger als eine Pizza beim Italiener!

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Zu Jahresbeginn kostete ein Fass noch über 60 US-Dollar! Heute stehen wir bei etwas über 10 US-Dollar. Was machen jetzt eigentlich die Elektroautos? (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

159 Liter passen in ein Barrel Öl. Nicht ganz exakt – es sind ein paar Milliliter weniger, schließlich wird es in Gallonen gemessen und nicht per metrischem System. Doch darum soll es jetzt nicht gehen. WTI Öl ist heute auf unter 11 US-Dollar gefallen. Das ist schon extrem sportlich! Ein erneuter Crash im Öl und diesmal gab es einen Abschlag von 40 Prozent!

Das ist natürlich eine Menge, liegt aber auch daran, dass WTI derzeit fast nichts kostet. Da ist jede Bewegung schon fast zweistellig. Im Dezember 1998 war WTI zuletzt noch günstiger: 10,35 US-Dollar kostete damals ein Fass. Vermutlich waren damals die Produktionskosten wesentlich niedriger und deshalb nicht so dramatisch wie heute.

Zahlreiche Fracking-Unternehmen in den USA stehen vor der Pleite. Die Lager sind knallvoll. Jetzt kommen auch noch große Tankschiffe aus dem Mittleren Osten und wollen in den USA abladen. Das wird alles kein Zuckerschlecken.

Verrückte Chartanalyse sagt Ziel voraus

Manchmal treten auch noch so unglaubliche Vorhersagen ein. Nein, diese Aussage habe ich nicht getroffen, bei mir konnten Sie nur lesen, dass Ziele um die 15 US-Dollar machbar sind. Doch diese Fibonacci-Projektion konnte noch einen drauf setzen.

Hierbei nehmen Sie die Topbildung aus der 1-2-3-Bewegung und ziehen über die Punkte die Fibonacci-Projektion. Abgebildet werden zukünftig mögliche Kursziele, die von entscheidender Bedeutung sein können.

Das alleine hilft natürlich nicht für garantierte Tradinggewinne. Wenn es aber an diesen Bereichen weitere passende Zielmarken oder Unterstützungen gibt, steigt die Chance auf einen Treffer. Bei der Fibonacci-Projektion werden üblicherweise die 100 Prozent, die 162 Prozent und die 262 Prozent gerne genommen. Das klappt übrigens in kleineren Einheiten, wie z.B. dem 5-Minuten-Chart auch oft. Das sind die 262 Prozent Projektionsziel auch nicht so weit entfernt, wie im obigen Tageschart.

Dennoch: Hier hat uns die Fibonacci-Projektion bereits gesagt, dass der Bereich um 44,55 US-Dollar spannend wird. Das war die 62 Prozent Projektion und dort prallten die Kurse auch zwei Tage nach oben ab. Die 100 Prozent wurden elegant übersprungen – nächstes Ziel die 162 Prozent. Auch hier setzten die Kurse auf und schossen kurzzeitig nach oben.

Die 200 Prozent sind nicht eingezeichnet – sie liegt bei 22 US-Dollar. Um dieser Marke tanzten die Kurse fast vier Wochen, bis jetzt das 262 Prozent Ziel erreicht wurde. Schier unglaublich!

Bei 12 US-Dollar sollte jetzt in etwa Schluss sein. Ein kleiner Überschuss Richtung 11 US-Dollar heute sei geschenkt. Wer so schnell nach unten rast, erwischt selten die Haltelinie. Es ist also durchaus denkbar, dass die Kurse jetzt hier um 12 US-Dollar eine Zeit lang pendeln, bevor es einen neuen Impuls gibt.

Aus Interesse habe ich Ihnen auch die 362 Prozent Projektion eingezeichnet. Diese liegt bei Minus 4,30 US-Dollar. Es ist ja nicht so, als hätte ich noch keinen Artikel darüber gelesen, dass die Ölpreise auch negativ werden könnten. Doch so viel Phantasie habe ich derzeit noch nicht, dass wir wirklich langfristig Geld geschenkt bekommen, wenn ein Fass Öl abnehmen. Obwohl, derzeit scheint alles möglich. Zu Jahresbeginn kostete ein Fass noch über 60 US-Dollar!

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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