Kapsch-Aktie: Mautspezialist setzt auf Massenmarkt für kommunizierende Fahrzeuge

Kapsch TrafficCom: Telematik-Spezialist mit Rekordumsatz nach neun Monaten. Gewinneinbruch wegen Einmaleffekte. Großauftrag in Bulgarien sorgt für Phantasie (Foto: DarwelShots / Shutterstock.com)

Vielen von Ihnen ist die Kapsch-Aktie wahrscheinlich noch kein Begriff. Einen Blick ist das österreichische Familien-Unternehmen aber allemal wert. Denn Kapsch profitiert auf Grund seiner beherrschenden Stellung im Markt für die elektronische Maut-Erhebung von dem steigenden Verkehrsvolumen. Zugleich baut die Firma ihre Position in den Bereichen für intelligente Transport-Systeme kontinuierlich aus.

Weltweit führender Spezialist für Straßen-Telematik

Die Kapsch TrafficCom AG ist ein Anbieter von Verkehrs-Telematik-Lösungen. Das Unternehmen entwickelt vorrangig elektronische Mautsysteme und bietet den technischen und kommerziellen Betrieb dieser Systeme an.

Außerdem bietet die Firma Verkehrs-Management-Lösungen mit den Schwerpunkten Verkehrs-Sicherheit und Verkehrs-Steuerung, elektronische Zutritts-Kontrollsysteme, vollautomatische Video-Detektion und Systeme zur Parkraum-Bewirtschaftung an.

Das Unternehmen hat seinen Sitz in Wien und verfügt über Tochter-Gesellschaften und Repräsentanzen in 33 Ländern.

Rekordumsatz, aber Gewinnmargen unter Druck

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres knackte Kapsch TrafficCom erstmals die 500 Millionen Euro-Marke beim Umsatz. Mit einem Umsatzwachstum von 7,5% flossen bei dem Konzern 506,9 Millionen Euro durch die Bücher. Der operative Gewinn (EBIT) lag jedoch mit 35,3 Millionen Euro (-17,8%) deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres und das Periodenergebnis brach um 22% auf 22,9 Millionen Euro ein. Das Ergebnis je Aktie ging von 2,31 auf 1,82 Euro zurück.

Was waren die Gründe für die schwache Gewinnentwicklung? Aus dem Quartalsbericht ergibt sich alleine aus negativen Währungsentwicklung eine Belastung von 4,8 Millionen Euro. Erschwerend kommt der Vergleich mit dem Vorjahr hinzu, in dem es einen Währungsgewinn von 4,2 Millionen Euro gab.

Zusätzlich wirkten sich Preisnachlässe im Zuge der Verlängerung des Mautauftrags in Tschechien aus 2016 jetzt erstmalig negativ aus.

Mautprojekt in Bulgarien gestartet

Zugleich gab es in den zurückliegenden Wochen aber auch Positives zu berichten. So haben die Österreicher ein Mautprojekt in Bulgarien ergattert, das einen Auftragswert von 76,7 Millionen Euro umfasst. Dabei verantwortet Kapsch TrafficCom die Errichtung, die technische Ausstattung und den technischen Support des landesweiten Mautsystems für Lkw über 3,5 Tonnen sowie der Einführung der E-Vignette für Pkw in Bulgarien.

Das Projekt mit einer Laufzeit von 19 Monaten umfasst die Lieferung und Errichtung von 500 Terminals für die Registrierung und Ausgabe der elektronischen Vignetten, 100 Kontrollfahrzeugen, 100 Weigh-in-Motion-Anlagen, 100 Mautportalen sowie eines Daten-Centers und Büros.

Test mit automatisierten Fahrzeugen

Unterdessen hat Kapsch in Zusammenarbeit mit dem litauischen Unternehmen Belam auf der litauischen Autobahn A1 einen strategischen Pilottest durchgeführt. Dabei ging es um die Erprobung der zukunftsträchtigen V2X-Technologie. Diese ermöglicht den Austausch von Daten zwischen Fahrzeugen und deren Umgebung mithilfe drahtloser Kommunikation.

Sie müssen sich das wie folgt vorstellen: Die in Echtzeit gesendeten und empfangenen Informationen unterstützen Verkehrsteilnehmer und Verkehrsleitzentralen in ihren Entscheidungsfindungsprozessen. Informationen über Straßenarbeiten, Wetterbedingungen bis hin zu Geschwindigkeitsbeschränkungen und Daten von Meldefahrzeugen wurden mit der neuen Kapsch Roadside Technologie getestet.

Beeindruckend: Die Technologie funktioniert auch umgekehrt. Sogenannte On board Unites sind mit der Fahrzeugelektronik verbunden, lesen die Sensordaten aus und senden Informationen über den Status, wie z. B. von Nebelscheinwerfern, Scheibenwischern oder der Warnblinkanlage, an die Roadside Unit, die diese Informationen wieder anderen Fahrzeugen verteilen kann.

Dynamisches Schlussquartal erwartet

Für den restlichen Jahresverlauf erwartet die Konzernführung weiteres Wachstum. Im Jahresvergleich soll der Umsatz im Schlussquartal weiter verbessert werden. Bereinigt um Einmal- und Währungseffekte soll es auch beim Vorsteuergewinn (EBIT) nach oben gehen. Sollte das gelingen, dann dürften sich die Anleger über eine ordentliche Dividendenausschüttung freuen.

Denn die Österreicher planen mindestens ein Drittel des Gewinns auszuschütten, Damit sollte die Ausschüttung in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen (1,50 Euro je Aktie), was einer aktuellen Dividendenrendite von über 3,50% entspricht.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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