Kaufen Sie keine Verlierer –Teil 2

Ein Aktienkauf zu Kursen auf historisch niedrigem Niveau ist verführerisch. Erwischt man den Turnaround, winken satte Kursgewinne. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Bevor ich auf die gestern nicht besprochene Aktie der YOC AG eingehe, lassen Sie uns noch einen gemeinsamen Blick auf die gestrige und heutige Kursentwicklung der conVISUAL AGwerfen, denn dort haben die Kursteigerungen am gestrigen Handelstag zu einer interessanten Entwicklung geführt.

Bei conVISUAL hat es nämlich, sehr verwirrend, gestern ein neues Point&Figure-Kaufsignal gegeben hat. Und das, nachdem die Aktie vorgestern noch auf einem neuen 52-Wochen-Tief notiert hatte.

Aber, ich denke, anhand des modifizierten Charts wird deutlich, dass  es sich bei den Kurssteigerungen wohl lediglich um ein Strohfeuer handeln dürfte.

Das neue Kaufsignal ist nur der starken Nachfrage auf Basis der neuen Tiefstkurse geschuldet, die auf ein sehr geringes Angebot seitens der Verkäufer traf.

Und so springen die Aktienkurse kräftig nach oben, wenn es mehr Käufer als Verkäufer gibt, die unbedingt in den Wert reinwollen.

Aber sobald die Nachfrage gedeckt ist und sich die Gemüter wieder beruht haben, normalisieren sich auch wieder die Aktienkurse. Und so zeigen die Notierungen am heutigen Morgen bereits wieder Kurse von 0,96 € an.

Was, wenn es im Tagesverlauf dabei bleibt, dazu führt, dass im morgigen Point&Figure-Chart eine neue O-Säule zu zeichnen wäre, die das Kaufsignal wieder deutlich in Frage stellt.

Ich habe dies schon mal vorweggenommen und im Chart die vermutlich neue Säule skizziert. Tritt dieses Szenario ein und die Kurse sinken sogar wieder unter 0,88 €, setzt sich die Abwärtsbewegung Richtung 0,63 € fort.

02102013_pfh_1_convisual

(anklicken zum Vergrößern)

Doch nun zur YOC AG. Auch hier sind die Kursbewegungen der letzten Tage deutlich abwärts gerichtete. Wobei, ist man ehrlich, die Abwärtstendenz schon seit 5 Jahren anhält.

Der Point&Figure-Chart zeigt, seit den Höchstständen in 2008 bei mehr als 46,00 € fällt der Aktienkurs stetig.

Die Realität hat das Berliner Unternehmen, dass sich zuletzt auf mobile Werbung auf mobilen Internetseiten (Smartphones, Tablets) spezialisiert hatte, eingeholt, die bei der Gründung im Jahr 2000 sich auf ihrem Höhepunkt befindliche Internetblase konnte auch bei YOC die Hoffnungen nicht ansatzweise erfüllen.

02102013_pfh_2_yoc

(anklicken zum Vergrößern)

Der jüngste Kursverfall und das neue Allzeit-Tief sind aber weniger der Veröffentlichung neuer Finanzberichte geschildet, sondern von Umwälzungen im Vorstand und Aufsichtsrat bestimmt.

Legten am Donnerstag vergangener Woche die beiden Aufsichtsratsmitglieder Heiss und Prinz zu Salm-Salm ihre Mandate nieder, erklärte gestern Vormittag der amtierende Vorstands-vorsitzende Freytag, sich aus rein gesundheitlichen Gründen von seinem Amt verabschieden zu müssen.

Für den scheidenden Vorstand steigt der damalige Gründer Dirk Kraus wieder ins Unternehmen ein, der Aufsichtsrat bleibt unbesetzt. Hier wird die Zwangseinsetzung durch das zuständige Amtsbericht in Berlin abgewartet.

Hört sich nicht wirklich gut an, was das Unternehmen da in den letzten Tagen nach außen träg, oder?

Das dachten sich auch zahlreiche YOC-Aktionäre, bevor sie ihre Verkaufsaufträge erteilten und die Aktie unter Druck setzten.

Was wiederum mutige Anleger, oder handelt es sich nicht doch eher um Spekulanten, anlockte, die die Aktie gestern wieder hoch kauften. Und auch heute Morgen notiert der Wert mit positivem Vorzeichen.

Doch wir Point&Figure-Trader lassen uns durch das Auf und Ab der Kurse nicht verwirren, wir sind uns in unserer charttechnischen Einschätzung sicher.

Denn, mit Blick auf den obigen Chart wissen wir, das Point&Figure-Verkaufssignal hat weiterhin Bestand, die Verkaufssignale (rote Kreise) und der intakte Abwärtstrend (rote Trendlinien) sprechen für sich.

Und auch über das mögliche Kursziel sind wir im Bilde. Auuch wenn es die Anteilseigner nicht gerne hören wollen, es liegt bei: NULL Euro (0,00 €).

Stellt sich nun die Frage, ob es noch Hoffnung gibt für die Aktionäre der YOC AG. Ja, sicher gibt es die, denn Pleite ist das Unternehmen ja schließlich nicht.

Und solange Kunden betreut und  Rechnungen geschrieben und auch bezahlt werden, kann es auch wieder aufwärts gehen mit den Aktienkursen.

Aber kaufen, genauer gesagt investieren, sollten Sie als Point&Figure-Anleger in die Aktie erst dann wieder, wenn es klare, saubere Point&Figure-Kaufsignale gibt. Alles andere wäre wildes Spekulieren, also nicht unsere Sache.


Passives Einkommen 2018

Sichern Sie sich jetzt gratis den Sonder-Report: “Wie Sie mit diesen 3 dividendenstarken ETFs gleich doppelt verdienen” und erfahren Sie exklusiv, welche Aktien in Ihrem Depot nicht fehlen sollten!

Hier klicken und erfahren wie Sie gleich doppelt verdienen und Gewinne vor dem Staat schützen...


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt