Kaufprämie für Elektroautos bislang ein Ladenhüter

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Trotz staatlicher Verkaufsprämie hat kaum ein Privatkunde Interesse an reinen Elektroautos und Plug-In-Hybriden. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Gestern habe ich Ihnen an dieser Stelle vom deutschen Autozulieferer ElringKlinger berichtet und Ihnen geschrieben, dass es aus meiner Sicht strategisch richtig ist, dass das Unternehmen nicht nur auf eine Antriebstechnologie setzt, sondern auf gleich mehrere Technologien.

ElringKlinger liefert neben den Komponenten, die am klassischen Verbrennungsmotor hängen, zudem Komponenten für elektronische Antriebe und auch welche, die der Wasserstoff-Antriebstechnologie zuzuordnen sind.

Wer einseitig auf nur eine Technologie und damit auf das falsche Pferd setzt, wird vom Markt verschlungen. Diesen Fehler macht ElringKlinger nicht, auch wenn die Abdeckung der drei Technologien in der Startphase an der Gewinnmarge knabbert.

Mehr zu ElringKlinger finden Sie im Schlussgong von gestern. Heute möchte ich Ihnen anhand aktueller Zahlen aus dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle belegen, warum es ein großer Fehler sein kann, wenn Unternehmen nur auf Elektroantriebe setzen und wo ich die größten Probleme bei dieser Antriebsform sehe.

Elektroautos: Trotz Prämie will sie kaum einer haben

Vor 2 Jahren wurde in Deutschland eine Prämie für den Kauf von Elektrofahrzeugen eingeführt. Aktuelle Zahlen aus dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle belegen, dass die Prämie nach wie vor nur sehr zögerlich genutzt wird.

Nur ein Sechstel der Fördersumme von insgesamt 1,2 Mrd. Euro wurde bislang abgerufen. Das bedeutet, dass lediglich etwa 66.000 Fahrzeuge durch die Prämie gefördert wurden. Insgesamt soll die Summe für rund 300.000 Fahrzeuge reichen.

Bis dato wurde die Förderung vor allem von Firmen, Vereinen und kommunalen Betrieben für die Anschaffung von Elektro-Autos oder sogenannten Plug-In-Hybriden genutzt, nicht so sehr von privaten Käufern.

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Zur Erläuterung: Bei einem sogenannten Plug-In-Hybrid handelt es sich wie bei einem herkömmlichen Hybriden um ein Fahrzeug, das sowohl einen Verbrennungsmotor als auch einen Elektromotor hat. Der Unterschied zu normalen Hybriden: Plug-In-Hybride können an die Steckdose gehängt werden.

Warum Elektroautos noch Ladenhüter sind

Das große Problem mit den Elektroautos: Es gibt viel zu wenige Lademöglichkeiten. Sie würden sich schließlich auch kein Auto mit Verbrennungsmotor kaufen, wenn es kaum Tankstellen gäbe. Darüber hinaus dauert der Ladevorgang (zumindest noch) zu lange.

Ein weiteres Problem sind die Kosten. Derzeit sind Elektrofahrzeuge, auch wenn die Prämie mit eingerechnet wird, deutlich teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Die Lösung lautet auch hier: Es muss eine vernünftige Ladeinfrastruktur aufgebaut werden. Das würde dem Absatz helfen, was wiederum günstigere Preise zur Folge hätte, da die Produktionsmenge steigen würde und dadurch die Fixkosten pro Fahrzeug sinken.

Was in der Theorie so einfach klingt, muss jedoch in der Praxis erst umgesetzt werden. Ob es so kommt, kann Ihnen heute niemand sagen, auch nicht, ob sich die Elektromobilität im privaten PKW-Bereich jemals nachhaltig wird durchsetzen können. Meine Einschätzung: In 20 Jahren haben wir auf unseren Straßen einen Mix aus Autos mit den unterschiedlichen Antriebsformen.

Daher meine Empfehlung: Wenn Sie auf Unternehmen aus der Autoindustrie setzen (egal ob Autokonzerne oder Zulieferer), sollten Sie auf die Anbieter setzen, die sich nicht nur auf eine Antriebstechnologie konzentrieren.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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