Kein Luftschloss mit der Cloud: SAP zeigt es seinen Kritikern

Was musste SAP in den vergangenen Monaten Kritik einstecken. Nicht wenige Analysten bemängelten die Entwicklung des deutschen Software-Giganten hin zu Cloud-basierten Lösungen. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Was musste SAP in den vergangenen Monaten Kritik einstecken. Nicht wenige Analysten bemängelten die Entwicklung des deutschen Software-Giganten hin zu Cloud-basierten Lösungen.

Und nun das: heute früh teilte SAP mit, dass der Umsatzanteil der zur Miete angeboten Cloud-Software und mit ihr verbundene Dienstleistungen (Cloud Geschäft) im dritten Quartal deutlich anstieg.

Und da die Walldorfer auch in ihrem klassischen Geschäft mit Softwarelizenzen wieder deutlich zulegten, verdiente SAP im dritten Quartal operativ überraschend viel.

Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn stieg um 19 Prozent auf 1,62 Mrd. Euro – die Analysten hatten mit einem deutlich geringeren Anstieg gerechnet. Der Umsatz legte getrieben von einem starken Zuwachs mit der Cloud-Software um 17 Prozent auf knapp fünf Mrd. Euro zu. Auch hier hatten die Experten weniger erwartet.

Übernahmen machen sich bezahlt

Die Zahlen zeigen auch, dass SAP mit seinen Übernahmen im vergangenen Jahr richtig lag: hohe Anteile am Umsatz steuerten der Anbieter von Software zur Reisekostenabrechnung Concur sowie Fieldglass bei, das Software zum Management von Leiharbeitern entwickelt.

Um das Geschäft mit der Cloud zu stärken, hatte der deutsche Konzern in den vergangenen Jahren immer wieder zugekauft. Die Übernahmen belasten nun zunächst das Ergebnis: der Betriebsgewinn inklusive der Sondereffekte stieg entsprechend nur um fünf Prozent auf 1,21 Mrd. Euro an.

Warum dieser Unterschied zum bereinigten Ergebnis in Höhe von 1,62 Mrd. Euro? SAP bereinigt die Zahl für seine interne Planung beispielsweise um Kosten für Übernahmen, aber auch Umstrukturierungskosten. Diese fallen vor allem durch den Unternehmensumbau hin zu den Cloud-Lösungen an.

Prognose bestätigt

SAP-Chef Bill McDermott bekräftigte heute zudem die Prognose für das laufende Jahr. Die Cloud- und Softwareerlöse sollen bereinigt um Sondereffekte und Währungsschwankungen um 8 bis 10 Prozent auf bis zu 15,8 Mrd. Euro steigen. Mit dem bereinigten Betriebsergebnis will McDermott in einer Range zwischen 5,6 und 5,9 Mrd. Euro landen – im Vorjahr lag es bei 5,64 Mrd. Euro.

Für Unsicherheit sorgt lediglich das Geschäft in den Schwellenländern. „Wir erwarten in diesen Märkten weiterhin eine hohe Volatilität und wirtschaftliche Herausforderungen“, betonte Finanzvorstand Luka Mucic.

Dezidiertere Angaben zum Überschuss machten MCDermott und Mucic nicht. Diese wollen sie bei der Vorlage der detaillierten Zahlen am 20. Oktober liefern.

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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