Keine Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank

Die Deutsche Bank und die Commerzbank im Chartcheck. Während die Deutsche Bank kurz vor einem Verkaufssignal steht, floriert die Commerzbank. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Es wird wohl keine Fusion der beiden großen Bank-Aktien im DAX geben. Das hat Cerberus mitgeteilt. Hinter diesem Namen steckt ein Managementunternehmen von Investmentfonds mit Sitz in New York. Dieses ist an beiden Banken beteiligt.

Es gebe in Deutschland Platz für zwei große Privatbanken, wird heute Cerberus im Handelsblatt zitiert. Der Kurs soll trotzdem einheitlich sein. So wünsche sich Cerberus, dass sich beide Banken mehr anstrengen, wenn es um die Neuausrichtung geht. Außerdem müssen beide deutlich effektiver und schlanker werden. Klingt nicht nach mehr Filialen und Mitarbeitern.

Deutsche Bank an kritischem Punkt im Chart

Passend dazu hat heute der Kurs der Deutschen Bank die 200-Tagelinie von oben kurz durchbrochen. Die vermeintliche Rückkehr zu Kursen um die 20 Euro ist damit erst einmal Geschichte. Was gegen Mitte Dezember nach einer richtig starken Rallye aussah, ist inzwischen verpufft.

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Wer ein optimistischer Anleger ist, sieht das als Test der gelben 200-Tagelinie und als neuen Anlauf für die nächste Rallye. Ausgeholt wurde immerhin reichlich. Jetzt sollten die Kurse die nächsten Tage beweisen, dass die 16 Euro ein attraktiveres Ziel sind als 15 Euro. Selbst in diesem kurzen Chart über sechs Monate sehen Sie, dass nach einem kurzen Gerangel um die 200-Tagelinie die Deutsche Bank danach deutlich in die Richtung der Sieger läuft.

Behalten Sie deshalb den Wert auf Ihrer Watchlist. Ende der Woche wissen wir schon sicherlich mehr und sehen, welches Lager sich durchsetzen konnte.

Commerzbank weiterhin mit Stärke

Im Vergleich zur Deutschen Bank wirkt die Rallye der Commerzbank ungebrochen. Die 200-Tagelinie ist weit weg, deshalb betrachten wir heute hier die blaue 20-Tagelinie.

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Wenn der Trend sich weiter fortsetzt, müsste die Aktie der Commerzbank morgen wieder einen bullischen Tag haben und die 20-Tagelinie überspringen. In der jüngsten Vergangenheit gab es nämlich keine Situation, in der die Kurse mehr als einen Tag unter der SMA20 geblieben sind.

Sollten wir stattdessen morgen einen weiteren roten Tag im Kalender anstreichen müssen, könnte das ein Signal dafür sein, dass den Commerzbank-Bullen langsam die Munition ausgeht. Aktuell sieht es aber besser für die Käufer aus. Vor allem, weil die Kurse zur Deutschen Bank so unterschiedlich sind. Es gibt hier also kein Muster, was die beiden Banken ähnlich verlaufen lässt. Zumindest nicht in den letzten Wochen.

Das Tief hatten beide Anfang September und Mitte November gab es bei beiden einen weiteren Schub nach oben. Doch seitdem macht die Commerzbank den stabileren Eindruck – vor allem im Hinblick auf die 200-Tagelinie. Die verläuft bei der Commerzbank gerade bei 10.66 Euro. Also knapp 2 Euro unter den aktuellen Kursen.

DAX ausgebremst

Die 1. Handelswoche des Jahres verlief für den DAX sensationell. Von zwischenzeitlich 12.850 Punkten schossen die Kurse bis über 13.300. Heute gab es einen kleinen Dämpfer. Sogar einen kleinen Doji, wobei der Docht hier etwas kurz ist, um gleich von einem Verkaufssignal zu sprechen.

Die 13.400 waren heute einfach im Weg.

Wir sind jetzt wieder in einem Bereich – so kurz vor dem Allzeithoch – da wird die Luft einfach dünner und die Widerstände stärker. Können die Bullen die nächsten Tage für sich entscheiden, wird die blaue Querlinie im Chart sicherlich auch bald durchbrochen werden. Und fehlten heute im Tagesverlauf zwischenzeitlich nur 130 Punkte, um ein neues Allzeithoch zu machen!

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Hier sehen Sie auch noch eine 20-Tagelinie eingezeichnet. Im Gegensatz zur Commerzbank laufen die Kurse des DAX aber wild um diese Linie herum. Sie können diese Art von Indikator also nicht in jedem Chart gleich verwenden. Im DAX funktioniert beispielsweise die 200-Tagelinie deutlich besser. Diese ist aber gerade bei 12.642 Punkten und somit über 600 Punkte entfernt. Das zeigt noch einmal die aktuelle Stärke des DAX, die gerne ab und zu vergessen wird. Die lange Seitwärtsphase hat es auch nicht leicht gemacht.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.