Kennen Sie den ZIA – den Zentralen Immobilienausschuss?

Heute möchte ich Sie auf das aktuelle Gutachten des ZIA, des Zentralen Immobilienausschuss aufmerksam machen. (Foto: Delpixel / Shutterstock.com)

Um Ihnen möglichst viel Mehrwert zu liefern, versuche ich jede Woche aktuelle Themen rund um das Immobilieninvestment zu präsentieren und gleichzeitig eine Einschätzung auf Basis meiner eigenen, langen und erfolgreichen Investmenttätigkeit weiter zu geben.

Heute möchte ich Sie auf das aktuelle Gutachten des ZIA, des Zentralen Immobilienausschuss aufmerksam machen.

Es handelt sich dabei um das Frühjahrsgutachten 2018, was mit der Überschrift „Deutschlands Immobilienmärkte stabil“ versehen ist.

Folgende Kernaussagen aus dem Gutachten erscheinen mir wichtig:

„Die Zeiten der stürmischen Entwicklung der Wohnungsnachfrage sind in München, Berlin und Stuttgart zu Ende gegangen. In Hamburg, Frankfurt, Köln und Düsseldorf ist dies bislang nicht der Fall, aber eine Abschwächung ist auch hier gut möglich“, erklärt Prof. Dr. Harald Simons, Vorstand der empirica AG, der im Frühjahrsgutachten die deutschen Wohnungsmärkte analysiert. Die Zuwanderung insbesondere nach München, Berlin und Stuttgart habe sich beruhigt.

Gleichzeitig wachse das Wohnungsangebot kräftig, da sich die Baugenehmigungen der letzten Jahre nun durch höhere Fertigstellungszahlen bemerkbar machen. „Der nunmehr seit acht Jahren andauernde Kauf- und Mietpreisanstieg dürfte bald zu Ende sein. Für München, Berlin sowie Stuttgart sehe ich meine letztjährigen Prognosen bestätigt, hier rechne ich weiterhin mit einem Kaufpreisrückgang. Für Hamburg, Köln und Düsseldorf sind die Aussichten bislang uneinheitlich, für Frankfurt wird der Brexit entscheidend“, meint Simons.“

Und etwas konkreter wird Simons hier:

„In Städten könnten die Preise für Wohnungen in den nächsten vier Jahren kräftig sinken, in Berlin, München und möglicherweise Stuttgart um bis zu 30 Prozent.“

Das deckt sich um Umkehrschluss mit den Berechnungen, die von Preisübertreibungen in den Big Seven bis zu 40% ausgehen.

Tatsächlich rechnen sich vielfach die derzeitigen Kaufpreise in den Metropolen trotz der Niedrigzinsen auf Dauer nur, wenn man von deutlich weiter steigenden Mieten ausgeht.  Das kann, aber muss sicher nicht aufgehen.

Ich wäre vorsichtig mit perspektivischen Mietentwicklungen. Ich bin nicht der einzige, der mit stagnierenden Mietpreisen rechnet.

Die Alternativen?

Selbstverständlich gibt es Alternativen!

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Auch darauf geht das Gutachten ein:

„Im diesjährigen Frühjahrsgutachten hat Carolin Wandzik, Geschäftsführerin der GEWOS, ein Sonderkapitel zu „Investitionschancen in Großen Mittelstädten“ verfasst. Abseits der Großstädte bieten auch viele Mittelstädte Chancen für erfolgreiche Immobilieninvestments.

Für zehn dieser Großen Mittelstädte, die die beste Entwicklungsdynamik aufweisen, wurden die Investitionschancen für Wohn- und Wirtschaftsimmobilien näher analysiert.

Dazu gehören die Universitätsstädte Konstanz, Tübingen, Flensburg, Fulda und Bayreuth, in denen der Zuzug jüngerer Bildungswanderer den Wegzug von Familienhaushalten ins Umland mehr als kompensiert und die Städte folglich wachsen lässt.

Die Städte Norderstedt, Meerbusch und Speyer hingegen profitieren je von ihrer Lage in einer entwicklungsstarken Metropolregion insbesondere durch den Zuzug von Familien. Rheine und Nordhorn haben demgegenüber eine Ankerfunktion für das Umland in einer prosperierenden Region.

 „Angesichts des historisch starken Investorenwettbewerbs in den deutschen A-Städten lohnt sich der Blick in prosperierende Mittelstädte“, erklärt Wandzik.“

Ich persönlich investiere gerne in Mittel- und Großstädten, abseits der Big Seven. In den oben genannten bin ich nicht investiert, aber nicht, weil ich die Städte nicht für interessant halte, sondern, weil ich geographisch anders aufgestellt bin.

Daher bin ich auch nach wie vor überzeugt, dass es Sinn macht, wenn Sie sich intensiv der Standortsuche widmen, bevor Sie in Renditeimmobilien investieren.

Suchen Sie Ihre Ertragsperlen! Es gibt sie immer noch!

Auch 2018 bleibt es bei dem Grundsatz:

Investieren Sie, aber investieren Sie klug.

Am Ende geht es nicht darum, alles richtig zu machen, es reicht schon, das meiste richtig zu machen.


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Von: Andreas Sell. Über den Autor

Andreas Sell ist heute als Investor, Geschäftsführer verschiedener Grundstücksgesellschaften, Beiratsmitglied einer Münchener Fondsgesellschaft und Autor tätig.