Kennen Sie diesen Gold-Chart?

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Hier kann es jetzt in beide Richtungen explodieren. Gold ist in einem wichtigen Bereich angekommen. Für beide Lager gibt es jetzt gute Argumente. Wer gewinnt? (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Gold hat heute ein neues Jahreshoch erreicht! Jetzt stehen wir schon fast die 1.350 US-Dollar pro Unze. Ist das der Ausbruch, auf den wir gewartet haben?

Wie Sie sehen, war die vergangene Woche ultra-bullisch. Einen solchen Anstieg haben wir lange nicht erlebt. Entscheidend war der Ausbruch über 1.290 US-Dollar. Das hatte ich Ihnen schon im Mai geschrieben. Dass es derart schnell Richtung 1.350 US-Dollar gehen würde, hätte ich aber auch nicht gedacht. Jetzt sind wir quasi im kritischen Bereich angekommen, denn ab hier kann die Goldparty erst richtig losgehen. Möchte man meinen, oder?

Der kurzfristige Goldchart lügt!

Wenn wir uns lediglich den Chart von diesem Jahr anschauen, sieht das für die Goldbullen richtig stark aus. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Der Goldpreis hat zwar heute ein Jahreshoch erreicht, doch die nächsten Widerstände warten schon. Außerdem sollte der Goldpreis im Idealfall auch über dem bisherigen Jahreshoch schließen – aktuell ist er schon wieder darunter gefallen.

Betrachten Sie den folgenden Chart seit 2014. Hier sehen Sie die letzten markanten Hochs und genau diese werden jetzt für den Goldpreis zur Stolperfalle.

Der Bereich um 1.366 US-Dollar war 2018 gut genug für ein Doppeltop. Danach ging es stramm nach unten. 2016 notierten wir ein wenig höher. 2014 war 1.388 US-Dollar das Ende der Fahnenstange. Kommt jetzt der schnelle Sprung über diese bedeutenden Kursmarken?

Ich habe noch meine Zweifel daran. Sie wissen sicherlich auch, dass der Goldmarkt sehr klein ist. Im Vergleich zum Forex oder einfach nur dem S&P 500 – können Sie als großer Anleger den Goldpreis vergleichsweise günstig bewegen.

Bullenfallen am laufenden Band

Genau deshalb werden hier auch oft viele Anleger ausgetrickst. Schauen Sie sich den Chart an – 2016 habe wir die vorherigen Hochs aufgelöst und sind dann doch wieder abgestürzt. 2018 war der Bereich über dem Jahreshoch von 2017 schnell erreicht und doch ging es danach wieder 150 US-Dollar nach unten.

Heute haben wir ein neues Jahreshoch erreicht. Was ist die logische Konsequenz? Wenn der Chart sich treu bleibt, gibt es ab einem neuen Hoch meist einen Absturz. In unserem Fall können wir auf die grüne Trendlinie fallen und einen neuen Anlauf starten. Darunter wird es kritisch.

Vielleicht pendelt Gold jetzt auch eine Zeit in diesem Bereich – so wie 2018. Seien Sie auf jeden Fall vorsichtig, wenn Sie jetzt auf weitere Bullenaktivität wetten wollen. Wenn Sie long in Gold sind, können Sie diese Position weiter ausbauen – jedes Mal, wenn die Kurse ein altes Hoch überwinden. Ziehen Sie Ihren Stoploss aber immer nach. Tendenziell müssten die Kurse jetzt erst einmal wieder ein bisschen zurückkommen.

Die Rallye der vergangenen Tage ist natürlich extrem bullisch und schreit nach Fortsetzung, doch die vergangenen Hochpunkte im Chart können hier einen weiteren Anstieg vorerst verhindern.

Sollte der Ölpreis weiter fallen und Gold weiter steigen, wäre dies auf jeden Fall ein weiterer Punkt, der eine Rezession anzeigt. Doch auch darauf ist nicht immer Verlass. Vermutlich müssen wir einfach erst einmal bis Ende Juni warten, ob Trump mit China erneut in den Ring steigt.

Außerdem ist Montag hier in Deutschland Feiertag – auch an der Börse. Lassen Sie also Ihre offenen Positionen nicht zu sehr im Regen stehen. Es kann viel passieren in den nächsten drei Tagen – auch wenn wir auch Langeweile hoffen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.