Kerzencharts: Große Übersichtlichkeit

Andreas Sommer

Liebe Leser,

künftig werden wir hier auf Chartanalyse-Trends häufiger auch Kerzencharts (englisch: Candlesticks) einsetzen. Bislang operierten wir zumeist mit Balkencharts. Kerzen oder Candlesticks sind lediglich eine andere Darstellungsform für Charts. Genauer gesagt sind Kerzencharts die ‚japanische Version‘ des Balkencharts.

Falls Sie mit dieser Darstellungsform noch nicht vertraut sind, gebe ich Ihnen heute eine Art ‚Crash-Kurs‘ mit den wichtigsten Informationen, die Sie über Kerzencharts wissen sollten. Wenn Kerzencharts für Sie bereits ein ‚alter Hut‘ sind, dann habe ich am Ende des Beitrags noch ein ‚Schmankerl‘ für Sie.

Kerzen: Übersichtlicher als Balken…

Der wohl augenscheinlichste Vorteil von Kerzencharts ist die gegenüber den weiter verbreiteten Balkencharts noch übersichtlichere Darstellung: Mit einem Blick lässt sich sofort die Richtung der Bewegungsdynamik eines Kursverlaufes erkennen.

Das Erscheinungsbild der Kerzen offenbart zudem optimistische oder pessimistische Muster, die auf einem Balkenchart deutlich schwieriger zu erkennen sind. Ansonsten lassen sich jedoch alle Techniken wie Trendlinien usw. auch auf Kerzencharts anwenden.

…bei exakt demselben Informationsgehalt

Dabei liefern Ihnen Balken- und Kerzencharts exakt dieselben Informationen zu einer dargestellten Zeitperiode: Den Eröffnungs- und Schlusskurs sowie das Hoch und Tief. Bei Balkencharts gibt der Balken selbst die Kursbandbreite der dargestellten Zeitperiode (Minute, Tag, Woche, Monat, Quartal, Jahr) wider.

Der Eröffnungskurs wird durch einen kleinen waagerechten, links am Balken angesetzten, Strich gekennzeichnet. Der Schlusskurs erscheint in entgegengesetzter Form auf der rechten Seite. Auf dem nachfolgenden Chart habe ich Ihnen dies einmal kenntlich gemacht.

Beispiel eines Balkencharts

Konstruktion einer Kerze

Basis einer Kerze ist – wie beim Balkenchart – die Kursbandbreite der gewählten Zeitperiode in Gestalt eines Balkens.

Der einzige Unterschied zwischen Balken und Kerzen liegt in der Darstellung der Relation von Eröffnungs- zu Schlusskurs: Die Veränderung zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs wird nämlich farblich kenntlich gemacht. Liegt der Schlusskurs über dem Eröffnungskurs, dann wird die Differenz als weißer (manchmal auch als grüner) Kerzenkörper dargestellt – im Handelsverlauf ist der

Kurs angestiegen. Im umgekehrten Fall – im Handelsverlauf ist der Kurs gefallen – wird die Differenz als schwarzer (oder auch als roter) Kerzenkörper dargestellt. Ragen das Tageshoch oder das Tagestief (also der Grundbalken) über den Kerzenkörper hinaus, erscheinen diese jeweils als Docht (daher die Bezeichnung ‚Kerze‘). Nachfolgend sehen Sie den bereits oben gezeigten Chart nun als Kerzenchart.

Beispiel eines Kerzencharts

Der Unterschied sollte jetzt klar zutage treten: Kerzen mit weißem Körper (wie vom grünen Kasten unterlegt) zeigen einen Kursanstieg im Handelsverlauf. Kerzen mit schwarzem Körper (wie vom roten Kasten unterlegt) zeigen einen Kursrückgang im Handelsverlauf.

Auf einen Blick: Rauf, runter oder unverändert

Nun können Sie bereits einige Charakteristika eines Kerzencharts selbst deuten: Sind die Dochte ober- und unterhalb einer weißen Kerze sehr klein oder sogar gar nicht zu sehen, dann haben Sie einen sehr bullishen Handelsverlauf erlebt. Dasselbe im Verbund mit einer schwarzen Kerze weist einen sehr negativen Handelsverlauf nach.

Eine besondere Kerze habe ich Ihnen blau unterlegt: Liegen Eröffnungs- und Schlusskurs nahezu auf gleicher Höhe, erscheint die Kerze als Kreuz. In der Fachsprache wird diese Kerze als ‚Doji‘ bezeichnet. Während eine große weiße oder große schwarze Kerze eine klar bullishe oder bärische Tendenz aufzeigen, bringt ein Doji Unentschlossenheit der Marktteilnehmer zum Ausdruck.

In der Kerzencharttechnik haben sich aufgrund bestimmter Kombinationen unterschiedlicher Kerzen (meist 2 bis 3) Chartmuster herausgebildet, denen eine Trendprognose zugeordnet werden kann (ähnlich den Chartformationen in Balkencharts, wie z.B. Dreiecke oder W-Formationen). Doch das wäre ein Thema für eine Beitragsserie, da es eine große Zahl solcher Chartmuster gibt.

Zum Abschluss das versprochene Schmankerl:

Eines dieser Chartmuster zeige ich Ihnen heute. Es ist ein Chartmuster, dem eine nachgewiesen hohe Trefferquote (über 60%) zugeordnet werden kann. Es sollte sich also lohnen, auf das Auftreten dieses Musters zu achten.

Es nennt sich Bullish Engulfing Pattern (bullishes ‚umschlingendes‘ Muster) und besteht aus 2 Kerzen. Dabei folgt einer kleinen schwarzen Kerze eine große weiße Kerze, welche die schwarze Kerze ‚umschlingt‘: Der weiße Kerzenkörper überlagert den Kursbereich des schwarzen Kerzenkörpers also komplett.

Diese Kombination entsteht meist am Ende einer Korrekturbewegung innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends. Ein Beispiel sehen Sie in dem nebenstehenden Chart: Dieses Chartmuster entstand am 18. Dezember und erbrachte bislang ein Plus von +16,3% (Kauf zum Eröffnungskurs am darauffolgenden Handelstag, 21. Dezember).

Bullish Engulfing Pattern: +16,3% in 14 Tage

Viel Erfolg an den Börsen,

Ihr

Andreas Sommer

P.S.: Lesen Sie nachfolgend die Wahrheit über die Performance von DAX-Aktien in den letzten 6 Jahrzehnten!

Mit DAX-Werten werden Sie nie zum Millionär,

mit Nebenwerten auf jeden Fall

Das Deutsche Aktieninstitut e.V. DAI hat die Entwicklung des DAX mit seinen ‚Blue Chips‘ seit 1948 analysiert und dabei eine erschreckende Entwicklung aufgezeichnet:

Von Januar 1948 bis Januar 2009 konnte ein DAX-Anleger lediglich eine durchschnittliche Rendite von 7,27% erzielen!

Inflationsbereinigt sieht die Entwicklung der DAX-Werte noch erschreckender aus. So konnten DAX-Anleger seit 1975 nur noch eine durchschnittliche Rendite von 5,90% erzielen. Nebenwerte-Anleger schafften in der gleichen Zeit 10,20% – Jahr für Jahr.

Vergleich DAX und Nebenwerte

Reiben Sie sich ruhig die Augen, an diesem Ergebnis ändert sich nichts! Es ist Fakt! Auch wenn der Deutsche Aktienindex DAX wieder auf dem Weg zur frü-heren Größe ist, wird sich auch in Zukunft an der auf lange Sicht mageren Durchschnitts-Rendite von DAX-Werten nichts ändern!

Nebenwerte haben aus umgerechnet 10.000 Euro seit 1975 sage und schreibe 271.752,92 Euro gemacht – wohl gemerkt, in echtem Geld. Die Inflationsentwicklung ist bereits in die Entwicklung eingeflossen. Der DAX war im Vergleich ein wahrer Kapitalvernichter: 70.220,29 Euro das Ergebnis.

Selbst wenn Sie seit Ihrem 18 Lebensjahr in DAX-Werte investieren, dürften Sie sich bei dieser Entwicklung erst zu Ihrem 99. Geburtstag über die erste Million freuen. Als Nebenwerte-Anleger würde Sie sich zu diesem Zeitpunkt schon über Ihre 26. Million freuen. Noch schneller geht es für F-Trader Leser.

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12. Januar 2010

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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