Kion: Brexit-Ängste beleben das Geschäft

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Logistik-Spezialist und Gabelstapler-Hersteller Kion profitiert von Sorgen um ungeregelten Brexit und ist attraktiv bewertet. (Foto: nito / shutterstock.com)

Kion-Chef Gordon Riske gab jüngst der Nachrichtenagentur Bloomberg ein bemerkenswertes Interview. Er erklärte, dass immer mehr Unternehmen in Großbritannien sich vor Engpässen bei wichtigen Teilen fürchten und daher ihre Lager füllen. Mit anderen Worten: Kion profitiert von den Ängsten vor einem ungeregelten Brexit.

Um zu verstehen, warum Kion davon profitiert, müssen Sie wissen, was genau Kion macht. Kion ist nach eigenen Angaben ein weltweit führender Anbieter von Gabelstaplern, Lagertechnik und verbundenen Dienstleistungen sowie Supply-Chain-Lösungen (Lieferketten-Lösungen).

In mehr als 100 Ländern optimiert Kion mit Logistik-Lösungen den Material- und Informationsfluss in Fabriken, Lagerhäusern und Vertriebszentren. Das Unternehmen ist in Europa der größte Hersteller von Flurförderzeugen, weltweit die Nummer 2 und zudem führender Anbieter von Automatisierungstechnologie.

Weltweit sind mehr als 1,4 Mio. Flurförderzeuge und über 6.000 installierte Systeme von Kion bei Kunden sämtlicher Branchen und Größe auf 6 Kontinenten im Einsatz. Das Unternehmen hat mehr als 33.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 8 Mrd. Euro.

Wie Kion vom Brexit profitiert

Kommen wir nun wieder zurück zum Brexit: Die Vorbereitungen vieler Unternehmen auf einen harten bzw. ungeregelten Brexit sorgten zuletzt für eine stärkere Nachfrage nach Gabelstaplern. Großbritannien ist im Moment einer der heißesten Märkte für uns, so Kion-Chef Riske.

Der britische Staplermarkt sei entgegen dem europaweiten Trend im Jahresverlauf solide gewachsen und legte laut Kion beim Auftragseingang zweistellig zu. Der Umsatzanteil des britischen Marktes am gesamten Umsatz von Kion lag zuletzt bei rund 7%.

Außerhalb Großbritanniens entwickelt sich das Geschäft von Kion aufgrund der sich eintrübenden Konjunktur aber nicht mehr ganz so gut wie vorher. Dennoch konnte Kion im Rahmen der Vorlage der Halbjahreszahlen die Prognose für das Gesamtjahr bestätigen. Blicken wir jetzt noch kurz auf die Zahlen und die Prognosen sowie die Perspektiven der Aktie.

Zahlen und Prognosen im Überblick

Kion steigerte im 1. Halbjahr 2019 den Umsatz deutlich um 12,6% auf 4,36 Mrd. Euro. Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) legte um kräftige 18,2% auf 407,6 Mio. Euro zu. Die bereinigte EBIT-Marge stieg damit von 8,9 auf 9,3%. Der Nettogewinn stieg noch deutlicher um 47,7% auf 218,3 Mio. Euro.

Mit 4,2 Mrd. Euro liegt der wertmäßige Auftragseingang aber leicht (um 2,6%) unter dem sehr starken Vorjahreswert. Die Prognose für das laufende Jahr wurde bestätigt. Auch das Mittelfristziel, den Umsatz bis 2022 um etwa 25% auf 10 Mrd. Euro zu steigern, bestätigte Kion-Chef Riske zuletzt noch einmal.

Die Werke von Kion fahren weiterhin Samstagsschichten, so Riske gegenüber Bloomberg. Krise sieht anders aus! Daher halte ich die Kion-Aktie auf dem derzeit niedrigen Kurs- und Bewertungsniveau für sehr interessant.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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