Kion: Kursrückschlag als Einstiegschance?

Die nächsten beiden Tage werden an den internationalen Aktienmärkten noch von der Brexit-Diskussion bestimmt werden, dann kehrt hoffentlich Ruhe ein.

Dabei gibt es aber auch jetzt Werte, die – ob mit oder ohne Ausstieg Großbritanniens aus der EU – eine verheißungsvolle Entwicklung vor sich haben. Einer davon, den ich Ihnen vorstellen möchte, ist die Aktie der KION-Group.

Unternehmens-Portrait

Auch wenn Ihnen auf Anhieb der Unternehmens-Name nicht viel sagt, handelt es sich um ein Unternehmen, das mit Gabelstaplern, Lagertechnik und verbundenen Dienstleistungen ihrer sieben Marken weltweit präsent ist. In Europa ist es sogar Marktführer, global die Nr. 2 und in China führender ausländischer Anbieter.

Dabei bedienen die Marken Linde und STILL das globale Premium- und Baoli das Economy-Segment. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Konzern mit rund 23.500 Mitarbeitern einen Umsatz von 5,1 Mrd. €.

Milliardenschwere Übernahme sorgt für Kursverluste

Zu Wochenbeginn wurde bekannt, dass KION jetzt den Expansionskurs beschleunigt: So soll mit einem milliardenschweren Zukauf das Geschäft – v. a. in den USA – deutlich ausgebaut werden.

Hierfür wird Dematic, ein Spezialist für Automatisierung und Lieferketten-Optimierung erworben. Der voraussichtliche Kaufpreis – abzüglich bestimmter Verbindlichkeiten – liegt bei etwa 2,1 Mrd. US-Dollar.

Dabei geht das Unternehmen von einem Unternehmenswert von 3,25 Mrd. Dollar aus. Die Übernahme soll übrigens im 4. Quartal abgeschlossen sein.

Mit diesem Schritt wird die Grundlage für ein weiterhin erfolgreiches Geschäft gelegt. So rückt der Konzern – durch den Zukauf – zur Weltspitze der Anbieter intelligenter Intralogistik-Lösungen auf. An der Börse kam dieser Deal jedoch zunächst nicht gut an; die Aktie rutschte deutlich ab.

Günstige Einstiegs-Gelegenheit?

Dass die Anleger bei einer Übernahme den Kurs des Käufers zunächst auf Talfahrt schicken, ist nichts Ungewöhnliches. Einiges spricht dafür, dass dies eine gute Einstiegs-Gelegenheit ist, denn es sind mittelfristig weitere deutliche Ergebnis-Verbesserungen in Sicht.

Bereits die Quartalszahlen zum 2. Vierteljahr, die am 27. Juli veröffentlicht werden, könnten dies belegen. Eine Dividendenrendite von knapp 2% und ein KGV von unterdurchschnittlichen 15 sprechen ebenfalls für den Titel. Dabei zeichnet zudem auch die Charttechnik ein recht positives Bild.

Seit Ende 2014 hat sich der Wert der Aktie mehr als verdoppelt. Seit März wurde mehrfach eine Widerstands-Linie bei rund 52 € getestet, die aber bislang nicht überwunden werden konnte. Nach unten ist das Wertpapier bei gut 43 € abgesichert.

Ich gehe davon aus, dass sich die Aktie – nach dem ersten „Schock“ des beabsichtigten Zukaufs – mittelfristig erholen wird und dann Kurs auf die alten Höchststände des Frühjahrs nimmt. Dabei dürfte der Ausgang der Brexit-Abstimmung zumindest mittel- und langfristig kaum Auswirkungen auf die Performance haben.

22. Juni 2016

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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